Inhaltsstoffe
Was im Matcha-Blatt steckt – die Inhaltsstoffe
Matcha enthält eine ganze Gruppe pflanzlicher Polyphenole – hier die wichtigsten im Überblick.
Catechine – die Hauptgruppe
Die wichtigste Antioxidantien-Gruppe in Matcha sind Catechine, allen voran Epigallocatechingallat (EGCG). Da beim Matcha das ganze Blatt verzehrt wird statt nur ein Aufguss, nimmt man tendenziell mehr Catechine auf als bei klassischem Tee-Aufguss – die genaue Menge hängt jedoch stark von Sorte, Anbau und Zubereitung ab. In welchem Verhältnis diese Catechine zu Spirulina, Chlorella und Weizengras stehen, zeigt der Wissensartikel „Greens-Pulver im Vergleich: Matcha, Spirulina, Chlorella, Weizengras“.
Chlorophyll und Catechine
Die Beschattung vor der Ernte erhöht den Chlorophyllgehalt der Blätter deutlich, was für die charakteristische leuchtend grüne Farbe von Matcha verantwortlich ist. Wie kräftig die Farbe ausfällt, hängt von Sorte und Charge ab. Die Angaben zu unserer Dose stehen im Shop.
EGCG im Fokus der Forschung
EGCG (Epigallocatechingallat) ist das am intensivsten erforschte Catechin aus Tee und Gegenstand hunderter wissenschaftlicher Studien weltweit. Weil beim Matcha das ganze vermahlene Blatt getrunken wird, gelangt mehr davon in die Tasse als bei einem Aufguss, bei dem sich nur ein Teil der Inhaltsstoffe im Wasser löst.
Wie viel EGCG kommt überhaupt aus Tee?
Die Verbraucherzentrale nennt eine hilfreiche Größenordnung: Aus normalem Tee nehmen Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU im Schnitt zwischen 90 und 300 Milligramm EGCG am Tag auf. Die viel zitierte Obergrenze von 800 Milligramm am Tag bezieht sich dagegen auf konzentrierte Grüntee-Extrakte in Kapselform, nicht auf Tee. Ausdrücklich heißt es dort, dass grüner Tee als Aufguss und Matcha-Pulver als sicher gelten. Diese Unterscheidung geht in vielen Texten unter, weil beide Male dieselbe Abkürzung auftaucht. Für den Alltag ist sie aber der ganze Unterschied: Ein Getränk aus vermahlenem Blatt ist etwas anderes als ein hochdosierter Auszug, bei dem der Stoff aus vielen Kilogramm Blatt in eine Kapsel gepresst wird. Wer also über Catechine liest, sollte zuerst prüfen, ob von Tee oder von einem Extrakt die Rede ist.
Warum landet aus Pulver mehr in der Tasse als aus dem Aufguss?
Beim Aufguss löst das Wasser einen Teil der Inhaltsstoffe aus dem Blatt heraus, der Rest bleibt im Sieb und wandert in den Biomüll. Wie viel übergeht, hängt von Temperatur, Ziehzeit und Blattgröße ab; ein großer Anteil bleibt in jedem Fall zurück. Beim Matcha entfällt dieser Schritt: Das Blatt ist bereits so fein vermahlen, dass es in der Flüssigkeit schwebt und mitgetrunken wird. Es gibt keinen Rückstand, den man wegwerfen könnte. Genau das ist der strukturelle Unterschied zwischen Aufguss und Pulver – nicht eine besondere Pflanze, sondern eine andere Form, dieselbe Pflanze zu trinken. Weil dabei auch alles andere aus dem Blatt mitkommt, lohnt der Blick auf die Laborwerte der Charge. Wie sich aufgegossenes und vermahlenes Blatt sonst noch unterscheiden, zeigt der Wissensartikel „Matcha oder grüner Tee? Ganzes Blatt gegen Aufguss“.
Was misst ein Labor tatsächlich?
In der Untersuchung von Stiftung Warentest aus dem April 2026 wurde neben Koffein auch der Polyphenolgehalt bestimmt. Der höchste gemessene Wert lag bei 123 Milligramm je Gramm Pulver. Solche Zahlen sind nützlich, weil sie einen Vergleich zwischen Erzeugnissen erlauben, statt mit unbestimmten Formulierungen zu arbeiten. Sie sagen aber nichts darüber aus, was ein Getränk im Körper bewirkt – das ist eine andere Frage, die eine Messung im Pulver gar nicht beantworten kann. Wer Erzeugnisse vergleichen will, achtet deshalb auf drei Dinge nebeneinander: Polyphenolgehalt, Koffeingehalt und die Befunde zu Rückständen. Erst zusammen ergeben sie ein Bild. Wie ein solcher Prüfbericht aufgebaut ist und welche Zeile was bedeutet, erklärt der Wissensartikel „Analysezertifikat für Matcha lesen: Zeile für Zeile erklärt“.
Was darf man über Antioxidantien sagen und was nicht?
In der EU ist Werbung mit gesundheitsbezogenen Aussagen streng geregelt. Erlaubt ist nur, was ausdrücklich zugelassen wurde. Für Grüntee-Catechine hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit mehrere beantragte Aussagen abgelehnt; die Verbraucherzentrale nennt fünf solcher Fälle. Deshalb steht auf unserer Dose keine Wirkaussage, und deshalb steht auch in diesem Artikel keine. Was bleibt, ist die sachliche Beschreibung: welche Stoffe im Blatt vorkommen, wie sie heißen und in welcher Größenordnung sie gemessen werden. Das ist keine Lücke, sondern der Rahmen, in dem seriös über Lebensmittel gesprochen wird. Wer über ein Erzeugnis mehr verspricht, als die Zulassung hergibt, verkauft Werbung und keine Information. Welche Behauptungen rund um Matcha sich bei genauem Hinsehen auflösen, sammelt der Wissensartikel „7 Matcha-Mythen im Faktencheck: Was wirklich stimmt“.
Welche Rolle spielt die Wassertemperatur?
Wasser löst nicht alle Bestandteile gleich schnell. Je heißer es ist, desto schneller gehen Gerbstoffe in Lösung – deshalb schmeckt ein mit kochendem Wasser zubereiteter Grüntee herber als einer mit 70 bis 80 Grad. Beim Matcha liegt der Fall etwas anders, weil das Pulver ohnehin vollständig in der Schale bleibt: Die Temperatur entscheidet hier vor allem darüber, wie schnell sich die Bestandteile verteilen und wie der erste Schluck schmeckt. Zu heißes Wasser macht die Schale scharf und lässt den Schaum schneller zusammenfallen. Bewährt haben sich rund 80 Grad; ohne Thermometer erreicht man das, indem man gekochtes Wasser fünf Minuten stehen lässt oder einen Schuss kaltes Wasser zugibt. Welche Temperatur zu welcher Wasserhärte passt, erklärt der Wissensartikel „Welches Wasser für Matcha? Temperatur und Wasserhärte erklärt“.
Was passiert beim Backen und Kochen?
Hitze verändert Farbe und Geschmack des Pulvers. In Teig und Creme wird das leuchtende Grün gedämpfter, oft in Richtung Oliv, und die feinen süßlichen Noten treten zurück, während die herben deutlicher werden. Deshalb wird beim Backen meist etwas großzügiger dosiert als in der Schale, damit vom Geschmack genug übrig bleibt. Für Rezepte, bei denen die Farbe zählt, hilft es, das Pulver erst spät unterzuheben oder in kalte Bestandteile wie Sahne, Frischkäse oder Joghurt zu geben. Grundsätzlich gilt: Je kürzer und je kälter, desto mehr bleibt vom ursprünglichen Charakter erhalten. Welche Backwaren das gut vertragen und welche nicht, sortiert der Wissensartikel „Mit Matcha backen: was Hitze mit Farbe und Geschmack macht“.
Wie bewahrst du das Pulver am besten auf?
Für ein Pulver, das man vollständig trinkt, lohnt sich sorgfältige Lagerung besonders. Vier Einflüsse setzen ihm zu: Licht, Sauerstoff, Wärme und Feuchtigkeit. Eine blickdichte, fest schließende Dose deckt die ersten beiden ab, ein dunkler Schrank fernab von Herd und Wasserkocher die anderen beiden. Der Kühlschrank ist kein guter Ort, weil sich beim Herausnehmen Kondenswasser bildet, sobald die kalte Dose an warme Raumluft kommt. Wer den Vorrat teilt, füllt eine kleine Menge zum täglichen Gebrauch ab und lässt den Rest verschlossen. Zu erkennen ist gealtertes Pulver an der Farbe: Aus leuchtendem Grün wird ein stumpfer, gelblicher Ton. Die Zeitfenster und die häufigsten Fehler stehen im Wissensartikel „Matcha richtig aufbewahren: luftdicht, dunkel, kühl – und ohne Kondenswasser“.
Quellen
- Catechin Composition, Phenolic Content, and Antioxidant Properties (Plant Foods for Human Nutrition, 2023) ↗
- Comparison of culinary and ceremonial matcha green teas (Journal of Food Measurement and Characterization, 2025) ↗
- Verbraucherzentrale – Grüntee-Extrakt im Vergleich zum Tee (Aufguss und Matcha-Pulver gelten als sicher; die Obergrenze von 800 Milligramm EGCG am Tag betrifft konzentrierte Extrakte, aus Tee nehmen EU-Bürger im Schnitt 90 bis 300 Milligramm auf) ↗
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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