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Herzhaft

Matcha-Tempura-Teig

Für Matcha-Tempura-Teig rührst du Matcha-Pulver in einen klassischen Tempura-Teig aus eiskaltem Wasser, Mehl und etwas Reismehl oder Speisestärke ein. Entscheidend für das Ergebnis ist weniger der Matcha selbst als die Tempura-Technik dahinter: eiskaltes Wasser, ein nur kurz und grob verrührter Teig mit sichtbaren Mehlklümpchen sowie sofortiges Frittieren, direkt nachdem der Teig angerührt wurde. Wer diese drei Punkte beachtet, bekommt eine leichte, knusprige Panade mit grüner Farbe und dezenter Note, egal ob für Gemüse, Garnelen oder Tofu. Der folgende Ablauf zeigt Zutaten, Technik und Öltemperatur Schritt für Schritt, damit die Panade beim ersten Versuch gelingt.

Zutaten für etwa vier Portionen als Beilage

150 Gramm Weizenmehl, 25 Gramm Reismehl oder feine Speisestärke, ein Teelöffel Matcha-Pulver, eine Prise Salz, ein Eigelb sowie 200 Milliliter eiskaltes Wasser, am besten mit ein paar Eiswürfeln direkt darin. Dazu Gemüse deiner Wahl, etwa Süßkartoffel in dünnen Scheiben, Auberginenstreifen, Frühlingszwiebeln oder Brokkoliröschen, sowie neutrales Pflanzenöl zum Frittieren, etwa einen Liter je nach Topfgröße. Bereite alle festen Zutaten und das Gemüse vollständig vor, bevor du den Teig anrührst.

Warum das Wasser eiskalt sein muss

Kaltes Wasser verlangsamt die Bildung von Gluten im Mehl deutlich. Gluten ist ein Proteinnetzwerk, das entsteht, sobald Wasser mit den Proteinen im Weizenmehl in Kontakt kommt, und je mehr sich davon bildet, desto zäher und dichter wird ein Teig, was bei Brot erwünscht ist, bei Tempura aber genau das Gegenteil des Ziels ist. Professionelle Küchen kühlen dafür nicht nur das Wasser auf 4 bis 6 Grad, sondern legen teils sogar das Mehl vor der Verarbeitung kurz in den Gefrierschrank. Für den Hausgebrauch reicht eiskaltes Wasser mit ein paar Eiswürfeln direkt im Teig völlig aus.

Warum wenig rühren wichtiger ist als glatt rühren

Anders als bei Pfannkuchen- oder Bierteig ist bei Tempura-Teig ein möglichst kurzes Verrühren gewollt. Sichtbare Mehlklümpchen im fertigen Teig sind kein Fehler, sondern ausdrücklich erwünscht, denn ein glattgerührter Teig entwickelt bereits zu viel Gluten und wird beim Frittieren zäh statt knusprig. Rühre den Teig deshalb nur drei- bis fünfmal mit Stäbchen oder einer Gabel durch, bis die trockenen und feuchten Zutaten gerade eben verbunden sind, und höre auf, sobald noch deutliche Klumpen zu sehen sind.

Warum ein Anteil Reismehl den Unterschied macht

Reismehl oder feine Speisestärke enthält kein Gluten und macht den Teig dadurch von Natur aus leichter und knuspriger als reines Weizenmehl. Ein bewährtes Verhältnis liegt bei etwa 85 Prozent Weizenmehl zu 15 Prozent Reismehl oder Speisestärke, was dem Teig genug Struktur zum Binden gibt, ohne ihn brotig werden zu lassen. Fehlt dir Reismehl, funktioniert das Rezept auch mit reinem Weizenmehl, das Ergebnis wird dann aber etwas dichter und weniger filigran in der Kruste.

Wo der Matcha in den Teig kommt

Sieb den Matcha zusammen mit Mehl, Reismehl und Salz in eine Schüssel, damit sich das Pulver gleichmäßig verteilt und keine dunkelgrünen Klümpchen im fertigen Teig zurückbleiben. Verquirle Eigelb und eiskaltes Wasser getrennt und gieße die Flüssigkeit erst danach zu den trockenen Zutaten. Ein Teelöffel Matcha auf die angegebene Menge ergibt eine deutlich grüne Panade mit einer leicht herben Note, die sich gut mit neutralem Gemüse wie Süßkartoffel oder Auberginen verträgt. Wer die Farbe kräftiger möchte, kann auf eineinhalb Teelöffel erhöhen.

Zubereitung Schritt für Schritt

Erhitze zuerst das Öl auf 170 bis 180 Grad, während das Gemüse bereits geschnitten und trockengetupft bereitsteht. Rühre erst jetzt den Teig an, wie oben beschrieben, kurz und grob. Tauche die Gemüsestücke einzeln in den Teig, lass überschüssigen Teig kurz abtropfen und gib sie vorsichtig ins heiße Öl. Frittiere in kleinen Portionen, damit die Öltemperatur nicht zu stark abfällt, und wende die Stücke einmal, sobald die Unterseite goldgrün ist. Nach zwei bis drei Minuten sind dünne Gemüsescheiben fertig, dickere Stücke brauchen etwas länger.

Öltemperatur halten und richtig frittieren

Der entscheidende Punkt bei Tempura ist der Temperaturkontrast: Der Teig muss eiskalt sein, wenn er ins heiße Öl trifft, damit beim Kontakt kleine Dampfblasen entstehen, die die Hülle besonders leicht und knusprig machen. Gib deshalb nie zu viele Stücke auf einmal ins Öl, da jedes Stück die Temperatur kurzzeitig senkt und die Kruste sonst ungleichmäßig ausfällt. Mit einem Küchenthermometer lässt sich die Temperatur zwischen den Portionen zuverlässig wieder auf 170 bis 180 Grad bringen, bevor die nächste Ladung ins Öl kommt.

Welches Gemüse sich besonders eignet

Süßkartoffel in dünnen Scheiben, Auberginenstreifen, Zucchinischeiben, Brokkoliröschen, Frühlingszwiebeln und Pilze wie Shiitake nehmen die grüne Panade gut an und behalten beim Frittieren eine angenehme Konsistenz. Wasserreiches Gemüse wie Zucchini solltest du vor dem Panieren kurz trockentupfen, damit der Teig besser haftet. Wurzelgemüse wie Süßkartoffel schneidest du am besten sehr dünn, damit es in der kurzen Frittierzeit durchgart, ohne dass die Panade bereits zu dunkel wird.

Typische Fehler beim Tempura-Teig

Ein zäher statt knuspriger Teig entsteht fast immer durch zu langes oder zu kräftiges Rühren, durch zu warmes Wasser oder dadurch, dass der Teig zu lange vor dem Frittieren stehen blieb. Schon nach zehn bis 15 Minuten beginnt sich Gluten zu bilden und die Panade verliert ihre Leichtigkeit, weshalb der Teig immer erst unmittelbar vor dem Frittieren angerührt werden sollte. Fällt die Panade beim Frittieren stellenweise ab, war entweder das Gemüse noch feucht oder es wurde nicht ausreichend im Teig gewendet.

Warum die Panade mit Matcha schneller nachdunkelt

Ein reiner Tempura-Teig bleibt beim Frittieren eher blassgelb, während ein Teig mit Matcha schon durch das Pulver selbst eine kräftige grüne Farbe mitbringt, die sich beim Frittieren zusätzlich vertieft. Das kann dazu führen, dass die Panade dunkler aussieht, als sie tatsächlich gegart ist, weshalb sich die Farbe allein nicht als Garzeichen eignet. Verlasse dich stattdessen auf die Zeit und darauf, wie fest sich die Panade beim leichten Andrücken mit der Schaumkelle anfühlt. Eine zu dunkle, fast bräunliche Panade deutet eher auf zu heißes Öl oder eine zu lange Frittierzeit hin als auf den Matcha selbst.

Kleine Variationen der Panade

Wer der Panade zusätzliche Textur geben möchte, kann einen Esslöffel weißen oder schwarzen Sesam in den fertig angerührten Teig einstreuen, bevor das Gemüse eingetaucht wird. Auch eine kleine Menge fein geriebener Ingwer im Teig passt gut zur grasigen Matcha-Note und harmoniert mit dem Sojasauce-Dip. Verzichte dabei auf zusätzliches Rühren, um die Panade weiter zu würzen, sondern streue solche Zutaten erst kurz vor dem ersten Eintauchen ein, damit der Teig insgesamt so wenig wie möglich bearbeitet wird.

Mengen anpassen, ohne Teig übrig zu behalten

Da Tempura-Teig unmittelbar nach dem Anrühren verarbeitet werden sollte, lohnt es sich, die Menge vorher realistisch auf die geplante Gemüsemenge abzustimmen, statt am Ende Teig wegwerfen zu müssen. Als Faustregel reichen die angegebenen Mengen für etwa 400 bis 500 Gramm geschnittenes Gemüse. Brauchst du mehr, rührst du besser eine zweite, frische Portion an, statt die erste Menge einfach zu verdoppeln und länger stehen zu lassen, denn auch eine größere Menge Teig entwickelt in derselben Zeit genauso viel Gluten wie eine kleine.

Servieren

Matcha-Tempura schmeckt am besten sofort nach dem Frittieren, solange die Panade noch knusprig ist, mit einem einfachen Dip aus Sojasauce, etwas Reisessig und geriebenem Ingwer. Als Beilage passt Reis oder ein einfacher Gurkensalat. Aufgewärmtes Tempura verliert seine Knusprigkeit deutlich, lässt sich aber im Ofen bei starker Hitze für wenige Minuten noch einigermaßen auffrischen, während die Mikrowelle die Panade weich und labbrig macht.

Welches Pulver sich für die Panade eignet

Für Tempura-Teig muss es kein besonders feines, zeremonielles Pulver sein, da die Panade beim Frittieren ohnehin kräftig gewürzt und mit dem Sojasauce-Dip serviert wird, wodurch feine Nuancen im Geschmack kaum zur Geltung kommen. Ein reines, fein gemahlenes Bio-Matcha-Pulver reicht für dieses Rezept aus. Unsere 30-Gramm-Dose liefert bei einem Teelöffel je Portion Teig genug Pulver für mehrere Tempura-Abende, sodass sich auch das Verhältnis von Menge zu Farbe und Note in Ruhe an den eigenen Geschmack anpassen lässt.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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