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Geschichte

Wie Matcha in London vom Blatt zum Pulver wird

Am 17. Februar 2026 zeigt Japan House London unter dem Titel From the Imperial Court to the Present Day, wie Matcha traditionell hergestellt und zubereitet wird. Im Zentrum steht die Hayami-Schule der Teezeremonie, geleitet von der achten Grossmeisterin Hayami Soen. Der Termin bietet eine seltene Gelegenheit, die Herstellung mit der Steinmuehle live zu erleben.

Die Hayami-Schule als Ausgangspunkt

Waehrend viele bekannte Teezeremonien-Schulen aus der Samurai-Kultur stammen, geht die Hayami-Schule auf die Teekultur des japanischen Kaiserhofs und des Adels zurueck, die bereits im 15. Jahrhundert gepflegt wurde, also deutlich vor der spaeteren Verbreitung des Tees unter Kriegerhaushalten. Geleitet wird sie heute von Hayami Soen, der achten Grossmeisterin in der Nachfolge der Schule. Sie hat in Deutschland und Suedkorea studiert und in New York, Frankfurt, London und Paris gelebt, wo sie kulturelle und wohltaetige Veranstaltungen organisiert hat, darunter Initiativen zur Unterstuetzung von Katastrophengebieten. Mit dem Termin in London bringt sie diese am Hof gepflegte, eher zurueckhaltende Form der Teezeremonie erstmals einem breiteren westlichen Publikum naeher.

Was am 17. Februar 2026 gezeigt wird

Der Termin beginnt mit einem bebilderten Vortrag zur Herstellung von Matcha, der den gesamten Weg vom Teestrauch bis zum fertigen Pulver nachzeichnet. Im Anschluss folgt eine Live-Demonstration, bei der Teeblaetter mit einer traditionellen Steinmuehle zu feinem Pulver vermahlen werden, ein Schritt, den Besucherinnen und Besucher normalerweise nie zu sehen bekommen. Fujiki Soen, Professor der Hayami-Schule, fuehrt in den Herstellungsprozess ein, waehrend Fujiki Seiya die Steinmuehle selbst bedient und den Mahlvorgang erlaeutert. Erst danach folgt die eigentliche Teezeremonie im ryurei-Stil, bei der an Tisch und Stuhl statt am Boden serviert wird, was die Zeremonie auch fuer Gaeste ohne Uebung im traditionellen Sitzen zugaenglich macht.

Die Teezeremonie im Detail

Nach der Herstellung lernen die Teilnehmenden, wie man mit einem Bambusbesen, dem chasen, eine Schale Matcha zubereitet, Schritt fuer Schritt und unter Anleitung der Lehrenden der Hayami-Schule. Am Ende der Veranstaltung wird ein reichhaltiger, schaumiger Tee serviert, begleitet von japanischen Suessigkeiten, den wagashi, die traditionell die Bitterkeit des Matcha ausgleichen. Die verwendeten Gegenstaende sind eigens fuer diesen Anlass angefertigt worden: der Demonstrationstisch stammt vom Kyoto-Holzhandwerker Otani Fugen, die Kiseto-Teeschalen von der Keramikerin Nakajima Mokusen, sodass die Veranstaltung auch handwerklich ein eigenstaendiges Ereignis darstellt und nicht nur eine Wiederholung bestehender Zeremonien ist.

Warum Japan House London solche Events zeigt

Japan House London ist eine vom japanischen Aussenministerium unterstuetzte Kultureinrichtung, die japanische Kultur, Handwerk und Alltagswissen in Grossbritannien vermittelt, unter anderem ueber Ausstellungen, einen Shop und ein eigenes Veranstaltungsprogramm. Veranstaltungen wie diese richten sich nicht nur an Teekenner, sondern auch an Menschen, die zum ersten Mal sehen, wie viel Handwerk hinter einer Schale Matcha steckt, vom Anbau ueber die Ernte bis zur Vermahlung. Die Kombination aus Vortrag, Live-Vermahlung und Zeremonie zeigt den kompletten Weg vom Blatt bis zur Tasse an einem einzigen Nachmittag und macht damit einen sonst ueber Wochen verteilten Prozess in komprimierter Form erlebbar.

Teilnahmebedingungen

Der Workshop ist auf 48 Teilnehmende pro Termin begrenzt, was die Veranstaltung im Vergleich zu grossen Kulturevents vergleichsweise klein und persoenlich haelt. Zugelassen sind Personen ab zwoelf Jahren, juengere Kinder muessen von einem Erwachsenen begleitet werden. Tickets sind laut Veranstalter nicht erstattungsfaehig, weshalb sich ein Blick in die Teilnahmebedingungen vor dem Kauf lohnt. Waehrend der Veranstaltung koennen Foto- und Filmaufnahmen entstehen, die Japan House London spaeter zur eigenen Bewerbung nutzen kann, worauf Teilnehmende vorab ausdruecklich hingewiesen werden.

Steinmuehlen als traditionelles Herstellungsverfahren

Die Vermahlung mit einer Steinmuehle gilt als das klassische Verfahren, um aus getrockneten Teeblaettern feines Matcha-Pulver zu gewinnen. Die Blaetter werden dabei langsam zwischen zwei Steinscheiben zerrieben, was viel Zeit braucht, aber ein besonders feines, gleichmaessiges Pulver ergibt, das sich leicht aufschlagen laesst. In der industriellen Produktion wird dieser Schritt heute oft maschinell in groesserem Massstab nachgebildet, das Grundprinzip der Vermahlung zwischen zwei Flaechen bleibt aber gleich, unabhaengig davon, ob es sich um eine kleine, traditionelle Muehle oder eine moderne Anlage handelt. Eine Live-Vorfuehrung wie in London macht diesen sonst verborgenen Produktionsschritt erstmals fuer viele Gaeste direkt sichtbar.

Fuer wen sich der Termin lohnt

Der Workshop richtet sich an alle, die mehr ueber die Herkunft von Matcha erfahren wollen, unabhaengig vom eigenen Vorwissen ueber Tee oder japanische Kultur. Wer bislang nur die fertige Tasse kennt, bekommt hier einen direkten Einblick in den Weg vom Blatt zum Pulver und in die handwerklichen Schritte dahinter. Fuer Reisende, die im Februar 2026 in London sind, ist die Veranstaltung eine seltene Gelegenheit, traditionelles japanisches Handwerk ausserhalb Japans in kompakter Form zu erleben, begleitet von einer der wenigen Grossmeisterinnen der Hayami-Schule ausserhalb Japans.

Japan House London als kulturelle Institution

Japan House London ist Teil eines weltweiten Netzwerks aehnlicher Haeuser, die vom japanischen Aussenministerium mitgetragen werden und in ausgewaehlten Grossstaedten japanische Kultur vermitteln, ohne dabei rein touristisch aufzutreten. Neben Ausstellungen und Workshops betreibt das Haus in London auch einen eigenen Shop mit japanischem Kunsthandwerk, Keramik und Tee, sowie ein Restaurant, das japanische Kueche in britischer Umgebung zeigt. Veranstaltungen zur Teezeremonie gehoeren regelmaessig zum Programm, unterscheiden sich aber in Umfang und Anspruch: Ein Termin wie der mit der Hayami-Schule, bei dem eine amtierende Grossmeisterin persoenlich anreist, ist deutlich seltener als kleinere Einfuehrungsworkshops und richtet sich entsprechend an ein Publikum, das bereit ist, sich intensiver mit der Materie zu beschaeftigen.

Der Unterschied zwischen Teezeremonie-Schulen

In Japan existieren mehrere grosse Schulen der Teezeremonie nebeneinander, von denen die meisten im Westen bekannten Formen auf die spaeter entstandene, vom Zen-Buddhismus gepraegte Wabi-Cha-Tradition zurueckgehen, die eng mit der Samurai-Kultur verbunden ist. Die Hayami-Schule setzt einen anderen Schwerpunkt, naemlich die aeltere, am Kaiserhof gepflegte Form der Teekultur mit eigenen Umgangsformen und einer eigenen Etikette. Fuer Besucherinnen und Besucher, die bereits eine klassische, boden-basierte Teezeremonie kennen, bietet der Londoner Termin deshalb einen bewussten Kontrast: eine ruhigere, hoefische Variante, serviert im ryurei-Stil an Tisch und Stuhl, die in Europa deutlich seltener gezeigt wird als die bekannteren Formen der Wabi-Cha-Tradition.

Warum solche Termine ausserhalb Japans selten sind

Grossmeisterinnen und Grossmeister traditioneller Teeschulen reisen nur gelegentlich fuer Veranstaltungen ins Ausland, meist im Rahmen groesserer Kulturkooperationen zwischen Japan und dem jeweiligen Gastland. Die persoenliche Anwesenheit von Hayami Soen in London ist deshalb kein Routinetermin, sondern eher ein Ausnahmefall, der durch ihre eigene Biografie zwischen Japan, Deutschland, Suedkorea und mehreren europaeischen Staedten zusaetzlich begueenstigt wird. Fuer Interessierte an japanischer Teekultur bedeutet das, dass ein Termin wie dieser nicht ohne Weiteres wiederholt oder an anderer Stelle nachgeholt werden kann, sobald er einmal verstrichen ist, was den 17. Februar 2026 zu einem vergleichsweise seltenen Fixpunkt fuer alle macht, die sich fuer die hoefische Seite der japanischen Teezeremonie interessieren.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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