Kaufberatung
Weißer, schwarzer und rauchgeräucherter Bambus beim Chasen
Ein Chasen aus weißem Bambus ist die günstigste und häufigste Wahl, ein Chasen aus dunklem, dichterem Bambus hält nach Angaben von Fachhändlern deutlich länger, und ein Chasen aus jahrzehntelang rauchgeschwärztem Bambus ist ein seltenes, historisch gewachsenes Sondermaterial. Alle drei Bambusarten ergeben denselben Grundtyp Besen, unterscheiden sich aber in Härte, Optik, Haltbarkeit und Herkunft. Was die drei Varianten tatsächlich trennt, steht in diesem Artikel.
Weißer Bambus (Shiratake): die Standardvariante
Der weit überwiegende Teil aller Chasen wird aus sogenanntem Shiratake gefertigt, wörtlich „weißer Bambus“. Nach der Ernte wird der Bambus gekocht, um enthaltenes Öl herauszulösen, und anschließend an der Luft gebleicht, bis er seine helle, cremeweiße Farbe erhält, wie die japanische Wikipedia zum Chasen beschreibt. Dieses Verfahren macht den Bambus gleichmäßig hell und vergleichsweise weich zu verarbeiten, weshalb Shiratake die mit Abstand wirtschaftlichste und am weitesten verbreitete Grundlage für Chasen ist. Der Teehändler Yunomi beschreibt Shiratake entsprechend als das gängigste und wirtschaftlichste Material, weist aber auch darauf hin, dass die feinen, dicht stehenden Zinken aus diesem weicheren Bambus etwas anfälliger für Brüche sind als aus dichterem Material. Für den Alltagsgebrauch ist das kein Nachteil, der die Wahl infrage stellt – die meisten Nutzer greifen ohnehin zu einem neuen Besen, bevor die Bruchanfälligkeit spürbar wird.
Schwarzer und violetter Bambus: die robustere Variante
Neben dem hellen Shiratake gibt es dunklere Bambusarten, die im Handel unter Bezeichnungen wie Kurotake (schwarz) oder Murasaki beziehungsweise Shichiku (violett) geführt werden. Das japanische Nachschlagewerk Kotobank ordnet violetten Bambus traditionell bestimmten Teeschulen wie Mushanokoji-senke und Sohen-ryu zu, während heller Shiratake vor allem bei Urasenke und Enshu-ryu verbreitet ist – eine historisch gewachsene Zuordnung, keine Qualitätsaussage. Yunomi beschreibt das dunkle Material dagegen aus praktischer Sicht: Es sei dichter und deutlich robuster und halte nach eigener Einschätzung des Händlers bis zu dreimal länger als ein Besen aus weißem Bambus, lasse sich wegen seiner Dichte aber auch schwerer in feine Zinken schnitzen. Genau dieser höhere Arbeitsaufwand schlägt sich meist im Preis nieder: Chasen aus dunklem Bambus liegen im Handel in der Regel über den Modellen aus Shiratake.
Rauchgeräucherter Bambus (Susudake): das seltene Sondermaterial
Die dritte, deutlich seltenere Variante heißt Susudake, wörtlich „Rußbambus“. Dabei handelt es sich nicht um eine eigene Bambusart, sondern um Bambus, der über Jahrzehnte im Dachgebälk traditioneller japanischer Wohnhäuser dem Rauch offener Feuerstellen und Herde ausgesetzt war und sich dadurch tiefbraun bis schwarz verfärbt hat. Kotobank ordnet dieses Material traditionell der Omotesenke-Schule und verwandten Richtungen zu. Yunomi beschreibt Susudake als seltenes, wertvolles Material, das über ein bis zwei Jahrhunderte natürlicher Rauchexposition in alten Häusern entsteht – und weist darauf hin, dass solche traditionellen Holzhäuser mit offener Feuerstelle in Japan immer seltener werden, wodurch auch der Nachschub an echtem Susudake-Bambus zurückgeht. Wer einen Chasen aus diesem Material kauft, bekommt damit auch ein Stück verschwindendes Baumaterial, keine industriell nachproduzierbare Ware.
Warum die Zuordnung zu Teeschulen historisch ist, nicht funktional
Die Verbindung zwischen Bambusart und Teeschule stammt aus einer Zeit, in der jede Schule ihre eigenen Werkstätten und Handwerkstraditionen pflegte und über Generationen an bestimmten Materialien festhielt. Das bedeutet nicht, dass ein Besen aus violettem Bambus grundsätzlich zu einer bestimmten Zubereitung passt oder ein anderer nicht funktioniert – für den privaten Gebrauch zu Hause spielt die Schulzugehörigkeit keine Rolle. Wer keiner bestimmten Tee-Tradition folgt, kann allein nach Optik, Haltbarkeit und Preis entscheiden, ohne eine der drei Varianten von vornherein auszuschließen.
Was die Bambusart für die Zinken bedeutet
Die Härte des Ausgangsmaterials bestimmt, wie sich die feinen, aus einem Stück geschnitzten Zinken beim Schlagen verhalten. Weicherer, heller Shiratake-Bambus federt leichter nach und lässt sich beim Schnitzen präziser in sehr feine Zinken teilen, was ihn zur Grundlage für die meisten hochzinkigen Besen für Usucha macht. Dichteres, dunkles Material behält seine Form länger, braucht aber mehr Kraft beim Schnitzen und wird deshalb seltener für extrem feinzinkige Modelle verwendet. Für die Zinkenzahl selbst – ob 80, 100 oder mehr Zinken – ist in erster Linie die handwerkliche Verarbeitung entscheidend, nicht die Bambusart; wie die Zinkenzahl den Schaum beeinflusst, steht ausführlich im Wissensartikel „Chasen-Borstenzahl: 80, 100 oder 120 Zinken?“.
Was das für den Kauf bedeutet
Für den Einstieg ist ein Chasen aus weißem Bambus die naheliegende Wahl: günstig, weit verbreitet und in praktisch jeder Zinkenzahl erhältlich. Wer einen Besen für den täglichen, intensiven Gebrauch sucht und bereit ist, mehr zu zahlen, findet in dunklerem Bambus nach Händlerangaben die robustere Option. Susudake bleibt dagegen eher etwas für Sammler oder für die formelle Zeremonie, schon weil die Verfügbarkeit begrenzt ist und der Preis entsprechend höher liegt. Keine der drei Varianten ist objektiv die bessere, sie unterscheiden sich in Robustheit, Optik und Verfügbarkeit, nicht im grundsätzlichen Ergebnis in der Schale.
Woran du die Bambusart beim Kauf erkennst
Im Handel steht die Bambusart meist direkt in der Produktbezeichnung oder Beschreibung – Begriffe wie „weißer Bambus“, „schwarzer Bambus“ oder „rauchgeräuchert“ tauchen dort auf, ebenso die japanischen Bezeichnungen Shiratake, Kurotake oder Susudake. Fehlt eine solche Angabe komplett, handelt es sich in aller Regel um den Standard-Shiratake, weil er der mit Abstand häufigste Rohstoff ist. Bei Susudake lohnt ein zweiter Blick auf den Preis: Liegt er kaum über einem gewöhnlichen Bambusbesen, handelt es sich eher um eine dunkel gebeizte oder eingefärbte Optik als um echtes, jahrzehntealtes Rauchmaterial.
Was die drei Varianten in etwa kosten
Nach Erfahrungswerten aus dem Handel liegt ein einfacher Chasen aus weißem Bambus meist im unteren zweistelligen Euro-Bereich, während Modelle aus dichterem, dunklem Bambus wegen des höheren Schnitzaufwands spürbar darüber angesiedelt sind. Susudake-Chasen aus echtem, jahrzehntealtem Rauchbambus sind angesichts der begrenzten Verfügbarkeit des Rohstoffs im Vergleich die teuerste der drei Varianten und werden deutlich seltener im regulären Sortiment geführt als die beiden anderen Bambusarten. Diese Preisstaffelung ist ein grober Erfahrungswert aus dem Handel, keine feste Marktzahl, weil einzelne Werkstätten und Zinkenzahlen den Preis zusätzlich beeinflussen.
Pflege-Unterschiede zwischen den Bambusarten
Die grundsätzliche Pflege – klar spülen, vollständig an der Luft trocknen, auf einem Halter aufbewahren – gilt für alle drei Bambusarten gleichermaßen, weil sich das Herstellungsverfahren und die grundsätzliche Materialstruktur nicht unterscheiden. Ein Unterschied zeigt sich eher in der Bruchanfälligkeit während der Nutzung: Weicherer, heller Shiratake-Bambus verlangt nach Händlerangaben etwas mehr Vorsicht beim kräftigen Schlagen, während dichteres, dunkles Material diese Belastung länger unbeschadet übersteht. Susudake-Bambus wird wegen seiner Seltenheit und seines höheren Preises in der Praxis meist besonders behutsam behandelt, unabhängig davon, ob das Material selbst empfindlicher ist oder nicht.
Optische Unterschiede auf einen Blick
Auch ohne Beschriftung lassen sich die drei Bambusarten meist optisch unterscheiden. Shiratake zeigt eine gleichmäßig helle, fast cremeweiße Farbe über die gesamte Länge, weil er nach dem Kochen bewusst gebleicht wird. Kurotake oder Murasaki fällt dagegen durch einen dunkleren, oft ins Violette oder Bräunliche gehenden Farbton auf, der von Natur aus im Bambus selbst liegt und nicht nachträglich aufgebracht wird. Susudake ist am eindeutigsten zu erkennen: Die tiefbraune bis fast schwarze Färbung durch jahrzehntelange Rauchexposition erscheint unregelmäßiger und wolkiger als die gleichmäßige Farbe der beiden anderen Bambusarten, weil sich der Rauch über die Jahre nie ganz gleichmäßig im Material verteilt.
Was das für den ersten eigenen Chasen bedeutet
Wer zum ersten Mal einen Chasen kauft, muss sich über die Bambusart keine großen Gedanken machen, weil sie das grundsätzliche Ergebnis in der Schale kaum verändert – entscheidender sind Zinkenzahl und handwerkliche Verarbeitung. Die Bambusart wird erst dann interessant, wenn ein zweiter oder dritter Besen angeschafft wird und Haltbarkeit oder Optik gegenüber dem Ersteinstieg eine größere Rolle spielen. Für den ersten Kauf ist ein Chasen aus weißem Bambus mit mittlerer Zinkenzahl deshalb weiterhin die unkomplizierteste Empfehlung, unabhängig davon, welche der drei Bambusarten am Ende gewählt wird.
Kurz zusammengefasst
Weißer Bambus (Shiratake) ist die günstige Standardvariante, dichterer schwarzer oder violetter Bambus gilt bei Händlern als robuster und langlebiger, und rauchgeräucherter Susudake-Bambus ist ein seltenes Sondermaterial aus alten Wohnhäusern. Die Zuordnung zu bestimmten Teeschulen ist historisch gewachsen und für den privaten Gebrauch nicht entscheidend. Wichtiger als die Bambusart bleibt für das Ergebnis in der Schale meist das Pulver selbst: Ein fein steingemahlener Bio-Matcha wie der MATCHASHOCK Bio-Matcha lässt sich mit jeder der drei Bambusarten sauber aufschlagen, solange der Besen handwerklich sauber verarbeitet ist.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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