Grundlagen
Miyazaki-Tee: Der Süden Kyushus im Portrait
Miyazaki liegt im Süden der japanischen Insel Kyushu und produzierte zuletzt gut 3.800 Tonnen Tee im Jahr, das entspricht Platz vier unter Japans Präfekturen. Bekannt ist die Region vor allem für Sencha, den aufgegossenen grünen Tee, und für Kamairicha, eine pfannengeröstete Spezialität, bei der Miyazaki landesweit die größte Produktionsmenge stellt. Mildes Klima, fruchtbarer Boden und ein hoher Anteil an biologischem Anbau prägen die Präfektur.
Lage und Klima
Miyazaki liegt im Süden Japans an der Pazifikküste Kyushus und reicht von den Küstenebenen bis in Bergregionen auf über 700 Metern Höhe. Das Klima gilt als mild, mit fruchtbaren Böden und reichlich Niederschlag, was die Region für den Teeanbau begünstigt. Besonders in der Gemeinde Gokase-cho, von wo aus man den Vulkan Aso und den Berg Sobo sehen kann, liegen Teegärten oberhalb von 600 Metern. Dort sorgt der große Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht für intensiv duftenden Tee, wie in mehreren Quellen zur Region übereinstimmend beschrieben wird.
Takachihogo-Shiibayama: Welterbe der Landwirtschaft
Die Bergregion um Gokase gehört zum größeren Gebiet Takachihogo-Shiibayama, das am 15. Dezember 2015 von der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, kurz FAO, als 'Global bedeutsames Agrarerbe-System' ausgezeichnet wurde, eine Anerkennung, die ganze Landschaften samt traditioneller Bewirtschaftungsformen würdigt und nicht nur einzelne Produkte. Das ausgezeichnete Gebiet liegt in einem steilen Bergland zwischen 1.000 und 1.700 Metern Höhe und umfasst fünf Gemeinden. Nach Angaben der FAO gilt die Region als Japans größter Produzent von Kamairicha aus wild wachsenden Bergteepflanzen, daneben prägen Shiitake-Anbau, Nassreisterrassen auf einer Fläche von rund 1.800 Hektar sowie traditionelle Brandrodungs-Landwirtschaft im Ort Shiiba die Region. Ein rund 500 Kilometer langes Kanalsystem versorgt die Bergdörfer mit Wasser und dient zugleich dem Hochwasserschutz. Die Region verfolgt nach FAO-Angaben eine eigene, 'Forestopia' genannte Entwicklungsstrategie, die neben dem Erhalt von Landwirtschaft und Wald auch die Verarbeitung eigener Produkte vor Ort sowie den Aufbau von Bauernhof-Restaurants fördern soll, um der traditionellen Wirtschaftsweise zusätzliche Einkommensquellen zur Seite zu stellen. Die kleinteilige Bewirtschaftung mit Waldwirtschaft, Shiitake-Anbau und Brandrodungsfeldern erhält nach FAO-Angaben zugleich seltene Lebensräume, in denen auch Arten aus dem Roten Buch der Präfektur Miyazaki vorkommen, was die Region über den reinen Teeanbau hinaus ökologisch bedeutsam macht.
Geschichte
Auch in Miyazaki wuchsen seit jeher wild stehende Bergteepflanzen, in Japan Yamacha genannt, aus denen die Menschen der Region traditionell ihren eigenen Tee gewannen. Aufzeichnungen über den gezielten, planmäßigen Teeanbau reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Für Kyushu insgesamt gilt das Jahr 1191 als wichtige Marke: Der buddhistische Mönch Eisai brachte in jenem Jahr Teesamen aus China mit und pflanzte sie in den Sefuri-Bergen im heutigen Saga, was in der japanischen Teegeschichte oft als Ausgangspunkt des organisierten Teeanbaus in Japan genannt wird. Miyazaki entwickelte daraus über die Jahrhunderte eine eigene Röst-Tradition, die bis heute die Kamairicha-Herstellung prägt und die Präfektur von den stärker auf Dampfverfahren ausgerichteten Regionen Zentraljapans unterscheidet.
Anbau und Sorten
Der ganz überwiegende Teil der Miyazaki-Produktion, etwa 80 Prozent, ist Sencha. Angebaut werden unter anderem die Sorten Yabukita, Saemidori, Yumekaori, Sakimidori und Harumoegi. Yabukita ist dabei die in ganz Japan mit Abstand am weitesten verbreitete Teesorte und dient vielerorts als Referenzpflanze, an der andere Züchtungen gemessen werden, während Saemidori, Yumekaori, Sakimidori und Harumoegi jüngere Kreuzungen sind, die sich in Blattfarbe, Erntezeitpunkt und Aromaprofil von Yabukita unterscheiden. Diese Sortenvielfalt erlaubt es den Betrieben in Miyazaki, je nach Höhenlage und Zielprodukt unterschiedliche Pflanzen einzusetzen.
Kamairicha: die Röst-Spezialität
Miyazakis Besonderheit ist Kamairicha, wörtlich 'in der Pfanne gerösteter Tee'. Anders als bei Sencha, wo frisch gepflückte Blätter gedämpft werden, werden sie bei Kamairicha direkt nach der Ernte etwa zehn Minuten lang bei rund 300 Grad Celsius in einer Pfanne geröstet, ein Arbeitsschritt, der in Japan Iriha-ki genannt wird. Dieser Schritt stoppt die Oxidation, ohne dass gedämpft wird, und ist deutlich arbeitsintensiver und manueller als die Dampfverarbeitung. Anschließend werden die Blätter in einem vierstufigen, weitgehend manuellen Verfahren gerollt und getrocknet. Die Produktionsmenge ist dadurch begrenzt, Miyazaki stellt aber die größte Kamairicha-Menge in ganz Japan her und gilt in Fachkreisen als die Region, die diese Verarbeitungsart am konsequentesten weiterführt.
Biologischer Anbau
Ein wiederkehrendes Merkmal der Miyazaki-Teewirtschaft ist die Ausrichtung auf biologische Anbaumethoden. Viele Teebauern der Region setzen auf organischen Dünger und verzichten auf synthetische Pflanzenschutz- und Unkrautbekämpfungsmittel. Dieser Schwerpunkt wird in mehreren unabhängigen Quellen zur Region als kennzeichnend für Miyazaki beschrieben und unterscheidet die Präfektur von manchen größeren, stärker industriell geprägten Anbaugebieten Japans. Zusammen mit der kleinteiligen Kamairicha-Herstellung ergibt sich daraus ein Bild von Miyazaki als Region, die eher auf Spezialisierung und Sorgfalt setzt als auf reine Mengenproduktion. Wer in Japan Tee als 'bio' verkaufen will, muss die staatliche JAS-Zertifizierung durchlaufen, benannt nach dem japanischen Agrarstandard Japanese Agricultural Standard. Diese wird vom Landwirtschaftsministerium MAFF über registrierte Prüfstellen vergeben und verlangt unter anderem eine mehrjährige Umstellungsphase ohne verbotene synthetische Mittel, dokumentierte Bodenpflege sowie eine unabhängige Vor-Ort-Kontrolle, bevor ein Miyazaki-Tee das JAS-Biosiegel tragen darf.
Miyazaki im Vergleich
Mit rund 3.800 Tonnen Tee pro Jahr und einem Anteil von etwa 5 Prozent an der gesamten japanischen Teeproduktion liegt Miyazaki auf Platz vier der Präfekturen, deutlich hinter den Spitzenreitern Shizuoka und Kagoshima, aber vor vielen kleineren Anbaugebieten. Kyushu als Ganzes erzeugt rund 36 Prozent der japanischen Teemenge, angeführt von der Nachbarpräfektur Kagoshima mit rund 19 Prozent. Innerhalb dieses Rahmens hat sich Miyazaki nicht über die reine Menge, sondern über die Kamairicha-Spezialisierung und den biologischen Anbau ein eigenes Profil erarbeitet, das sich klar von den Massenmärkten benachbarter Regionen abhebt. Wer nach 'Miyazaki-Tee' sucht, findet damit weniger eine einzelne große Dachmarke als ein Bündel kleinerer, spezialisierter Betriebe, die sich vor allem über Verarbeitungstechnik und Anbaumethode statt über reine Erntemenge voneinander unterscheiden.
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Miyazaki macht deutlich, wie stark sich Verarbeitungstechniken innerhalb Japans unterscheiden können, vom gedämpften Sencha bis zum pfannengerösteten Kamairicha. Für gemahlenes Matcha-Pulver zählt letztlich die Feinheit der Vermahlung und eine saubere Verarbeitung ohne Rückstände. Bei MATCHASHOCK bekommst du dein Bio-Matcha-Pulver in der 30-Gramm-Dose, jede Charge im Labor auf Rückstände geprüft, mit Bio-Kontrollstelle DE-ÖKO-006 und Kennzeichnung CN-BIO-141 auf der Dose. Versand innerhalb Deutschlands ist kostenlos und dauert ein bis zwei Werktage.
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