Grundlagen
Matcha und Schwangerschaft – die Koffein-Zahlen der EFSA im Überblick
Vorweg in aller Klarheit: Dieser Artikel gibt ausschließlich veröffentlichte Zahlen wieder – mehr nicht. Er spricht keine Empfehlung aus und ersetzt keine medizinische Beratung. Ob und wie viel Koffein in Schwangerschaft oder Stillzeit für dich passt, klärst du mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme.
Der EFSA-Wert für Schwangere: 200 mg Koffein pro Tag
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Koffein 2015 umfassend bewertet und führt die Ergebnisse auf ihrer Themenseite. Für Schwangere nennt sie eine über den gesamten Tag verteilte Koffeinaufnahme aus allen Quellen von bis zu 200 mg pro Tag; die Behörde hat diesen Wert mit Blick auf den Fötus festgelegt. Für stillende Frauen führt die Themenseite denselben Rahmen von 200 mg pro Tag auf. Zum Vergleich: Für die übrige erwachsene Bevölkerung nennt die EFSA 400 mg pro Tag – der Wert für die Schwangerschaft ist also genau halbiert. Wichtig ist der Status dieser Zahl: Sie ist eine behördliche Orientierungsmarke aus einer wissenschaftlichen Bewertung, keine individuelle Freigabe und keine Verbotsgrenze. Sie sagt nichts über deinen konkreten Verlauf, deine Lebensumstände oder die weiteren Punkte, die in deine persönliche Abwägung gehören. Dieser Artikel gibt deshalb ausschließlich die veröffentlichten Werte wieder und legt ihre Quellen offen – die Einordnung für deinen Einzelfall trifft er ausdrücklich nicht.
Was eine Schale Matcha rechnerisch enthält
Wie viel Koffein tatsächlich in deiner Schale landet, hängt am Pulver. Je nach Ernte, Blattalter und Anbau schwankt der Gehalt erheblich; üblich sind Angaben von etwa 18,9 bis 44,4 mg je Gramm. Auf die gängigen Portionsgrößen umgerechnet bedeutet das: Eine kleine Portion aus 1 g Pulver bringt rund 19 bis 44 mg mit, die klassische Schale aus 2 g rund 38 bis 89 mg. Selbst der obere Wert der 2-g-Schale bleibt damit rechnerisch unter der 200-mg-Marke, füllt aber bereits knapp die Hälfte des Tagesrahmens für Schwangere aus. Zwei Dinge machen diese Rechnung unscharf. Erstens steht der konkrete Gehalt deines Pulvers auf keiner Verpackung – zwischen zwei Dosen kann mehr als das Doppelte liegen, ohne dass du es siehst oder schmeckst. Zweitens misst im Alltag kaum jemand mit der Waage: Ein gestrichener Teelöffel entspricht ungefähr 2 g, ein gehäufter schnell deutlich mehr. Nimm die Spannen deshalb als groben Rechenrahmen, nicht als exakte Auskunft über deine Tasse – und schon gar nicht als Freigabe.
Alle Quellen zählen zusammen
Der 200-mg-Wert der EFSA gilt ausdrücklich für die Aufnahme aus allen Quellen. Koffein steckt nicht nur in Kaffee, Schwarztee, Grüntee und Matcha, sondern auch in Cola, Energydrinks, Kakao und Schokolade. Wer rechnen will, muss also den kompletten Tag zusammenzählen: Ein einziger Becher Filterkaffee kann bereits 40 bis 120 mg beitragen, dazu kommt jedes weitere koffeinhaltige Getränk und auch dunkle Schokolade. Zwei Getränke können den Tagesrahmen für Schwangere rechnerisch bereits ausfüllen – oder deutlich darunter bleiben, je nachdem, was genau in der Tasse war. Genau wegen dieser Unschärfen hilft nur Aufschreiben statt Schätzen. Praktischer Vorschlag: Notiere dir einen typischen Tag mit allen koffeinhaltigen Getränken und Lebensmitteln – vom Morgenkaffee über die Cola zum Essen bis zum Stück Schokolade am Abend. Diese kurze Liste macht aus einer vagen Bauchfrage eine konkrete Rechnung und ist die beste Grundlage für jedes Gespräch über das Thema.
Koffein in anderen Lebensmitteln – die Beispielwerte der EFSA
Damit die 200-mg-Marke greifbar wird, helfen die typischen Portionswerte, die die EFSA in ihrer Bewertung als Beispielgrößen verwendet. Ein Espresso mit rund 60 ml wird dort mit etwa 80 mg Koffein angesetzt, eine Tasse Filterkaffee mit rund 200 ml mit etwa 90 mg. Eine Tasse schwarzer Tee mit rund 220 ml liegt bei etwa 50 mg, eine Standarddose Cola mit 355 ml bei etwa 40 mg und eine 250-ml-Dose Energydrink bei etwa 80 mg. Auch feste Lebensmittel zählen mit: Eine 50-g-Portion Zartbitterschokolade bringt etwa 25 mg, dieselbe Menge Milchschokolade etwa 10 mg. Vor diesem Hintergrund sortiert sich die Matcha-Schale ein: Mit rechnerisch 38 bis 89 mg je 2-g-Portion liegt sie zwischen Cola-Dose und Filterkaffee. Sichtbar wird vor allem eines – wie schnell sich der Tagesrahmen aus mehreren kleinen Posten zusammensetzt, wenn Kaffee am Morgen, Cola am Mittag und Schokolade am Nachmittag zusammenkommen. Genau diese Posten geraten im Alltag am leichtesten in Vergessenheit – die Schokolade nach dem Essen genauso wie der Schluck Cola zwischendurch.
Transparenz beim Pulver – fürs Gespräch, nicht als Freigabe
Unabhängig von der Koffeinfrage kannst du zu jedem Pulver nachprüfbare Angaben einfordern: das Ursprungsland, den Bio-Status, vorliegende Laboranalysen. Der MATCHASHOCK Bio-Matcha ist Bio nach EU-Öko-Verordnung, ohne Zusätze und laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide; solche Unterlagen kannst du dir von jedem Anbieter zeigen lassen. Ausdrücklich festgehalten: Damit ist keine Aussage darüber verbunden, ob oder in welcher Menge Matcha in deiner Schwangerschaft oder Stillzeit für dich in Frage kommt. Ein Artikel kann veröffentlichte Zahlen sortieren und die Quellen dazu nennen – die Einordnung für deinen konkreten Fall kann und soll er dir nicht aus der Hand nehmen. Deshalb zum Schluss der einzige Rat, den dieser Text sich erlaubt: Nimm die EFSA-Werte, deine Getränkeliste und alle offenen Fragen mit in die Vorsorge und besprich sie dort mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme. Genau dafür ist die Vorsorge da, und genau dorthin gehört diese Entscheidung.
Wie du den Koffeingehalt deines eigenen Pulvers herausfindest
Alle Rechnungen in diesem Artikel hängen an einer Zahl, die von Dose zu Dose verschieden ist: dem Koffeingehalt je Gramm. Stiftung Warentest hat im April 2026 zwölf Matcha-Erzeugnisse untersucht und Werte zwischen 15,5 und 20 Milligramm je Gramm gemessen. Das ist ein Unterschied von rund einem Drittel zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Wert – bei zwei Schalen am Tag macht das rechnerisch bereits eine spürbare Differenz aus. Wer genauer rechnen will, hat zwei Wege. Der erste führt über den Prüfbericht der Charge: Viele Anbieter legen für jede Abfüllung ein Analysezertifikat vor, in dem der Koffeingehalt neben den Werten für Rückstände und Schwermetalle steht. Der zweite Weg ist die Nachfrage beim Anbieter unter Angabe der Chargennummer, die auf Dose oder Boden aufgedruckt ist. Was nicht weiterhilft, sind pauschale Zahlen aus Suchmaschinen: Sie beziehen sich mal auf ein Gramm, mal auf eine Schale, mal auf eine großzügig gefüllte Tasse, und sie stammen fast nie aus einer Messung an dem Pulver, das gerade in der eigenen Küche steht. Wer die eigene Zahl kennt, kann jede Rechnung dieses Artikels mit dem eigenen Wert statt mit einer Spanne durchführen. Wie ein solcher Prüfbericht Zeile für Zeile zu lesen ist, erklärt der Wissensartikel „Analysezertifikat für Matcha lesen: Zeile für Zeile erklärt“.
Quellen
- EFSA – Themenseite Koffein (200 mg pro Tag für Schwangere) ↗
- Wikipedia – Koffein (EFSA-Werte, Gehalte in Getränken) ↗
- Wikipedia – Matcha (Koffeingehalt je Gramm Pulver) ↗
- BfR – Fragen und Antworten zu Koffein (5. Januar 2026): bis 200 Milligramm als Einzeldosis und 400 Milligramm über den Tag gelten für gesunde Erwachsene als unbedenklich, für Schwangere und Stillende 200 Milligramm am Tag ↗
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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