Grundlagen
Cornwall: Großbritanniens einziger kommerzieller Teegarten
Auf dem Anwesen Tregothnan in Cornwall wächst seit 1999 Tee, heute nach eigenen Angaben des Betriebs Europas größter zusammenhängender Teegarten. Tregothnan stellt neben Schwarztee auch grünen Tee her, allerdings als klassischen losen Blatttee und nicht als beschattetes, gemahlenes Matcha-Pulver. Der Betrieb zeigt damit vor allem, wie europäischer Teeanbau jenseits von Matcha aussehen kann.
Warum Teeanbau in Großbritannien so selten ist
Großbritannien zählt zu den Ländern mit dem höchsten Tee-Konsum der Welt, hat aber praktisch nie selbst nennenswerte Mengen Tee angebaut. Nach Angaben britischer Fachverbände begann die Tee-Mode im Land im 17. Jahrhundert am Königshof, populär gemacht durch Catherine von Braganza, die Frau von König Charles II. Die Britische Ostindien-Kompanie importierte ab 1664 Tee, zunächst fast ausschließlich aus China, später vor allem aus dem eigenen Kolonialgebiet Assam in Indien, nachdem dort 1824 wild wachsende Teepflanzen entdeckt worden waren. Der Grund, warum Großbritannien den Tee stets importierte statt selbst anzubauen, liegt schlicht am Klima: Die Teepflanze Camellia sinensis benötigt subtropische bis tropische Bedingungen, die das gemäßigte britische Klima normalerweise nicht bietet. Vor diesem Hintergrund gilt Tregothnan als Ausnahme, die nur wegen des besonderen, meeresnahen Mikroklimas in Cornwall überhaupt möglich wurde.
Ein Familienanwesen seit dem 14. Jahrhundert
Tregothnan liegt am Fluss Fal in Cornwall und befindet sich seit über 700 Jahren im Besitz derselben Familie, der Boscawens, urkundlich seit dem Jahr 1334. Das Anwesen ist vor allem für seinen historischen botanischen Garten bekannt, in dem neben Tee auch Honig, Wildpflaumen-Konfitüre und weitere Erzeugnisse produziert werden. Der Teeanbau ist damit nur ein Teil eines deutlich größeren landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betriebs. Der historische botanische Garten des Anwesens zählt nach eigenen Angaben zu den größten seiner Art in Cornwall und wird seit Generationen von derselben Familie gepflegt und erweitert, mit einer breiten Sammlung an Pflanzenarten, die weit über den reinen Teeanbau hinausgeht. Das Anwesen stellt seinen Betrieb damit bewusst auf mehrere Standbeine, statt sich allein auf eine einzige Kultur zu verlassen. Wir stehen in keiner geschäftlichen Verbindung zu Tregothnan.
Vom Kamelien-Wissen zum Teeanbau
1999 begann der damalige Chefgärtner Jonathon Jones damit, im alten Küchengarten des Anwesens die ersten britischen Teesträucher zu pflanzen. Die Idee entstand aus der Beobachtung, dass die Teepflanze botanisch zur Familie der Kamelien gehört, mit denen sich Tregothnan bereits auskannte. Jones hatte zuvor im Rahmen eines Forschungsstipendiums Teeanbau von Darjeeling bis Japan untersucht, bevor er die gewonnenen Erkenntnisse auf das cornische Klima übertrug. Die ersten jungen Pflanzen wurden durch Frühjahrsstürme entwurzelt, die erste Ernte 2005 brachte gerade einmal 28 Gramm Tee hervor, ein bescheidener Anfang für das, was daraus werden sollte.
Klima und Boden
Nach Angaben von Tregothnan sind drei Faktoren für den Teeanbau an diesem Standort entscheidend: stark saurer Boden, ein mildes, weitgehend frostfreies Klima und Feuchtigkeit aus dem Meeresnebel, der von den Prielen des Fal aufsteigt. Ein etwa 18 Meter tiefer Gezeitenpriel durchzieht die Teegärten des Anwesens, das sechs Meilen landeinwärts liegt und damit vor den schädigenden salzigen Atlantikwinden weitgehend abgeschirmt bleibt, während das Wasser des Priels stärkeren Frost zusätzlich abmildert. Diese Kombination aus milder Meeresnähe ohne direkten Wind wird von Tregothnan als wichtigster Grund dafür genannt, dass Teeanbau in Großbritannien überhaupt möglich ist. Cornwall insgesamt liegt am östlichen Rand des Golfstroms und gilt deshalb als eine der mildesten Regionen Großbritanniens, mit Jahresdurchschnittstemperaturen von rund 18 Grad im Sommer und milden Wintern um 5 Grad, in denen Frost und Schnee selten sind. Dieser Effekt erklärt auch, warum in mehreren Gärten der Grafschaft, etwa den Lost Gardens of Heligan oder dem Trebah Garden, sonst in Großbritannien nicht winterharte Pflanzen wie Palmen und Baumfarne im Freien überdauern, ein Mikroklima, von dem letztlich auch die Teesträucher auf Tregothnan profitieren.
Umfang der Produktion
Rund 60 Hektar der Anwesensfläche gelten nach Angaben von Tregothnan als für den Teeanbau geeignet, jährlich werden dort bis zu 20.000 neue Teesträucher in kleinen Parzellen gepflanzt, dort wo die Bedingungen passen. Für die Ernte entwickelten die Tregothnan-Ingenieure eine solarbetriebene, fahrerlose Erntemaschine namens Teabot, die nach eigenen Angaben die erste ihrer Art ist und die Blätter zum jeweils optimalen Zeitpunkt pflücken soll, um die traditionell arbeitsintensive Handpflücke in Teilen zu ersetzen. Die Entwicklung eigener Erntetechnik zeigt, dass Tregothnan den Teeanbau nicht nur als botanisches Experiment, sondern als Betrieb mit eigenem technischem Anspruch versteht, der sich an den Anforderungen großer Teeplantagen orientiert, auch wenn die eigene Fläche im internationalen Maßstab klein bleibt.
Schwarztee und grüner Tee, aber kein Matcha
Tregothnan stellt sowohl Schwarztee als auch grünen Tee her und war nach eigenen Angaben das erste englische Teeunternehmen, das eine eigene Reihe aus Schwarztee, grünem Tee und Kräuteraufgüssen auf britischem Boden anbaute. Der eigene Tee wird dabei teils mit Blättern aus Assam und Darjeeling gemischt, um bestimmte Geschmacksrichtungen zu erzielen. In den ausgewerteten Quellen findet sich kein Hinweis darauf, dass Tregothnan seinen grünen Tee beschattet und zu Matcha-Pulver vermahlt; die grünen Tees des Anwesens werden durchgehend als klassischer loser Blatttee beschrieben, verarbeitet ohne Dampf- oder Röstverfahren, die speziell auf Matcha ausgerichtet wären, und ohne die für Tencha typische Beschattung vor der Ernte.
Kleine Menge, hoher Wert
Gemessen an der weltweiten Teeproduktion bleibt Tregothnan ein sehr kleiner Betrieb. Nach Presseberichten kompensiert das Anwesen diese geringe Menge durch die Herstellung besonders seltener, hoch bewerteter Tees, die zu Spitzenpreisen von umgerechnet bis in den sechsstelligen Bereich pro Kilogramm gehandelt werden sollen. Verkauft wird der Tee sowohl direkt auf dem Anwesen und online als auch über den Handel im In- und Ausland, unter anderem nach China und in die Türkei, was angesichts der eigenen langen Teetradition beider Länder als bemerkenswert gilt. Für Tregothnan zahlt sich damit ein Weg aus, den zuvor kein anderer britischer Betrieb im nennenswerten Umfang gegangen ist: aus einer botanischen Randnotiz in einem historischen Ziergarten ist innerhalb von gut zwei Jahrzehnten ein eigenständiger, wenn auch kleiner Wirtschaftszweig geworden.
Matcha bei MATCHASHOCK
Tregothnan zeigt, dass ein europäischer Teegarten erfolgreich sein kann, ohne gleichzeitig Matcha herzustellen. Bei MATCHASHOCK bekommst du dagegen gezielt ein fein vermahlenes Bio-Matcha-Pulver in der 30-Gramm-Dose, jede Charge im Labor auf Rückstände geprüft. Bio-Kontrollstelle DE-ÖKO-006 und Kennzeichnung CN-BIO-141 stehen auf jeder Dose, der Versand innerhalb Deutschlands ist kostenlos und dauert ein bis zwei Werktage.
Quellen
- Tregothnan - offizielle Website ↗
- Great British Life - Tregothnan, Cornwall's Europe's largest tea garden ↗
- Third Eye Traveller - How To Visit Tregothnan Estate Cornwall ↗
- Nare Hotel - Cornwall's mild maritime climate ↗
- UK Tea & Infusions Association - History of Tea ↗
- Esquires Coffee - The History of Tea in Great Britain ↗
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



Genug gelesen? Schmeck den Unterschied selbst.
Bio aus erster Ernte.
Laborgeprüft, doppelt versiegelt.
Fein vermahlen und mild statt bitter — deshalb schmeckt er auch pur.
- Bio-zertifiziert, DE-ÖKO-006
- Im Labor geprüft
- Erste Ernte, feinste Vermahlung
- Doppelt luftdicht versiegelt
- Versand kostenlos in Deutschland
- 30 g, reicht für 10–15 Tassen
„Das ist der beste Matcha, den ich seit Jahren gekauft habe! Ich trinke schon lange Matcha und nutze ihn auch gerne zum Backen meiner Lieblingscookies. Die Qualität ist top! Intensiver Geschmack, sehr fein gemahlen […]. Den werde ich definitiv wieder bestellen!!“
30 g für 25,00 € (833,33 €/kg, inkl. MwSt.)
Jetzt probierenMATCHASHOCK Bio-Matcha, 30 g: 25,00 € (833,33 €/kg), inkl. MwSt. Versand innerhalb Deutschlands kostenlos. Bio: Kontrollstelle des Herstellers CN-BIO-141, unsere eigene DE-ÖKO-006 (ABCert) · Nicht-EU-Landwirtschaft. Diese Bewertungen stammen von unserer Amazon-Produktseite und tragen dort alle den Amazon-Vermerk „Verifizierter Kauf“ — Amazon setzt ihn nur, wenn der Artikel über das Konto der Verfasserin oder des Verfassers gekauft wurde. Wir schreiben keine Bewertungen selbst und übernehmen keine aus anderen Quellen. Mit […] gekennzeichnete Stellen haben wir weggelassen, weil sie Aussagen zur Wirkung enthalten, die wir noch nicht mit Unterlagen belegen können; nichts wurde umformuliert. Der vollständige Wortlaut steht auf unserer Amazon-Produktseite.