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Jugend & Social Media

Matcha im College-Vlog: die US-Campuskultur auf TikTok

Ein College-Vlog ist ein kurzes Video, in dem Studierende einen Ausschnitt ihres Unialltags zeigen, und in den USA taucht darin seit einigen Semestern immer wieder dasselbe grüne Getränk auf: Matcha. Ob als selbstgemachter Iced Matcha im Wohnheimzimmer, als Bestellung zwischen zwei Vorlesungen oder als kleiner Café-Test rund um den Campus, Matcha ist zu einem wiederkehrenden Motiv in der Videokultur amerikanischer Universitäten geworden. Dieser Artikel ordnet ein, was dahintersteckt, gestützt auf eine offizielle Universitätsseite und einen studentischen Blogbeitrag, beide selbst gelesen und mit Datum versehen.

Was ein College-Vlog überhaupt ist

Der Begriff College-Vlog beschreibt ein Videoformat, in dem Studierende einen Tag oder eine Szene aus ihrem Unialltag filmen und mit kurzen Schnitten zusammensetzen: der Weg zur Vorlesung, die Bibliothek, das Mittagessen, der Abend im Zimmer. Das Format ist nicht neu, es stammt aus der klassischen Vlog-Kultur von YouTube und hat sich über die Jahre in kürzere Formate auf anderen Plattformen verlagert. Neu ist, welche Requisiten darin immer wieder auftauchen. Neben Laptop, Kaffeebecher und Kopfhörern gehört inzwischen häufig ein Becher mit grünem Getränk dazu, meist ein Iced Matcha aus einem Café in Campusnähe oder selbst gerührt im Zimmer. Das Getränk wird dabei nicht erklärt oder beworben, es ist einfach Teil der gezeigten Routine, so wie andere Alltagsgegenstände auch.

Ein dokumentiertes Beispiel: die Matcha-Suche in Harvard Square

Wie genau ein solcher Beitrag aussehen kann, zeigt ein Beispiel, das die offizielle Studierendenseite des Harvard College veröffentlicht hat. Eine Studentin des Jahrgangs 2027 beschreibt darin, wie sie systematisch acht Cafés rund um Harvard Square getestet hat, immer mit derselben Bestellung: ein kleiner Iced Matcha mit fettarmer Milch, Vanille und einem kalorienarmen Süßungsmittel. Sie vergibt Punkte von eins bis zehn und listet die Preise der einzelnen Läden auf, von rund vier Dollar bis über sieben Dollar. Der Beitrag ist auf college.harvard.edu vom 26. Juni 2025 dokumentiert und zeigt, wie aus einem einfachen Getränk ein kleines, selbst gewähltes Recherche- und Bewertungsprojekt wird. Wichtig dabei: Es handelt sich um die persönliche Einschätzung einer einzelnen Studentin zu einzelnen Cafés, keine allgemeingültige Rangliste und keine Aussage über die Qualität von Matcha an sich. Der Preisvergleich selbst ist unabhängig von der Bewertung aufschlussreich: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Café liegt fast eine Verdopplung für vergleichbare Bestellgrößen. Wer über ein Semester hinweg mehrfach pro Woche ein Café ansteuert, kommt bei den teureren Anbietern schnell auf einen dreistelligen Betrag im Monat, ein Grund, warum parallel dazu auch die günstigere Wohnheim-Variante mit eigenem Pulver so verbreitet ist.

Das Ritual im Wohnheim: Matcha ohne Café

Nicht jede und jeder hat ein Café um die Ecke oder das Geld dafür jeden Tag. Deshalb gehört zur College-Kultur rund um Matcha auch die Variante zum Selbermachen im Zimmer. Ein studentischer Beitrag auf hercampus.com, der Plattform für Studierendenblogs, beschreibt ein einfaches Wohnheim-Rezept: Eis und Wasser zu etwa zwei Dritteln in eine Trinkflasche mit 16 bis 20 Unzen Fassungsvermögen füllen, einen Teelöffel Matcha-Pulver dazugeben, eine Minute kräftig schütteln, bis das Wasser dunkelgrün ist, danach nach Geschmack Pflanzenmilch dazugeben. Kein Schneebesen, keine Schale, kein Sieb, nur eine Flasche mit Deckel. Genau diese Einfachheit macht das Format anschlussfähig für kurze Videos: Die ganze Zubereitung passt in wenige Sekunden.

Warum ausgerechnet Matcha zum Vlog-Motiv wird

Ein Grund liegt schlicht in der Farbe. Kräftiges Grün hebt sich in einem Videoraster ab, das sonst von Beige-, Braun- und Grautönen dominiert wird, ähnlich wie es Artikel zur „Matcha Aesthetic: das Grün im Bild kommt aus der Dose“ beschreiben. Ein zweiter Grund ist die Zubereitung selbst: Schütteln, Eis, ein Farbwechsel im Glas, das lässt sich in kurzen Clips zeigen, ohne dass viel erklärt werden muss. Ein dritter Grund ist die geteilte Erfahrung: Wer selbst Student oder Studentin ist, kennt die Situation zwischen zwei Vorlesungen, das Getränk erscheint dadurch vertraut statt fremd. Keiner dieser Gründe hat mit einer Eigenschaft des Getränks selbst zu tun, es geht um Bild, Ablauf und Wiedererkennung.

Von der Kamera zurück in die eigene Küche

Wer das Ritual unabhängig von Social Media nachmachen möchte, braucht dafür keine besondere Ausrüstung. Eine Trinkflasche mit Deckel reicht für die schnelle Variante aus dem Wohnheim-Rezept, wer es etwas sorgfältiger mag, findet die Grundlagen zur kalten Zubereitung im Artikel „Matcha kalt zubereiten: Cold Matcha, Shaker und Cold Brew„. Für unterwegs zwischen Vorlesungen oder ins Büro lohnt ein Blick in „Matcha to go: So nimmst du deinen Matcha mit ins Büro“, dort geht es um passende Gefäße und Timing. Wichtig ist in jedem Fall gutes Pulver, denn nur damit löst sich die Farbe klar auf und es bleiben keine Klümpchen zurück, dazu mehr in „Matcha kaufen: worauf achten? Die Checkliste mit 7 Prüfpunkten“.

Was ein Trendvideo nicht beweist

Ein virales Video oder ein studentischer Blogbeitrag beweist nichts über das Getränk selbst, das ist auch nicht die Aussage dieses Artikels. Beide hier zitierten Quellen beschreiben eine Vorliebe und eine Zubereitung, keine Eigenschaft des Getränks. Wer sich für Matcha interessiert, sollte Qualität, Herkunft und Zusammensetzung genauso prüfen wie bei jedem anderen Lebensmittel auch, unabhängig davon, wie oft ein Getränk gerade in Videos zu sehen ist. Ein Trend sagt etwas über Sichtbarkeit aus, nichts über Inhaltsstoffe oder Herstellung. Wer das Harvard-Prinzip auf die eigene Stadt übertragen möchte, braucht dafür kein Studium und keine Kamera: Eine einfache Tabelle mit Café-Name, Preis, verwendeter Milch und einer eigenen Punktzahl reicht aus, um über einige Wochen hinweg einen Überblick zu bekommen, welches Café das für die eigenen Ansprüche passende Getränk anbietet. Wichtig dabei bleibt, es bei einer persönlichen Notiz zu belassen, nicht bei einer veröffentlichten Bewertung, die ein Café namentlich schlechter dastehen lässt, als es die eigene Meinung eigentlich hergibt.

Andere Kurzvideo-Formate mit demselben Motiv

Neben klassischen College-Vlogs mit mehreren Minuten Länge kursieren auf Kurzvideo-Plattformen auch deutlich knappere Formate, in denen nur die Zubereitung selbst gezeigt wird, meist ohne Kommentar, nur mit Musik unterlegt. Auch hier bleibt die eigentliche Handlung dieselbe wie im Wohnheim-Rezept: Pulver, heißes oder kaltes Wasser, Schütteln oder Aufschlagen, fertig. Der Unterschied zum längeren Vlog liegt allein im Kontext, im Kurzformat steht die Zubereitung selbst im Mittelpunkt, im Vlog ist sie nur eine Szene unter vielen aus dem Tagesablauf.

Der Unterschied zwischen Wohnheim-Rezept und Café-Bestellung

Im Café bestimmt meist eine feste Rezeptur aus der Karte, wie viel Matcha, Milch und Süße in einem Iced Matcha stecken, mit wenig Spielraum für individuelle Anpassung. Im Wohnheim liegt das Verhältnis dagegen vollständig in der eigenen Hand: Wer mehr Pulver, weniger Milch oder eine andere Pflanzenmilch bevorzugt, kann das beim Selbermachen frei anpassen, ohne dafür einen Sonderwunsch an der Theke aufgeben zu müssen. Diese Kontrolle über die eigene Rezeptur ist neben dem Preis der zweite Grund, warum das Wohnheim-Rezept in der studentischen Content-Kultur so häufig gezeigt wird, es lässt sich leicht individualisieren und trotzdem in wenigen Sekunden erklären.

Was in solchen Videos meist fehlt

Auffällig ist, dass weder das Harvard-Beispiel noch der Wohnheim-Beitrag Angaben zur Herkunft oder Qualitätsstufe des verwendeten Matcha-Pulvers machen, im Mittelpunkt stehen Geschmack, Optik und Preis der fertigen Getränke, nicht die Herkunft des Rohstoffs. Das ist typisch für Content, der für ein kurzes Format entsteht, Details zu Anbaugebiet, Ernte oder Zertifizierung passen selten in wenige Sekunden Video. Wer sich dafür interessiert, findet ausführlichere Einordnung unabhängig von einzelnen Videos, etwa in „Bio-Matcha erkennen: Siegel, Codes und Laborwerte im Blick“.

Wo MATCHASHOCK in dieses Bild passt

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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