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Kulinarik

Wie Matcha die klassische Pariser Konditorei erreicht hat

Matcha war in Paris lange vor allem in japanischen Teestuben zu finden. 2026 ist die gruene Note in klassischen franzoesischen Patisserien angekommen, von Financiers ueber Cheesecakes bis zu Croissants. Wir zeigen, welche Adressen die Entwicklung praegen und wie Matcha dort mit franzoesischer Backtradition zusammentrifft.

Vom Teehaus in die klassische Patisserie

Bis vor wenigen Jahren war Matcha in Paris vor allem ein Thema fuer spezialisierte japanische Teehaeuser und Cafes, die sich gezielt an eine kleinere, an japanischer Kultur interessierte Kundschaft richteten. Inzwischen zeigen auch traditionelle franzoesische Patisserien Matcha-Gebaeck in den Vitrinen, von Keksen ueber Financiers bis zu Tartes und Cheesecakes. Die Kombination aus japanischem Grundstoff und franzoesischer Backtechnik gilt 2026 als eigener kleiner Trend innerhalb der Pariser Dessertszene, der ueber reine Matcha-Spezialadressen hinausgeht und zunehmend im Alltag der Pariser Backkultur ankommt.

Sadaharu Aoki und der Matcha-Croissant

Der Patissier Sadaharu Aoki hat sich seit Jahren einen Namen damit gemacht, japanische Zutaten in franzoesische Gebaeckformen zu uebersetzen, ohne dabei die klassische Handwerkstechnik der franzoesischen Patisserie aufzugeben. Sein Matcha-Croissant gilt als eines der bekannteren Beispiele dieser Verbindung und wird von vielen als gelungenes Beispiel dafuer genannt, wie sich beide Kuechen treffen koennen. Das Konzept zeigt, wie ein Grundstoff wie Matcha in ein Gebaeck integriert wird, das in Frankreich eigentlich fuer Butter und einfache Zutaten steht, ohne dass die Grundform des Croissants oder seine typische Blaetterteig-Struktur dabei verloren geht.

Shodai Matcha und die Mille Crepes

Im dritten Arrondissement hat sich Shodai Matcha auf Matcha-Desserts spezialisiert und positioniert sich klar als eigenstaendiges Matcha-Konzept statt als klassische Patisserie. Zum Angebot gehoeren unter anderem hausgemachte Taro-Tapiokas, gerollte Pfannkuchen mit Matcha und roten Bohnen sowie eine mehrschichtige Mille-Crepes-Torte mit Matcha, bei der zahlreiche duenne Crepe-Schichten mit Matcha-Creme gestapelt werden. Der Laden zeigt, wie ein auf Matcha spezialisiertes Cafe eigene Kreationen entwickelt, die sich klar von einer klassischen franzoesischen Patisserie unterscheiden, aber im selben Stadtteil nebeneinander bestehen und sich gegenseitig eher ergaenzen als konkurrieren.

Patisserie Tomo und die franco-japanische Linie

Im zweiten Arrondissement bietet die Patisserie Tomo eine Reihe franco-japanischer Gebaecke an, darunter Dorayaki, gefuellte Mille-Feuilles und einen Matcha-Latte, die zusammen ein durchgaengiges Konzept ergeben statt einzelner Trendprodukte. Solche Adressen positionieren sich bewusst zwischen den beiden Kuechen und nutzen Matcha nicht als einzelnes Trendprodukt, sondern als durchgaengiges Element ihres Sortiments, von herzhaften bis suessen Kreationen, sodass Gaeste ueber ein ganzes Menue hinweg eine konsistente franco-japanische Handschrift erleben.

Warum Matcha optisch und geschmacklich auffaellt

Matcha bringt in ein Gebaeck eine kraeftige gruene Farbe, die in einer Vitrine sofort auffaellt und sich von klassischen Pariser Desserts wie Eclairs oder Macarons in gedeckteren Farben deutlich abhebt. Geschmacklich wird die Note meist als leicht herb und pflanzlich beschrieben, was sich gut mit suessen Elementen wie weisser Schokolade, Himbeere oder schwarzem Sesam kombinieren laesst und einen Kontrast zwischen Bitterkeit und Suesse erzeugt. Diese Kombination aus auffaelliger Farbe und ausgleichender Suesse macht Matcha-Gebaeck fuer Patissiers interessant, die ihre Auslage optisch abwechslungsreich gestalten und sich von der Konkurrenz abheben wollen.

Weitere Adressen fuer Matcha-Fans in Paris

Neben den genannten Haeusern gibt es in Paris eine wachsende Zahl an spezialisierten Matcha-Cafes, darunter Umami Matcha Cafe, Matcha Social Club, Toraya und Jugetsudo. Toraya und Jugetsudo folgen dabei eher der Linie klassischer japanischer Teehaeuser mit Wagashi und Matcha-Schale und legen Wert auf eine ruhige, traditionelle Atmosphaere, waehrend juengere Adressen wie Umami Matcha Cafe staerker auf Matcha-Latte, Snacks und Wochenend-Brunch setzen und damit ein juengeres, staedtisches Publikum ansprechen. Zusammen zeigen sie, wie breit das Angebot inzwischen gefaechert ist, von traditionell bis dezidiert modern.

Was die Entwicklung fuer Reisende bedeutet

Wer Paris besucht und sich fuer Matcha interessiert, muss inzwischen nicht mehr gezielt ein japanisches Teehaus suchen, um Matcha-Gebaeck zu finden. Auch klassische Patisserien und Baeckereien fuehren zunehmend eigene Matcha-Kreationen im Sortiment, teils als saisonale Ergaenzung, teils als festen Bestandteil der Karte. Fuer Reisende bedeutet das mehr Auswahl und mehr spontane Entdeckungsmoeglichkeiten, aber auch mehr Unterschiede in der Qualitaet des verwendeten Matcha, da nicht jede Adresse ihre Herkunft und die verwendete Matcha-Qualitaet offenlegt.

Matcha-Getraenke als zweite Saeule neben dem Gebaeck

Neben den Desserts hat sich in Paris parallel eine eigene Szene fuer Matcha-Getraenke entwickelt, von klassischen heissen Zubereitungen im Teehaus-Stil bis zu Matcha-Lattes nach westlichem Vorbild mit Milchschaum und Sirup. Diese beiden Bereiche, Gebaeck und Getraenk, entwickeln sich in der Stadt zunehmend gemeinsam: Adressen, die fuer ihre Matcha-Desserts bekannt sind, bieten meist auch eine eigene Matcha-Getraenkekarte an, waehrend reine Getraenke-Cafes zunehmend auch kleine Gebaeckstuecke dazu anbieten. Fuer Besucherinnen und Besucher lohnt sich deshalb ein Blick auf beide Angebote gleichzeitig, statt sich von vornherein auf eine der beiden Kategorien festzulegen, da viele Adressen inzwischen ein durchgaengiges Matcha-Erlebnis von der Tasse bis zum Teller anbieten.

Warum Paris fuer diesen Trend ein besonderer Boden ist

Paris gilt weltweit als eine der Staedte mit der staerksten Patisserie-Tradition, in der neue Zutaten traditionell ueber die etablierten Haeuser Aufmerksamkeit bekommen, statt zuerst in Streetfood-Konzepten aufzutauchen. Wenn ein Grundstoff wie Matcha den Sprung von reinen Spezialadressen in die klassische Patisserie schafft, gilt das in der Branche als Zeichen dafuer, dass er sich als ernstzunehmende Zutat etabliert hat und nicht mehr nur als kurzlebiger Trend behandelt wird. Gleichzeitig bringt die Stadt mit ihrer grossen japanischen Community und einer langen Geschichte des Austauschs zwischen franzoesischer und japanischer Kueche gute Voraussetzungen mit, um Matcha nicht nur als Farbe, sondern auch geschmacklich ernsthaft in bestehende Rezepturen einzuarbeiten, statt ihn nur oberflaechlich als Dekoration zu verwenden.

Was das fuer die Qualitaet des verwendeten Matcha bedeutet

Je mehr Adressen Matcha in ihr Sortiment aufnehmen, desto groesser wird auch die Bandbreite an Qualitaetsstufen, die dabei zum Einsatz kommt. Fuer ein Gebaeck reicht oft ein einfacheres, staerker geroestetes Kochmatcha, waehrend fuer ein reines Getraenk in der Regel ein feineres Zeremonienmatcha bevorzugt wird, da sich Unterschiede in der Bitterkeit dort direkter bemerkbar machen. Wer beim Bummel durch Pariser Patisserien besonders auf die Herkunft des verwendeten Matcha achten moechte, findet diese Angabe nicht ueberall gleich deutlich ausgewiesen, weshalb sich ein kurzer Blick auf die Zutatenliste oder eine Nachfrage beim Personal lohnt, wenn einem die genaue Herkunft wichtig ist.

Ein Ausblick auf die weitere Entwicklung

Sollte sich der Trend 2026 weiter fortsetzen, ist damit zu rechnen, dass noch mehr klassische Pariser Adressen eigene Matcha-Kreationen ins Sortiment aufnehmen, aehnlich wie es zuvor bereits bei anderen importierten Zutaten wie Yuzu oder schwarzem Sesam geschehen ist. Diese Zutaten haben in Paris einen aehnlichen Weg genommen: erst als Nischenprodukt in spezialisierten Adressen, dann zunehmend als fester Bestandteil klassischer Patisserien. Fuer Matcha-Fans bedeutet das langfristig ein noch groesseres Angebot, aber auch die Notwendigkeit, weiterhin genau hinzuschauen, welche Adresse mit welcher Qualitaet arbeitet, statt sich allein auf die auffaellige gruene Farbe in der Vitrine zu verlassen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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