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Vergleich

Matcha-Farbe im Vergleich: Chasen gegen Milchaufschäumer

Schlägst du dieselbe Menge Matcha mit demselben Wasser einmal mit dem Bambusbesen und einmal mit dem elektrischen Milchaufschäumer auf, sehen beide Schalen fast nie gleich aus. Der Chasen liefert meist ein dichteres, sattes Grün mit feiner Haube, der elektrische Aufschäumer oft eine hellere, schaumigere Oberfläche, manchmal mit einem leicht bläulichen Schimmer am Rand. Das liegt nicht am Pulver, sondern daran, wie die beiden Werkzeuge Luft einarbeiten und wie unterschiedlich große Luftblasen Licht werfen. Dieser Artikel geht die Ursachen der Reihe nach durch, von der häufigsten bis zur seltensten, mit einem Test für jede und der passenden Abhilfe.

Das Symptom: gleiches Pulver, zwei Farbeindrücke

Nimm die gleiche Waage, dieselben 2 Gramm Pulver, dieselben 100 Milliliter Wasser bei derselben Temperatur, und schlag einmal mit dem Chasen, einmal mit dem elektrischen Aufschäumer auf. Trotzdem stehen am Ende zwei unterschiedliche Bilder vor dir: die Chasen-Schale mit einer feinen, dichten, sattgrünen Haube, die elektrisch aufgeschlagene Variante oft heller, lockerer und mit größeren, sichtbaren Bläschen. Manche berichten sogar von einem leicht bläulichen Ton am Rand des Glases, wenn der Aufschäumer zum Einsatz kam. Wer nur die Farbe vergleicht, kommt schnell zu dem Schluss, ein Werkzeug mache „besseren“ Matcha als das andere. Das greift zu kurz, denn hier verändert sich nicht die Menge an Chlorophyll im Glas, sondern nur, wie das Licht auf dem Weg zu deinem Auge gestreut wird.

Ursache 1: unterschiedliche Blasengröße verändert die Lichtstreuung

Ob Blasen fein und zahlreich oder grob und wenige werden, hängt laut dem Übersichtsartikel zu Schaum unter anderem von den strukturellen Eigenschaften der schaumbildenden Stoffe und davon ab, wie stark die Oberflächenspannung des Wassers beim Aufschlagen gesenkt wird, wodurch sich überhaupt erst Luft einarbeiten lässt. Ein Bambusbesen mit seinen sehr vielen, sehr dünnen Zinken erzeugt in kürzester Zeit eine hohe Zahl kleiner Nukleationspunkte, an denen winzige Blasen entstehen. Ein elektrischer Aufschäumer mit einer einzelnen Spiralspitze oder einem Flügelrad arbeitet oft mit weniger, dafür größeren Bewegungspunkten. Wie fein oder grob eine Struktur ist, entscheidet direkt mit darüber, wie Licht gestreut wird: Sehr feine, gleichmäßige Strukturen streuen Licht diffuser und erscheinen heller und dichter zugleich, während größere, ungleichmäßige Strukturen das Licht ungleichmäßiger zurückwerfen und stellenweise mehr vom satten Grün darunter durchschimmern lassen oder es überdecken, je nachdem wie dick die Schaumschicht ausfällt. Test: Nimm nach dem Aufschlagen einen Löffel und ziehe ihn flach durch die Oberfläche. Feine, kaum sichtbare Bläschen bedeuten viele kleine Nukleationspunkte, große sichtbare Blasen bedeuten das Gegenteil. Abhilfe: Es gibt hier nichts zu reparieren, denn beide Ergebnisse sind chemisch identisch. Willst du dem Chasen-Bild näherkommen, schlage mit dem Aufschäumer in kurzen Intervallen nah an der Oberfläche statt durchgehend in der Tiefe.

Ursache 2: unterschiedlich viel eingearbeitete Luft

Neben der Blasengröße zählt schlicht die Menge an Luft, die ein Werkzeug in derselben Zeit einträgt. Ein elektrischer Aufschäumer dreht sich oft deutlich schneller als eine Handbewegung im W-Muster, trägt dadurch in derselben Zeitspanne mehr Volumen ein und verdünnt den optischen Grünanteil je Bläschen stärker. Das Ergebnis erscheint heller und voluminöser, aber nicht automatisch schlechter. Ein Chasen bewegt sich zwar schneller, arbeitet aber näher an der Oberfläche und in einem kleineren Gefäß, sodass ein größerer Anteil der eingearbeiteten Luft direkt in der obersten Schicht bleibt, statt sich über ein größeres Flüssigkeitsvolumen zu verteilen. Ein großes Glas mit viel Wasser, wie es beim Aufschäumen für einen Latte üblich ist, verteilt dieselbe Luftmenge dagegen auf eine größere Fläche und mehr Volumen, was den optischen Effekt zusätzlich verstärkt. Test: Miss das Volumen vor und nach dem Aufschlagen mit einem Messbecher, einmal mit jedem Werkzeug, und notiere zusätzlich das verwendete Gefäßvolumen. Ein deutlich größerer Volumenzuwachs zeigt, welches Werkzeug mehr Luft einträgt. Abhilfe: Wer die kompaktere Chasen-Optik bevorzugt, schlägt mit dem elektrischen Gerät kürzer und beendet den Vorgang, sobald sich eine geschlossene Decke bildet, statt bis zum maximalen Volumen weiterzuschlagen, und verwendet nach Möglichkeit ein kleineres, hohes Gefäß statt eines breiten, flachen Glases.

Ursache 3: die Wassertemperatur unterscheidet sich in der Praxis oft mit

In der Theorie sollten beide Zubereitungen bei 70 bis 80 Grad passieren, wie es auch der Deutsche Tee & Kräutertee Verband für die Matcha-Zubereitung beschreibt: zunächst mit wenig Wasser cremig anrühren, dann mit heißem Wasser aufgießen. In der Praxis greifen viele beim elektrischen Aufschäumer zu einer Heizstufe, die deutlich über diesem Bereich liegt, weil Geräte oft für Milch statt für Matcha ausgelegt sind. Höhere Temperatur verändert nicht nur den Geschmack, sondern beeinflusst auch, wie stabil die entstandenen Bläschen bleiben, bevor sie zusammenfallen und die Oberfläche ungleichmäßiger erscheinen lassen. Test: Miss die tatsächliche Wassertemperatur mit einem Küchenthermometer bei beiden Zubereitungen. Abhilfe: Stell beide Zubereitungen bewusst auf denselben Temperaturbereich ein, dann fällt der Unterschied durch die Hitze weg und es bleibt nur der werkzeugbedingte Effekt.

Ursache 4: Bauart und Material des Aufschäumers

Nicht jeder elektrische Aufschäumer ist gleich gebaut. Modelle mit einer feinen Doppelspirale erzeugen einen dichteren, kleinteiligeren Schaum als einfache Einzelspiralen, und beschichtete Metallköpfe verhalten sich beim Ablösen der Blasen anders als raue Kunststoffoberflächen. Das ist ein Randfaktor, aber er erklärt, warum zwei verschiedene elektrische Geräte am selben Pulver ebenfalls unterschiedlich aussehende Ergebnisse liefern. Test: Falls verfügbar, denselben Matcha mit zwei unterschiedlichen Aufschäumer-Modellen vergleichen. Abhilfe: Für eine dem Chasen näherkommende Optik lohnt sich ein Modell mit feiner Doppelspirale statt einer einzelnen groben Spitze.

Der Fall, in dem es am Pulver liegt

Grob vermahlenes Pulver macht den Unterschied zwischen den beiden Werkzeugen deutlicher sichtbar als fein vermahlenes. Bei grober Mahlung liegen weniger und schwerere Partikel vor, die die Blasenwände stützen können; ein Chasen mit seiner hohen Zinkenzahl arbeitet solche gröberen Partikel noch einigermaßen ein, ein elektrischer Aufschäumer mit weniger feinem Zugriff verstärkt die Ungleichmäßigkeit zusätzlich. Bei sehr fein steingemahlenem Pulver aus erster Ernte gleicht sich der Unterschied zwischen den Werkzeugen dagegen etwas an, weil genügend feine Partikel für beide Verfahren zur Verfügung stehen. Der Mahlgrad ist hier also ein Faktor unter mehreren, nicht der einzige.

Warum Farbe hier kein Qualitätsmaßstab ist

Es ist verlockend, das satter grün wirkende Ergebnis automatisch für das bessere zu halten. Das trägt nicht: Beide Zubereitungen enthalten dieselbe Menge desselben Pulvers, derselbe Chlorophyllgehalt schwimmt in beiden Gläsern. Was sich unterscheidet, ist ausschließlich die Verteilung von Luft und Wasser an der Oberfläche und wie diese Struktur Licht wirft. Eine hellere, schaumigere Optik durch den Aufschäumer ist kein Zeichen für verdünnten oder minderwertigen Matcha, genauso wenig wie die dichtere Chasen-Haube automatisch ein Beweis für besonders hochwertiges Pulver ist. Für die traditionelle Usucha-Schale bleibt der Chasen das Werkzeug der Wahl, weil er neben der Optik auch die feine, langsam vergehende Textur liefert; für den Alltag, etwa im Matcha Latte, ist der elektrische Aufschäumer eine praktische Alternative mit einem anderen, nicht schlechteren Bild.

Wie du einen fairen Vergleich zuhause machst

Willst du selbst prüfen, welcher Anteil deiner Wahrnehmung tatsächlich am Werkzeug liegt, halte möglichst viele Variablen konstant: dieselbe Waage für dieselbe Pulvermenge, dieselbe Wassermenge im gleichen Gefäßtyp, dieselbe gemessene Temperatur, und beurteile das Ergebnis direkt nebeneinander bei Tageslicht statt unter Küchenlicht oder im zeitlichen Abstand. Fotografiere beide Schalen mit derselben Kamera und denselben Einstellungen, denn automatische Weißabgleiche von Smartphones verändern Grün- und Blautöne oft unterschiedlich stark und können einen Unterschied vortäuschen oder verschleiern, der in Wirklichkeit größer oder kleiner ist. Erst wenn Pulvermenge, Wassermenge, Temperatur und Lichtverhältnisse gleich sind, lässt sich der verbleibende Unterschied wirklich auf das Werkzeug selbst zurückführen.

Was das für deine Wahl bedeutet

Entscheide dich nach Anlass, nicht nach Farbfoto. Für die pure Schale mit ruhiger Zubereitung bleibt der Bambusbesen die traditionelle Wahl mit der feinsten, am längsten stehenden Haube; seine hohe Zinkenzahl ist genau darauf ausgelegt, in der japanischen Teezeremonie über Jahrhunderte verfeinert. Für den schnellen Latte am Morgen ist ein elektrischer Aufschäumer eine praktische Ergänzung, dessen helleres Bild kein Fehler ist, sondern schlicht ein anderes, durch mehr und größere Luftblasen geprägtes Ergebnis. Worauf es in beiden Fällen wirklich ankommt, ist die Feinheit des verwendeten Pulvers, denn sie bestimmt, wie viele stabilisierende Partikel überhaupt zur Verfügung stehen, unabhängig davon, welches Werkzeug am Ende in der Hand liegt. Ein fein steingemahlenes, aus erster, beschatteter Ernte von Hand gepflücktes Pulver wie der MATCHASHOCK Bio-Matcha liefert in beiden Werkzeugen ein gleichmäßiges Ergebnis, laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide und ohne Zusätze, die das Bild zusätzlich verändern könnten.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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