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Qualität

Aluminium im Teeblatt: woher es kommt und was Prüfberichte zeigen

Aluminium ist das häufigste Metall der Erdkruste und gelangt über den Boden in jede Pflanze, die dort wächst – auch in den Teestrauch. Weil bei Matcha das ganze Blatt getrunken wird, taucht der Wert in Prüfberichten auf und sorgt regelmäßig für Fragen. Dieser Artikel legt die Zahlen der amtlichen Reihenuntersuchungen nebeneinander, rechnet sie auf eine Schale mit 2 Gramm um und zeigt, worauf du im Analysezertifikat achtest.

Aluminium kommt aus dem Boden, nicht aus der Verarbeitung

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat sich in seiner Stellungnahme Nr. 027 vom 25. Juli 2019 mit Aluminium in Matcha befasst und den Ausgangspunkt klar benannt: Aluminium ist das häufigste Metall in der Erdkruste und gelangt über den Boden in die Pflanze. Es wird also nicht zugesetzt, es entsteht nicht beim Mahlen und es stammt nicht aus der Verpackung. Es ist schlicht Teil des Bodens, auf dem der Tee wächst. Dieselbe Stellungnahme hält fest, dass in Tees und damit auch in Matcha immer wieder Aluminium nachgewiesen wird, und dass Verbraucherinnen und Verbraucher Aluminium daneben aus vielen weiteren Quellen aufnehmen, etwa aus unverarbeiteten und verarbeiteten Lebensmitteln, Lebensmittelverpackungen und Kosmetika. Interessant ist eine Randnotiz aus demselben Dokument: Allein in Deutschland wurden in den fünf Jahren zuvor 165 neue Matcha-Produkte erfasst, vom Tee über Smoothies und Eistee bis zu Keksen, Kuchen und Cerealien. Der Markt war also schon 2019 breiter, als viele denken.

Was amtliche Reihenuntersuchungen gemessen haben

Belastbar wird die Sache erst mit größeren Stichproben, und davon gibt es inzwischen zwei aus Deutschland. Die bayerische Lebensmittelüberwachung hat 2024 insgesamt 47 Matcha-Proben aus dem Einzelhandel untersucht und davon 29 auf Aluminium geprüft. Die Gehalte lagen zwischen 330 und 2.661 Milligramm je Kilogramm, der Mittelwert bei 1.149 Milligramm je Kilogramm. Die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Baden-Württembergs haben in ihrem Bericht vom 16. Januar 2026 elf Matcha-Proben untersucht und neun davon auf Aluminium: Die Werte lagen zwischen 512 und 2.085 Milligramm je Kilogramm, der mittlere Gehalt bei 1.112 Milligramm je Kilogramm. Zwei unabhängige Ämter, zwei Jahre auseinander, und ein Mittelwert, der sich um weniger als vier Prozent unterscheidet. Das ist ein solides Bild der tatsächlichen Marktlage – und deutlich aussagekräftiger als jede Einzelmessung.

Der Maßstab: ein Milligramm je Kilogramm Körpergewicht und Woche

Damit die Zahlen einen Bezug bekommen, braucht es den Vergleichswert. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat für Aluminium eine lebenslang tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge von 1 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht abgeleitet; das Bundesinstitut für Risikobewertung legt diesen Wert seiner Bewertung zugrunde. Für eine Person mit 70 Kilogramm sind das 70 Milligramm in der Woche, für 60 Kilogramm entsprechend 60 Milligramm. Wichtig ist die Zeiteinheit: Es handelt sich um einen Wochenwert und um einen Wert, der auf lebenslange Aufnahme ausgelegt ist, nicht um eine Tagesgrenze, die an einem einzelnen Tag reißen würde. Die bayerische Untersuchungsstelle kommt in ihrer Bewertung der 2024er Proben zu dem Ergebnis, dass bei den gemessenen Gehalten keine Beeinträchtigung zu erwarten ist. Damit steht der Rahmen, in dem sich die folgende Rechnung bewegt.

Die Rechnung für eine Schale mit zwei Gramm

Matcha wird üblicherweise mit 2 Gramm je Schale dosiert. Nimmt man den bayerischen Mittelwert von 1.149 Milligramm je Kilogramm, entspricht das 1,149 Milligramm je Gramm Pulver und damit rund 2,3 Milligramm je Schale. Eine Schale täglich ergibt rund 16,1 Milligramm in der Woche, also knapp ein Viertel des Wochenwerts von 70 Milligramm für eine Person mit 70 Kilogramm. Deutlich kleiner wird es bei den besser abschneidenden Produkten. Stiftung Warentest berichtet am 6. April 2026 über die Untersuchung der tschechischen Verbraucherorganisation dTest: zwölf Produkte, davon zehn reine Pulver; die Aluminiumgehalte reichten dort von 0,4 Milligramm je Gramm bis 2,3 Milligramm je Gramm. Beim niedrigen Wert enthält eine Schale mit 2 Gramm rund 0,8 Milligramm, in der Woche also rund 5,6 Milligramm oder rund acht Prozent des Wochenwerts. Der Abstand zwischen dem besten und dem höchsten Wert beträgt fast das Sechsfache – die Produktauswahl entscheidet hier mehr als die Trinkmenge.

Warum Einzelproben keine Aussage über den Markt zulassen

In älteren Berichten kursieren drei Werte, die höher liegen: 1.743, 1.775 und 2.350 Milligramm je Kilogramm. Sie stammen aus Messdaten einer einzelnen Landesüberwachungsbehörde, die das Bundesinstitut für Risikobewertung 2019 bewertet hat. Auf Basis dieser drei Höchstwerte hielt das Institut eine langfristige Überschreitung des Wochenwerts bei Erwachsenen für möglich, gerechnet allerdings mit den Verzehrsmengen für grünen Tee, weil für Matcha keine deutschen Verzehrsdaten vorlagen – wodurch der Verzehr laut demselben Dokument möglicherweise überschätzt wird. Bemerkenswert ist, wie das Institut in derselben Zusammenfassung mit seiner Datenlage umgeht: Es hebt ausdrücklich hervor, dass aufgrund der sehr geringen Zahl analysierter Proben keine Rückschlüsse auf übliche Gehalte an Aluminium in Matcha-Tee und auf die Bewertung des Lebensmittels Matcha-Tee insgesamt möglich sind. Und im zugehörigen Risikoprofil steht der Satz, dass es in dieser Stellungnahme keine Empfehlung für Verbraucherinnen und Verbraucher gibt. Wer die drei Zahlen zitiert, sollte diese Sätze mitzitieren. Genau hier setzen die späteren Reihenuntersuchungen an: Der Mittelwert der drei Einzelproben liegt bei rund 1.956 Milligramm je Kilogramm, die Mittelwerte aus 29 und aus neun Proben liegen mit 1.149 und 1.112 Milligramm je Kilogramm rund 40 Prozent darunter. Die bayerische Untersuchungsstelle hat ihre Bewertung dabei auf bis zu drei Portionen am Tag gestützt und kommt für alle 29 Proben zu dem Ergebnis, dass keine Beeinträchtigung zu erwarten ist.

Was ein Prüfbericht ausweisen sollte

Aluminium gehört in ein vollständiges Analysezertifikat als eigene Zeile, mit Angabe in Milligramm je Kilogramm, mit Prüfmethode, Chargennummer, Probendatum und dem Namen des Labors. Ein Bericht ohne Chargenbezug ist wenig wert, weil er sich auf eine beliebige frühere Lieferung beziehen kann. Sinnvoll ist außerdem, dass im selben Bericht Blei, Cadmium, Arsen, Quecksilber und ein Pestizid-Screening stehen. Die Untersuchungsämter aus Baden-Württemberg berichten für ihre elf Proben, dass die Gehalte an Arsen und Blei unauffällig waren und dass in den neun Bio-Proben keine Pflanzenschutzmittel-Rückstände gefunden wurden. Wie du ein solches Dokument Zeile für Zeile liest, welche Einheiten üblich sind und woran du eine echte Prüfung von einem Werbedokument unterscheidest, steht in „Analysezertifikat für Matcha lesen: Zeile für Zeile erklärt“. Bei Mischungen mit vielen Zutaten sagt ein solcher Bericht dagegen wenig über den Teeanteil aus; wie du solche Dosen aufschlüsselst, zeigt „Matcha mit Kollagen, Protein und Pilzen im Zutaten-Check“.

Was du beim Kauf praktisch tun kannst

Aus den Zahlen folgen drei einfache Punkte. Erstens: Wähle nach Prüfbericht, nicht nach Beschreibung. Die Spannweite von 0,4 bis 2,3 Milligramm je Gramm im Test zeigt, dass zwischen zwei Dosen im selben Regal Welten liegen können. Zweitens: Bleib bei der üblichen Dosierung von 2 Gramm je Schale. Sie ist zugleich die Menge, mit der das Getränk geschmacklich am besten funktioniert, und sie hält die Rechnung klein. Drittens: Achte auf Bio-Ware aus geprüftem Anbau, weil dort die Rückstandslage regelmäßig kontrolliert wird und die Prüfberichte typischerweise vollständiger ausfallen. Woran du echte Bio-Ware erkennst, erklärt „Bio-Matcha erkennen: Siegel, Codes und Laborwerte im Blick“. Unser Bio-Matcha ist auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide geprüft. Dass in dieser Dose nur eine einzige Zutat steckt und was das für vegane und glutenfreie Ernährung bedeutet, steht in „Ist Matcha vegan und glutenfrei? Blick auf die eine Zutat“. Die Dose enthält 30 Gramm für 25,00 Euro, der Grundpreis liegt bei 833,33 Euro je Kilogramm; bei 2 Gramm je Schale sind das rund 15 Schalen und rund 1,67 Euro Pulveranteil je Schale. Günstiger wird es über die Menge: drei Dosen kosten 63,00 Euro (21,00 Euro je Dose, Grundpreis 700,00 Euro je Kilogramm), sechs Dosen 108,00 Euro (18,00 Euro je Dose, Grundpreis 600,00 Euro je Kilogramm).

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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