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Wo Singapurs Matcha-Fans hingehen
Singapur hat eine der am längsten gewachsenen Matcha-Szenen Südostasiens, mit Adressen, die teils seit 2015 bestehen. Von Somerset über Raffles Place bis Joo Chiat haben sich Cafés mit sehr unterschiedlichen Konzepten etabliert. Der Überblick zeigt dir, welche Adressen für Singapurs Matcha-Kultur stehen.
Wie sich die Szene entwickelt hat
Singapurs Matcha-Szene reicht weiter zurück als die vieler Nachbarstädte. Bereits 2015 haben Adressen wie Hvala und Matchaya begonnen, sich gezielt auf Matcha zu spezialisieren, lange bevor das Getränk international zum Trend wurde. Diese frühe Entwicklung zeigt sich heute in einer Szene mit mehreren Reifegraden nebeneinander: etablierte Pioniere mit eigenem Import, jüngere Ketten aus Japan wie Tsujiri mit Wurzeln bis 1860, und neue, kreativ ausgerichtete Cafés, die mit ungewöhnlichen Geschmackskombinationen arbeiten. Medien wie Harper's Bazaar Singapore und Eatbook veröffentlichen regelmäßig aktualisierte Ranglisten, was zeigt, wie dynamisch sich das Angebot weiterentwickelt.
Hvala mit eigenem Import aus Kyoto
Hvala zählt zu den am häufigsten genannten Adressen der Stadt. Das 2015 gegründete Unternehmen importiert und produziert eigene Matcha- und Hojicha-Pulver direkt aus Teeplantagen bei Kyoto und schlägt jede Portion frisch vor den Augen der Gäste auf. Filialen gibt es unter anderem in Somerset, in den Odeon Towers und in der Takashimaya. Rezensionen beschreiben den Geschmack als ausgewogen, mit einer leichten Umami-Note und feinen floralen Anklängen. Für alle, die eine Adresse mit langjähriger, eigener Beschaffungskette suchen, gilt Hvala als naheliegender erster Anlaufpunkt in der Stadt. Die drei genannten Filialen liegen jeweils in stark frequentierten Einkaufsvierteln, was Besuche gut mit anderen Erledigungen in der Innenstadt verbinden lässt, ohne dass ein eigener Ausflug in ein Wohnviertel nötig ist.
Kyo Kohee und Kurasu
In Raffles Place hat sich Kyo Kohee etabliert, ein japanisch inspiriertes Café, das drei Sorten zeremoniellen Matcha anbietet: Asahi, Tenmyo und Okumidori. Bekannt ist zudem der Mahou Latte, eine Mischung aus Matcha, Hojicha und Milch. In der Waterloo Street findet sich mit Kurasu ein aus Kyoto stammendes Fachcafé mit reduziertem Interieur, dessen Miyabi Matcha Latte für seine ausgewogene Süße bekannt ist, ohne die grüne Grundnote zu verdecken. Beide Adressen zeigen, wie unterschiedlich Herkunft und Zubereitung selbst innerhalb weniger Straßenzüge ausfallen können. Kyo Kohee liegt inmitten des Geschäftsviertels Raffles Place und wird deshalb vor allem mittags und nach Feierabend von Berufstätigen besucht, während Kurasu in der ruhigeren Waterloo Street eher zum längeren Verweilen einlädt.
Matchaya und Tsujiri
Matchaya gilt als einer der Pioniere der Stadt und ist vor allem für sein Uji-Softeis bekannt. Tsujiri wiederum bringt eine deutlich längere Geschichte mit: Das Unternehmen wurde 1860 in Uji bei Kyoto gegründet und betreibt heute unter anderem eine Filiale in der Holland Village mit Parfaits im Premiumsegment. Für alle, die eine historisch verankerte Adresse mit direktem Bezug zur japanischen Teetradition suchen, ist Tsujiri eine der am längsten etablierten Marken überhaupt im Matcha-Bereich. Während Matchaya in Singapur vor allem über sein Softeis bekannt wurde, positioniert sich Tsujiri stärker über die Herkunftsgeschichte der eigenen Marke, was sich auch im Auftritt der Filiale in der Holland Village widerspiegelt.
Kreative Adressen: June Coffee und Haus Coffee
In Joo Chiat sorgt June Coffee mit einer auffälligen Fassade und Geschmacksrichtungen wie Erdbeere, Blaubeere und Kinako für eine experimentelle Note innerhalb der Szene. Im Golden Mile Tower ist Haus Coffee für seinen Matcha mit Bananenpudding bekannt, eine Kombination aus klassischem Matcha-Getränk und einem separaten Dessertelement in einem Glas. Für ein günstigeres Angebot steht 108 Matcha Saro, das Hokkaido-Softeis zu vergleichsweise niedrigen Preisen anbietet. Diese Bandbreite an Konzepten macht deutlich, dass sich die Singapurer Szene längst nicht mehr auf ein einziges Format festlegen lässt, sondern nebeneinander von puristischen Fachcafés und verspielten, auf Fotos ausgelegten Adressen lebt.
Warum Singapur eine Sonderrolle einnimmt
Singapurs Lage als multikulturelles Zentrum Südostasiens sorgt dafür, dass sich japanische, chinesische und lokale Einflüsse in der Matcha-Szene mischen, anders als in Städten mit einer einzelnen dominanten Küchentradition. Ketten wie Tsujiri bringen jahrhundertealte japanische Handwerkstradition mit, während lokale Gründungen wie Hvala oder Matchaya die Zubereitung an den eigenen Markt anpassen, etwa mit stärker gekühlten Getränken für das tropische Klima. Gleichzeitig sorgt die hohe Dichte an Malls und klimatisierten Einkaufsstraßen dafür, dass sich Matcha-Cafés oft in unmittelbarer Nähe zu anderen Geschäften ansiedeln, was für Laufkundschaft sorgt, die in reinen Wohnvierteln fehlen würde. Diese Mischung aus internationalem Anspruch und lokalem Alltagsgeschäft erklärt, warum in Singapur sowohl sehr traditionelle als auch sehr experimentelle Adressen gleichzeitig erfolgreich sein können.
Was dich in den Cafés erwartet
In Singapur reicht das Angebot von streng traditionell zubereitetem, zeremoniellem Matcha bis zu Softeis, Parfaits und ausgefallenen Latte-Varianten. Viele Adressen nennen die genaue Sorte und Region auf der Karte, was einen direkten Vergleich zwischen den Cafés erleichtert. Die Preisspanne ist breit, von preiswerten Softeis-Angeboten bis zu aufwendigen Parfaits im gehobenen Segment. Wegen des tropischen Klimas dominieren kalte Zubereitungen, gleichzeitig bieten fast alle Adressen auch heiße Varianten an. In den meisten Cafés kannst du zudem zwischen unterschiedlichen Süßegraden wählen, sodass sich die natürliche Bitterkeit des Matchas je nach Vorliebe stärker oder schwächer im Vordergrund halten lässt.
Matcha für zu Hause mitnehmen
Adressen wie Hvala verkaufen ihr Matchapulver auch für die Zubereitung zu Hause, sodass sich der in Singapur probierte Geschmack fortsetzen lässt. Für den Einstieg reichen ein feines Sieb, eine breite Schale und ein Bambusbesen oder Milchaufschäumer. Wer mehrere Sorten aus verschiedenen Cafés mitnimmt, kann sie zu Hause direkt nebeneinander testen und so Unterschiede in Farbe, Schaum und Geschmack besser einordnen als bei einzelnen Besuchen an verschiedenen Tagen.
Praktische Tipps für deinen Besuch
Die genannten Adressen verteilen sich über mehrere Stadtteile, von Somerset über Raffles Place und Holland Village bis Joo Chiat, lassen sich mit der MRT aber gut verbinden. Wegen der Hitze empfiehlt sich ein Besuch am späten Vormittag oder Nachmittag, wenn die Cafés meist klimatisiert und weniger überlaufen sind. Für einen kompakten Überblick lohnt sich eine Route über Raffles Place mit Kyo Kohee, weiter zu Somerset mit Hvala, und ein Abschluss in Holland Village bei Tsujiri oder Kurasu in der Waterloo Street. Wer stattdessen einen Tag in Joo Chiat verbringen will, kann June Coffee mit einem Spaziergang durch das für seine Peranakan-Architektur bekannte Viertel verbinden, bevor es zu Haus Coffee im Golden Mile Tower weitergeht. Da viele Adressen in klimatisierten Malls oder unmittelbar daneben liegen, lässt sich ein Rundgang unabhängig von der Tageshitze planen, was in einem tropischen Klima wie dem Singapurs ein spürbarer Vorteil gegenüber offenen Straßencafés ist. Wer die MRT nutzt, kommt von Somerset über Raffles Place bis Joo Chiat ohne größere Umwege aus, sodass sich ein vollständiger Rundgang durch mehrere Stadtteile an einem einzigen Tag realistisch umsetzen lässt.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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