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Geschichte

Mizusashi – das Frischwassergefäß der Teezeremonie

Der Mizusashi ist das Gefäß mit Deckel, in dem der Gastgeber der japanischen Teezeremonie das kalte, frische Wasser bereithält – zum Nachfüllen des Kessels und zum Reinigen der Werkzeuge während der Zeremonie. Er gehört neben der Teeschale und dem Chaire zu den zentralen Ausstattungsstücken im Teeraum und bleibt während des gesamten Ablaufs sichtbar im Raum stehen, meist als eines der ersten Objekte, das Gäste beim Betreten wahrnehmen. Obwohl er selten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, wäre ohne ihn kein einziger Schritt der Zubereitung durchführbar.

Wörtliche Bedeutung und Funktion

Mizusashi setzt sich aus den Wörtern für Wasser (mizu) und Zuführen beziehungsweise Anbieten (sashi) zusammen, wörtlich also ein Gefäß, das frisches Wasser bereitstellt und bereithält. Anders als der erhitzte Kessel enthält der Mizusashi ausschließlich kaltes, frisches Wasser, das während der Zeremonie nicht erwärmt wird und getrennt vom heißen Wasser des Kessels bleibt. Der Gastgeber schöpft daraus mit einem Bambuslöffel, dem Hishaku, Wasser nach, etwa um den Kessel aufzufüllen, die Teeschale vor dem nächsten Gast auszuspülen oder den Bambusbesen kurz zu reinigen. Ohne dieses zweite, kühle Wasser wäre der gesamte Ablauf der Zeremonie nicht durchführbar, weil jeder Reinigungsschritt darauf angewiesen ist.

Material und Bauform

Ein Mizusashi kann aus Keramik, Holz, Glas oder Metall gefertigt sein, wobei jedes Material eine eigene Optik und Haptik in den Raum bringt und die Gesamtwirkung der Ausstattung mitbestimmt. Keramikausführungen besitzen entweder einen passgenauen, mitgefertigten Deckel, genannt Tomobuta, oder einen eigens angepassten, lackierten Holzdeckel, der separat gearbeitet wird und oft von einem anderen Handwerker stammt als das Gefäß selbst. Glas- und Metallvarianten werden vor allem in den heißen Sommermonaten geschätzt, weil sie insgesamt kühler und leichter erscheinen als Keramik oder Holz. Die Wahl von Material und Form richtet sich nach Jahreszeit und Anlass und ist Teil der gestalterischen Gesamtwirkung des Teeraums, ähnlich wie die Auswahl der Teeschale oder der Hängerolle.

Platz im Ablauf der Zeremonie

In welcher Form der Mizusashi in den Raum kommt, hängt vom jeweiligen Ablauf, dem Temae, ab. Bei der sogenannten Hakobi-Temae trägt der Gastgeber sämtliche Utensilien einschließlich des Frischwassergefäßes selbst in den Raum, während der heiße Wasserkessel bereits vorher an seinem festen Platz aufgestellt wurde. Bei anderen Abläufen steht der Mizusashi schon vor dem Eintreffen der Gäste bereit, sodass die Gäste ihn schon beim Betreten des Raumes sehen und als Teil der Raumgestaltung wahrnehmen, bevor überhaupt Tee zubereitet wird. Welche Variante gewählt wird, entscheidet der Gastgeber je nach Anlass, Schule und verfügbarem Platz im Raum.

Woran man ihn erkennt

Der Mizusashi ist im Vergleich zu den übrigen Utensilien recht groß und bauchig und steht während der ganzen Zeremonie sichtbar links vom Gastgeber, meist etwas erhöht auf dem Boden platziert. Solange sein Deckel geschlossen ist, gilt er als eines der ruhigen, gestalterisch bedeutsamen Objekte im Raum, vergleichbar mit einem stillen Möbelstück, das kaum Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sobald der Deckel abgenommen wird, beginnt der praktische Teil der Wasserführung, und der Mizusashi wechselt sichtbar von einem dekorativen zu einem funktionalen Gegenstand – ein Wechsel, den aufmerksame Gäste bewusst mitverfolgen.

Verwandte Gefäße

Neben dem Mizusashi gehören der Schöpflöffel Hishaku und das Gefäß für gebrauchtes Wasser, der Kensui, zur gleichen Funktionsgruppe rund um den Wasserhaushalt der Zeremonie. Während der Mizusashi ausschließlich sauberes Wasser bereithält, nimmt der Kensui das Wasser auf, das beim Ausspülen der Schale anfällt und nicht wiederverwendet wird, sodass sauberes und gebrauchtes Wasser während der gesamten Zeremonie strikt getrennt bleiben. Wie diese beiden Utensilien im Detail aussehen, aus welchem Material sie meist gefertigt sind und wie sie eingesetzt werden, erklärt der eigene Glossareintrag zu Hishaku und Kensui.

Der Mizusashi als stilles Gegenstück zum Kessel

Während der Wasserkessel während der gesamten Zeremonie im Mittelpunkt der praktischen Handlung steht, bleibt der Mizusashi meist im Hintergrund und wird nur an wenigen, genau festgelegten Momenten geöffnet. Dieser Kontrast zwischen dem laut brodelnden, heißen Kessel und dem stillen, kühlen Frischwassergefäß gehört zu den bewusst gesetzten Gegensätzen der Teezeremonie, ähnlich wie der Gegensatz zwischen der lauten Außenwelt und der bewussten Stille des Teeraums selbst, den auch der Roji und der Nijiriguchi auf ihre eigene Weise herstellen. In manchen Beschreibungen der Zeremonie wird der Mizusashi deshalb auch als ruhender Gegenpol zum aktiven Geschehen rund um den Kessel verstanden, ohne dass diese Deutung Teil eines festen, niedergeschriebenen Regelwerks wäre. Für Gäste bleibt der Mizusashi über weite Strecken der Zeremonie ein Objekt der stillen Betrachtung, nicht der unmittelbaren Handlung, und genau darin liegt seine besondere gestalterische Aufgabe im gesamten Raum.

Der Umgang mit dem Mizusashi am Ende der Zeremonie

Auch am Ende einer Zeremonie folgt der Umgang mit dem Mizusashi einer festgelegten Reihenfolge: Der Gastgeber prüft, ob noch genug Wasser für einen möglichen weiteren Durchgang vorhanden ist, bevor der Deckel ein letztes Mal geschlossen wird. Dieses Schließen des Deckels gilt vielen Gästen als sichtbares Zeichen dafür, dass der praktische Teil der Zeremonie abgeschlossen ist, auch wenn formell noch weitere Schritte wie das Verabschieden der Gäste folgen. Bleibt der Mizusashi dagegen offen stehen, deutet das für erfahrene Gäste eher darauf hin, dass der Gastgeber noch mit einem weiteren Durchgang, einer zusätzlichen Zubereitung oder einem weiteren Gast rechnet, der noch eintreffen könnte.

Zu Hause reicht weniger Ausstattung

Für die eigene Matcha-Zubereitung zu Hause braucht es keinen eigenen Mizusashi – ein gewöhnliches Gefäß für frisches Wasser reicht völlig aus, um den Bambusbesen anzufeuchten oder die Schale nachzuspülen. Entscheidender für das Ergebnis in der Schale ist ohnehin die Qualität des Matchapulvers selbst, unabhängig davon, wie aufwendig die übrige Ausstattung gestaltet ist. Wer zum ersten Mal Matcha zubereitet, findet mit dem Bio-Matcha von MATCHASHOCK ein Pulver, das sich unabhängig von der verwendeten Ausstattung gleichmäßig auflösen lässt, ganz gleich ob das Wasser aus einem einfachen Krug, einer Flasche oder einem traditionellen Mizusashi stammt und ganz gleich, welche Teeschale dabei zum Einsatz kommt.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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