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Zubereitung

Die Matcha-Bar auf der Hochzeit: Mengenplan, Aufbau und Zeitplan

Eine Matcha-Bar auf der Hochzeit steht und fällt mit zwei Zahlen: wie viele der geladenen Gäste wirklich zugreifen und wie viele Gläser eine Person in der Stunde schafft. Beides lässt sich vorher ausrechnen, und daraus ergeben sich Pulvermenge, Milchmenge, Anzahl der Stationen und der richtige Zeitpunkt im Ablauf. Dieser Text rechnet drei Größenordnungen von 60 bis 120 Gästen durch und sagt, was am Vortag vorbereitet werden kann und was nicht.

Wie viele Portionen du wirklich einplanen musst

Die Gästezahl ist nicht die Portionszahl. Bei einer Bar, die neben Kaffee, Sekt und Wasser steht, greifen erfahrungsgemäß nicht alle zu, und wer zugreift, nimmt selten nur ein Glas. Eine belastbare Planungsgröße ist deshalb: 60 bis 70 Prozent der Gäste probieren, und diese Gruppe nimmt im Schnitt 1,2 Gläser. Bei 60 Gästen sind das rund 45 Portionen, bei 90 Gästen rund 70, bei 120 Gästen rund 95. Wer die Bar zum einzigen Warmgetränk der Kaffeezeit macht, rechnet stattdessen mit 90 Prozent und 1,5 Gläsern, dann werden aus 120 Gästen rund 160 Portionen. Plane immer zehn Prozent Reserve ein, denn eine leere Bar um 16 Uhr ist ärgerlicher als eine halbe Dose Rest. Die Reserve ist auch deshalb sinnvoll, weil sich Pulver in der ungeöffneten Dose problemlos aufheben lässt, während vorbereitete Milch und geschnittene Zutaten am selben Abend weg müssen. Rechne lieber großzügig und öffne die letzte Dose nur, wenn sie gebraucht wird.

Der Mengenplan in Gramm, Litern und Dosen

Eine Portion sind 2 Gramm Pulver. Aus einer Dose mit 30 Gramm werden damit rund 15 Schalen, die Dose kostet 25,00 Euro, der Grundpreis liegt bei 833,33 Euro je Kilogramm, also rund 1,67 Euro Pulveranteil je Glas. Für 45 Portionen brauchst du 90 Gramm, das sind drei Dosen. Für 70 Portionen sind es 140 Gramm und damit fünf Dosen, für 95 Portionen 190 Gramm und damit sieben Dosen. Bei der Milch rechnest du 180 Milliliter je Latte: 45 Portionen ergeben 8 Liter, 70 Portionen 12,5 Liter, 95 Portionen 17 Liter. Teile die Milch zu einem Drittel auf Haferdrink auf, das deckt Gäste ab, die keine Kuhmilch trinken. Beim Wasser rechnest du 40 Milliliter je Portion für die Basis, also weniger als vier Liter selbst bei der großen Variante, dafür aber in gleichbleibender Temperatur von 70 bis 80 Grad. Für die kalte Variante kommen je Glas fünf Eiswürfel dazu, das sind rund 500 Eiswürfel bei 95 Portionen und damit deutlich mehr, als eine Haushaltsgefriertruhe über Nacht schafft.

Was sich am Vortag vorbereiten lässt und was nicht

Drei Dinge lassen sich vorziehen und sparen am Tag selbst die meiste Zeit. Erstens das Konzentrat: Eine größere Menge Matcha in wenig Wasser angerührt dient als Basis, aus der jedes Glas nur noch aufgefüllt wird. Wie das Verhältnis dafür aussieht, steht in „Matcha-Konzentrat ansetzen: eine Basis für Latte, Limo und Eiswürfel“. Zweitens der Sirup, der sich in einer sauberen Flasche mehrere Tage hält; wie kräftig du süßen musst, damit das Glas den Gästen so rund schmeckt wie in der Kette, steht in „Matcha Latte wie im Coffeeshop: der Nachbau mit purem Pulver“. Drittens die Eiswürfel, die schon eine Woche vorher in Beuteln gefroren werden können. Für die Lagerung gilt, was das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Niedersachsen für zubereitete Speisen beschreibt: abgedeckt und in einem geeigneten Gefäß im obersten Fach des Kühlschranks, haltbar ein bis zwei Tage. Nicht vorbereiten lassen sich der aufgeschlagene Matcha selbst und jeder Milchschaum, beide fallen innerhalb von Minuten zusammen. Auch fertig gemischte Latte-Ansätze in Kannen sind eine schlechte Idee, weil sich das Pulver absetzt und der Tee mit der Standzeit bitterer schmeckt.

Aufbau der Bar: Fläche, Stationen und Geräte

Rechne je Ausgabestation mit 1,20 Metern Tischlänge und plane ab 70 Portionen zwei Stationen ein, sonst entsteht genau während der Kaffeezeit eine Schlange. Auf jede Station gehören ein Wasserkocher mit einstellbarer Temperatur, ein elektrischer Milchaufschäumer, ein feines Sieb, eine kleine Waage oder ein Bambuslöffel zum Dosieren, eine Abfallschale und ein Tuch. Der Wasserkocher mit Temperaturwahl ist kein Luxus: Kochendes Wasser macht den Tee an einem langen Nachmittag reihenweise bitter, und niemand hat Zeit, jede Kanne abkühlen zu lassen. Stell außerdem eine Kühlbox oder einen kleinen Kühlschrank unter den Tisch, damit die Milch nicht in der Sonne steht. Für die kalte Variante brauchst du zusätzlich einen isolierten Eisbehälter mit Schaufel, keine offene Schale. Sinnvoll ist ein Schild mit drei Zeilen: was drin ist, welche Milchsorten es gibt und wie stark eine Portion ist. Das nimmt die häufigsten Fragen vorweg und hält die Schlange in Bewegung.

Personal: wer schlägt 70 Gläser auf?

Eine geübte Person schafft mit elektrischem Aufschäumer 25 bis 35 Gläser in der Stunde, wenn Basis und Milch bereitstehen. Für 70 Portionen, die sich über zwei Stunden verteilen, reicht damit eine Person knapp, für 95 Portionen im selben Zeitfenster brauchst du zwei. Reine Selbstbedienung funktioniert bei Matcha schlechter als bei einer Limonaden-Bar, weil das Dosieren, Sieben und Aufschlagen für Ungeübte drei Handgriffe zu viel sind und die Station innerhalb einer halben Stunde unbenutzbar aussieht. Der Mittelweg: Eine Person schlägt die Basis auf und stellt sie in kleinen Gläsern bereit, die Gäste füllen selbst mit Milch, Eis und Sirup auf. Damit halbiert sich der Aufwand pro Glas. Wenn du das Personal ohnehin über den Caterer buchst, plane eine kurze Einweisung von zehn Minuten am Morgen ein, bei der einmal vorgemacht wird. Wer zusätzlich eine aufgeschlagene Haube anbieten will, plant je Glas rund zwei Minuten mehr ein und findet die drei Wege dazu in „Whipped Matcha: aufgeschlagene Haube nach Dalgona-Art“.

Der Zeitplan und die Koffeinfrage im Ablauf

Die Bar gehört an genau eine Stelle des Tages, sonst läuft sie leer. Am besten funktioniert sie parallel zur Kaffeezeit zwischen 15 und 17 Uhr, wo sie eine echte Alternative zur Kaffeekanne ist, und ein zweites Mal ab 21 Uhr als alkoholfreies Angebot. Der Sektempfang ist der falsche Zeitpunkt, dort trinken die Gäste zu schnell und stehen nicht an. Zur Koffeinmenge: Stiftung Warentest berichtet am 6. April 2026 über die Untersuchung der tschechischen Verbraucherorganisation dTest, zwölf Produkte, davon zehn reine Pulver, mit 15,5 bis 20 Milligramm Koffein je Gramm; eine Portion mit 2 Gramm liegt damit bei 31 bis 40 Milligramm. Das BfR nennt für Erwachsene ohne Vorerkrankungen 200 Milligramm als unbedenkliche Einzeldosis und 400 Milligramm über den Tag, für Schwangere und Stillende 200 Milligramm am Tag. Ein Schild mit der Angabe je Glas ist deshalb praktisch, gerade weil auf Hochzeiten regelmäßig Schwangere zu Gast sind. Für Kinder stellst du am besten eine ungesüßte Milchvariante ohne Matcha daneben.

Warum die kleine Runde am Tisch anders geplant wird

Alles oben Beschriebene gilt für den Betrieb an einer Bar mit Durchsatz. Sobald es um sechs bis zehn Menschen an einem Tisch geht, dreht sich die Logik um: Dann zählt nicht der Durchsatz, sondern die Reihenfolge, in der aufgeschlagen und gereicht wird, und ein einziger Wasserkocher reicht völlig. Diesen Fall behandelt „Matcha für Gäste: Mengen, Reihenfolge und Timing für die Runde“ ausführlich. Interessant ist die Bar auch deshalb, weil sie eine echte Lücke füllt: Der Deutsche Tee & Kräutertee Verband weist für 2024 einen Pro-Kopf-Konsum von 67,2 Litern Tee, Kräuter- und Früchtetee aus, davon 27,1 Liter Schwarz- und Grüntee, und rund 47 Milliarden Tassen im Jahr. Tee ist also alltäglich, eine frisch aufgeschlagene Schale vor den Augen der Gäste ist es nicht. Genau dieser sichtbare Handgriff macht die Station zur Attraktion, und er kostet dich nichts außer der richtigen Ausstattung und einer geübten Hand.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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