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Grundlagen

Neuseeland: erste Schritte im eigenen Teeanbau

Ja, es gibt in Neuseeland eine einzige kommerzielle Teeplantage, die seit 1996 echten Tee auf neuseeländischem Boden anbaut: Zealong in der Region Waikato. Das Unternehmen stellt daraus auch ein Teepulver her, vermarktet es aber nach eigenen Angaben bewusst nicht als Matcha, sondern als Tea Powder. Fast alles andere, was in Neuseeland unter dem Namen Matcha verkauft wird, kommt weiterhin aus Japan oder anderen asiatischen Anbaugebieten. Dieser Text trennt beides sauber.

Der lange Weg zur ersten Teepflanze im eigenen Boden

1996 importierte das spätere Unternehmen Zealong 1.500 sorgfältig ausgewählte Teestecklinge aus bekannten asiatischen Anbauregionen nach Neuseeland. Nach einer langen Quarantäne durch das neuseeländische Landwirtschaftsministerium überlebten davon nur 130 Pflanzen. Bis dahin hatte sich Camellia sinensis, die Teepflanze, in Neuseeland nie im kommerziellen Maßstab durchgesetzt, unter anderem weil das Land kühlere Winter als klassische Teeregionen hat. Aus den 130 Überlebenden wuchs über die Jahre ein Bestand von rund 1,2 Millionen Sträuchern auf 48 Hektar heran, angelegt auf einer früheren Milchviehfarm bei Hamilton in der Waikato-Region.

Warum ausgerechnet Waikato

Die Waikato-Region bietet nach Angaben des Unternehmens und regionaler Tourismusstellen eine Kombination aus reichlich Regen, viel Sonne, gut durchlässigem, saurem Boden und dem für Hamilton typischen Frühnebel, der den Pflanzen zusätzliche Feuchtigkeit gibt. Bei Pflückung und Verarbeitung wird die Plantage nach eigenen Angaben von einem Teemeister in dritter Generation aus Taiwan begleitet, der über Auswahl und Zuschnitt der Blätter entscheidet.

Von der Bio-Zertifizierung bis zum eigenen Markennamen

Das gesamte Areal ist biozertifiziert, unter anderem nach dem neuseeländischen BioGro-Standard sowie in Übereinstimmung mit EU-, USDA-, China- und Japan-Vorgaben, wie das Unternehmen auf seiner eigenen Seite angibt, Stand September 2026. Der Name Zealong setzt sich aus New Zealand und Oolong zusammen, weil Oolong die erste Teesorte war, die auf der Plantage in verkaufsfähiger Qualität gelang. Nach eigenen Angaben handelt es sich um die einzige kommerzielle Teeplantage Neuseelands, eine Einschätzung, die auch von unabhängigen Tourismusseiten der Region Waikato bestätigt wird.

Das Teepulver, das bewusst nicht Matcha heißt

Neben Blatttee bietet Zealong auch ein fein gemahlenes Teepulver aus eigenem Anbau an. Nach eigenen Angaben werden die Blätter dafür auf dem eigenen Gelände angebaut, geerntet, getrocknet und frisch vor Ort zu Pulver gemahlen, bevor die Packung verschlossen das Grundstück verlässt. Auffällig ist die Wortwahl: Auf der gesamten Produktseite verwendet das Unternehmen konsequent den Begriff Tea Powder, nicht Matcha, und bietet drei Varianten an, eine grüne, eine geröstete grüne und eine schwarze. Warum das Unternehmen den in Neuseeland sehr gefragten Begriff Matcha für sein eigenes Produkt meidet, lässt sich aus der eigenen Kommunikation nicht sicher ableiten, ist aber ein Unterschied, der Kundinnen und Kunden auffallen kann. Mit Zealong verbindet uns keine Geschäftsbeziehung, wir geben hier nur wieder, was das Unternehmen selbst mitteilt.

Was mit neuseeländischem Matcha sonst noch gemeint sein kann

Ein Teil der unter neuseeländischen Marken verkauften Matcha-Produkte stammt tatsächlich nicht von neuseeländischen Feldern. Ein Beispiel ist der Anbieter eco-Matcha: Das Unternehmen hat seinen Sitz in Neuseeland, bezieht sein Pulver aber nach eigenen Angaben von einer Hochebene in Vietnam, dem Moc-Chau-Plateau, wo nach traditionellen Methoden und unter Beteiligung japanischer Teeexperten angebaut wird. Auch hier gilt: Eine Geschäftsbeziehung zu diesem Unternehmen besteht nicht von unserer Seite, die Angaben stammen von dessen eigener Webseite. Der Fall zeigt, dass ein neuseeländischer Firmensitz allein noch nichts über den tatsächlichen Anbauort aussagt.

Was das für den deutschen Markt bedeutet

In Deutschland verkaufter Matcha stammt nach den in dieser Reihe recherchierten Herkunftsangaben ganz überwiegend aus Japan, ergänzt um kleinere Mengen aus China. Neuseeländischer Tee oder gar neuseeländisches Matcha-Pulver spielt auf dem deutschen Markt bislang praktisch keine Rolle, schon allein wegen der geringen Anbaufläche und der langen Transportwege. Für Kundinnen und Kunden hierzulande bleibt die Herkunftsangabe auf der jeweiligen Verpackung deshalb weiterhin die verlässlichste Informationsquelle, unabhängig davon, wo ein Unternehmen seinen Sitz hat.

Wachsende Nachfrage, kaum heimischer Anbau

Mehrere neuseeländische Medien beschreiben in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Matcha im Land, von Cafés bis zu neu gegründeten Handelsmarken. Auch der Auckland-Anbieter Thea beschreibt auf seiner eigenen Seite, gegründet worden zu sein, weil den Gründerinnen ein hochwertiges Matcha-Angebot im neuseeländischen Markt fehlte, und bezieht sein Pulver aus japanischen Anbaugebieten. Ein ähnliches Bild zeigt der Bay-of-Plenty-Anbieter Nomu Matcha, der laut Berichten neuseeländischer Regionalzeitungen innerhalb weniger Jahre auf rund 70 Verkaufsstellen im Land gewachsen ist, ebenfalls auf Basis importierter Blätter. Mit beiden Unternehmen verbindet uns keine Geschäftsbeziehung. Ein eigener, nennenswerter Matcha-Anbau innerhalb Neuseelands lässt sich daraus nicht ableiten, auch wenn Zealong zeigt, dass Teeanbau im Land grundsätzlich möglich ist.

Warum Teeanbau außerhalb Asiens so selten gelingt

Der Fall Zealong zeigt beispielhaft, wie viel Aufwand hinter dem Aufbau einer neuen Teeplantage außerhalb der etablierten Anbauländer steckt: von 1.500 importierten Stecklingen überlebte nach der Quarantäne nur ein knappes Zehntel, und bis daraus eine wirtschaftlich tragfähige Plantage wurde, vergingen Jahrzehnte. Anders als in Ländern mit langer Teebautradition fehlt in Neuseeland aufgebautes Fachwissen zu Sortenwahl, Schädlingsbekämpfung und Verarbeitung, das andernorts über Generationen weitergegeben wird. Hinzu kommen im internationalen Vergleich hohe Lohnkosten, die von Hand gepflückten, arbeitsintensiven Tee in Neuseeland strukturell teurer machen als Importware aus Asien.

Was Kundinnen und Kunden bei der Herkunftsangabe beachten sollten

Wer gezielt nach in Neuseeland gewachsenem Matcha oder Tee sucht, findet die verlässlichste Antwort nicht im Firmensitz, sondern in der konkreten Herkunftsangabe auf der Verpackung oder Produktseite. Ein neuseeländischer Markenname oder eine neuseeländische Postadresse sagt für sich genommen nichts darüber aus, wo die Blätter tatsächlich gewachsen sind, wie das Beispiel eco-Matcha mit Anbau in Vietnam zeigt. Nur Zealong stellt nach den hier verwendeten Quellen tatsächlich Tee aus eigenem, neuseeländischem Anbau her, vermarktet sein Pulver dabei aber gerade nicht unter dem Begriff Matcha.

Wie sich der Besuch auf der Plantage gestaltet

Zealong öffnet die eigene Plantage nach Angaben regionaler Tourismusseiten für Besucherinnen und Besucher, mit geführten Touren über das Gelände und einer Verkostung mehrerer der eigenen, international ausgezeichneten Tees. Ein Teil dieser Führungen umfasst auch eine an die japanische Teezeremonie angelehnte Vorführung der eigenen Zubereitung. Für ein Land ohne eigene Teekultur ist das ein ungewöhnlicher Weg, Besucherinnen und Besuchern ein Thema nahezubringen, das andernorts über Jahrhunderte gewachsen ist.

Andere klassische Teeländer außerhalb Ostasiens

Neuseeland ist bei Weitem nicht das einzige Land außerhalb Ostasiens mit eigenem Teeanbau. Kenia und Teile Indiens wie Assam oder Darjeeling zählen seit Langem zu den bekanntesten Schwarztee-Anbaugebieten der Welt. Auch dort liegt der Schwerpunkt jedoch auf klassischem Blatttee, nicht auf beschattetem, steingemahlenem Matcha, der weiterhin überwiegend aus Japan und in geringerem Umfang aus China stammt. Neuseeland reiht sich damit in eine lange Liste von Ländern ein, die zwar erfolgreich eigenen Tee anbauen, aber keine eigenständige Matcha-Tradition aufgebaut haben.

Was das für dich bedeutet

Neuseeland ist ein Beispiel dafür, wie schwer sich Teeanbau außerhalb der etablierten asiatischen Regionen aufbauen lässt, und wie unterschiedlich Unternehmen mit dem Begriff Matcha umgehen. Unser eigenes Matcha kommt in der 30-Gramm-Dose, reicht für etwa 10 bis 15 Schalen bei 2 Gramm je Schale, ist biozertifiziert nach der Kontrollstelle DE-ÖKO-006, gekennzeichnet mit CN-BIO-141 und im Labor auf Rückstände geprüft. Eine Dose kostet 25,00 Euro, das entspricht einem Grundpreis von 833,33 Euro je Kilogramm.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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