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Vergleich

Matcha oder Guarana – was die Koffein-Zahlen wirklich sagen

Guarana steckt in vielen Getränken, Matcha steht als eigenes Getränk in der Schale – trotzdem werden beide ständig verglichen, meist wegen des Koffeins. Der Vergleich lohnt sich, denn die Zahlen überraschen: Guarana-Samen gehören zu den koffeinreichsten Pflanzenteilen überhaupt. Was das praktisch bedeutet, klärt dieser Artikel mit Quellen.

Was Guarana überhaupt ist

Guarana ist eine Kletterpflanze aus dem Amazonasgebiet. Genutzt werden nicht die Blätter, sondern die Samen: Sie werden geschält, getrocknet und zu einem hellbraunen Pulver zermahlen. Traditionell wird dieses Pulver in Wasser aufgeschwemmt und mit Honig gesüßt getrunken. Heute begegnet dir Guarana fast nur noch als Zutat – in Erfrischungsgetränken, Energydrinks, Schokolade, Tee-Mischungen, Kaugummi und als Nahrungsergänzungsmittel. Matcha ist das Gegenmodell: fein vermahlenes Blattgewebe beschatteter Teepflanzen, das als eigenständiges Getränk aufgeschlagen wird – pur mit Wasser oder als Latte mit Milch. Der eine Stoff ist also in erster Linie ein Rohstoff für die Getränkeindustrie, der andere ein Tee mit eigener, jahrhundertealter Trinkkultur aus Japan. Dieser grundsätzliche Unterschied zieht sich durch alle weiteren Punkte des Vergleichs, vom Geschmack über die Dosierung bis zur Frage, wie viel Kontrolle du über deine Portion hast.

Koffein: die Zahlen aus den Quellen

Guarana-Samen enthalten 4 bis 8 Prozent Koffein in der Trockenmasse – das entspricht 40 bis 80 Milligramm je Gramm. Zum Vergleich: Matcha-Pulver liegt bei 18,9 bis 44,4 Milligramm pro Gramm, umgerechnet also rund 1,9 bis 4,4 Prozent. Pro Gramm trägt Guarana damit oft ein Mehrfaches. Nur: Niemand löffelt Guarana pur. In fertigen Getränken ist der Extrakt sparsam dosiert; typische Energydrinks liegen insgesamt bei etwa 32 Milligramm Koffein je 100 Milliliter, egal aus welcher Quelle das Koffein stammt. Eine Matcha-Schale aus 2 Gramm Pulver auf 100 Milliliter kommt rechnerisch auf 38 bis 89 Milligramm. Je Portion sind beide also näher beieinander, als die Prozentwerte vermuten lassen – entscheidend ist immer die Menge im fertigen Getränk, nicht der Gehalt im trockenen Rohstoff.

Geschmack: Zutat gegen Getränk

Beim Geschmack ist der Vergleich schnell entschieden – aber nicht, weil eine Seite versagt, sondern weil beide etwas anderes sein wollen. Guarana schmeckt äußerst herb bis sehr bitter und wird genau deshalb kaum pur konsumiert, sondern Lebensmitteln zugesetzt, in denen Zucker und Aromen die Bitterkeit überdecken. Das ist keine Schwäche, sondern schlicht seine Rolle als Zutat. Matcha dagegen ist als Getränk gedacht und soll pur überzeugen: Gute, beschattete Qualität aus früher Ernte schmeckt rund, leicht süßlich und umami, mit grasig-frischer Note und feinem Schaum auf der Schale. Bitter wird Matcha nur bei später Ernte, zu heißem Wasser oder zu hoher Dosierung – alles vermeidbar. Wer den puren, unverstellten Geschmack eines grünen Getränks sucht, findet ihn deshalb nur auf einer Seite dieses Vergleichs. Guarana bleibt das, was es immer war: ein kraftvoller Rohstoff, der geschmacklich Unterstützung braucht.

Dosierung: wer bestimmt die Menge?

Beim Matcha bestimmst du die Koffeinmenge selbst: 2 Gramm auf 100 Milliliter sind der Standard für eine Schale, 1 Gramm reicht für einen milden Latte – die Grammzahl auf der Waage ist deine Stellschraube. Bei Guarana-Produkten steckt die Menge dagegen in der Rezeptur des Herstellers. Wie viel Koffein eine Dose Erfrischungsgetränk mit Guarana-Extrakt tatsächlich enthält, verrät nur der Aufdruck auf dem Etikett – die Zutatenliste allein sagt darüber wenig aus. Bei Nahrungsergänzung mit reinem Guarana-Pulver kommt die Spannweite der Samen dazu: 40 bis 80 Milligramm je Gramm sind das Doppelte zwischen unterem und oberem Ende, ohne dass du dem Pulver ansiehst, wo deine Charge liegt. Wer seine Koffeinaufnahme kennen will, hat es mit einem selbst dosierten Teepulver und einer bekannten Gehaltsspanne schlicht einfacher als mit wechselnden Extrakt-Rezepturen aus dem Getränkeregal.

Handhabung im Alltag

Guarana brauchst du im Alltag nicht selbst zuzubereiten – es kommt fertig gemischt aus Dose oder Kapsel. Wenn du das reine Pulver kaufst, landet es wegen der Bitterkeit meist im Smoothie oder Joghurt, gut versteckt hinter Frucht und Süße. Matcha bereitest du in zwei bis drei Minuten selbst zu: Pulver durch ein feines Sieb geben, Wasser mit 70 bis 80 Grad angießen, mit Bambusbesen, Milchaufschäumer oder Shaker aufschlagen – heiß, kalt oder als Latte mit Milch. Weil du beim Matcha das ganze Blatt trinkst, lohnt der Blick auf Herkunft und Prüfung: erste Ernte, beschattet, von Hand gepflückt, steingemahlen und laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide – wie der MATCHASHOCK Bio-Matcha, der genau deshalb mild statt bitter schmeckt. So verschiebt sich der Vergleich am Ende vom reinen Zahlenspiel zur Geschmacksfrage: Das eine Pulver versteckst du, das andere stellst du in die Mitte des Getränks.

Fazit: Rohstoff gegen Ritual

Guarana und Matcha spielen verschiedene Rollen. Guarana ist ein koffeinreicher Rohstoff, der fast immer verarbeitet in Getränken und Kapseln steckt und dessen Bitterkeit pur kaum jemand trinken mag. Matcha ist ein Getränk mit eigener Kultur, das über Geschmack, Zubereitung und Optik lebt und dessen Menge du bei jeder Portion selbst in der Hand hast. Wenn dich nur die nackte Koffeinzahl interessiert, liefern beide je nach Portion ähnliche Bereiche – 38 bis 89 Milligramm je Matcha-Schale, variable Werte je Guarana-Produkt, abhängig von Rezeptur und Etikett. Wenn dich aber das Getränk interessiert, sein Geschmack, das kurze Ritual des Aufschlagens und die Kontrolle über jede einzelne Portion, dann fällt die Antwort auf die Frage Matcha oder Guarana eindeutig aus: Der Rohstoff bleibt in der Industrie zu Hause, die grüne Schale auf deinem Tisch.

Ein Blick auf die Zutatenliste der Guarana-Getränke

Guarana begegnet den meisten nicht als Samen, sondern als Zutat in einem fertigen Getränk – und dort steht es selten allein. Typisch ist eine Liste, die mit Wasser und Zucker beginnt, dann Säuerungsmittel, Aromen und Farbstoffe nennt und Guarana oder Koffein weiter hinten führt. Genau das ist der eigentliche Unterschied zur Schale Matcha: Dort steht eine einzige Zutat, nämlich gemahlener Grüntee, und alles Weitere kommt aus der eigenen Küche dazu oder eben nicht. Für die Einordnung des Zuckers gibt es einen Bezugswert: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt zusammen mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft und der Deutschen Diabetes-Gesellschaft höchstens zehn Prozent der Energiezufuhr aus freien Zuckern. Wer eine Dose in die Hand nimmt, findet den Zuckergehalt je 100 Milliliter direkt in der Nährwerttabelle und kann ihn auf die tatsächliche Portionsgröße hochrechnen – bei einer 500-Milliliter-Dose ist das das Fünffache. Beim Matcha entfällt diese Rechnung, weil über die Süße am Ende die eigene Hand entscheidet. Das ist kein Argument gegen fertige Getränke, sondern eine Frage der Kontrolle über die Zutaten. Denselben Vergleich für die klassischen Energydrinks zieht der Wissensartikel „Matcha statt Energydrink – ein Blick auf die Zutatenliste“.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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