Zubereitung
So gelingt ein Matcha-Swiss-Roll ohne Risse
Ein Matcha-Rollkuchen ist ein dünner Biskuitboden, der mit Matcha eingefärbt, nach dem Backen mit einer Füllung bestrichen und aufgerollt wird. Das Grundprinzip stammt aus der westlichen Biskuitrolle des 19. Jahrhunderts, wurde in Japan aber zu einer eigenen, weniger süßen Variante weiterentwickelt, die heute zu den beliebtesten Kuchenformen des Landes zählt.
Woher der Rollkuchen kommt
Frühe Rezepte für eine Biskuitrolle finden sich bereits in österreichischen Kochbüchern des frühen 19. Jahrhunderts unter Namen wie "Biskoten-Rolletten". Von dort verbreitete sich das Prinzip nach Frankreich und in die USA. Die Technik ist einfach beschrieben: Ein Biskuitboden wird gebacken, nach dem Erkalten mit einer Füllung bestrichen, aufgerollt und außen mit Puderzucker bestäubt. In Japan heißt die Kuchenform Roll Cake und wird seit Jahrzehnten in unzähligen Varianten verkauft – von Bäckereien über Convenience-Stores bis zu Fachgeschäften, mit Matcha als einer der beliebtesten Geschmacksrichtungen neben schwarzem Sesam und Kastanie. Anders als bei einer klassischen Torte braucht ein Rollkuchen weder eine Springform noch eine lange Kühlzeit für den Guss, was ihn zu einem vergleichsweise schnellen Kuchen für den Alltag macht, über besondere Anlässe hinaus.
Was den japanischen Rollkuchen von der westlichen Biskuitrolle unterscheidet
Der japanische Roll Cake ist typischerweise weniger süß als sein westliches Vorbild, was auch am geringeren Zuckeranteil im Teig und an einer dünneren Cremeschicht liegt und setzt auf geschlagenes Eiweiß statt auf Butter oder Öl im Teig, wodurch eine besonders leichte, an Chiffonkuchen erinnernde Textur entsteht. Gefüllt wird meist mit Schlagsahne statt mit Buttercreme, oft ergänzt um frisches Obst. Bei der Matcha-Variante zieht sich das Pulver durch zwei Ebenen: einmal fein gesiebt im Biskuitteig, ein zweites Mal in der geschlagenen Sahnefüllung, sodass Boden und Füllung farblich und geschmacklich zusammenpassen, ohne dass eine Ebene die andere überdeckt.
Das Grundrezept: Biskuit, das sich rollen lässt
Für einen Biskuit, der beim Rollen nicht reißt, werden vier Eier getrennt, das Eigelb mit einem Teil des Zuckers schaumig geschlagen, das Eiweiß mit dem restlichen Zucker steif geschlagen und beides vorsichtig mit rund 90 Gramm Mehl, zwei Esslöffeln fein gesiebtem Matcha und einer Prise Backpulver vermengt. Entscheidend ist das vorsichtige Unterheben, damit möglichst wenig Luft aus dem Eischnee entweicht – nur so bleibt der Boden elastisch genug zum Rollen. Bei 190 Grad braucht ein dünn ausgestrichener Boden nur 10 bis 12 Minuten im Ofen. Direkt nach dem Backen wird er, noch warm, probehalber locker eingerollt und wieder ausgerollt; das gewöhnt den Teig an die Form und verhindert später Risse.
Rollen, füllen, ruhen lassen
Ist der Boden vollständig abgekühlt, wird er mit geschlagener Sahne bestrichen, die mit etwas Matcha und wenig Zucker aromatisiert ist, und straff, aber ohne Druck aufgerollt. Ein Backpapier oder ein sauberes Küchentuch hilft dabei, die Spannung zu halten. Danach sollte der Rollkuchen mindestens 30 Minuten, besser eine Stunde, mit der Naht nach unten im Kühlschrank ruhen – das gibt der Füllung Halt und dem Biskuit die Chance, sich an die runde Form zu gewöhnen, bevor er angeschnitten wird. Erst nach dieser Ruhezeit zeigt ein Anschnitt die typischen, gleichmäßigen Spiralen.
Warum die Farbe beim Backen entscheidend ist
Wie „Mit Matcha backen: was Hitze mit Farbe und Geschmack macht“ erklärt, verliert Matcha bei zu hoher oder zu langer Hitzeeinwirkung an Farbe und wird bitterer. Bei einem dünn ausgestrichenen Biskuit, der nur wenige Minuten im Ofen ist, bleibt dieser Effekt gering – ein Grund, warum sich Matcha für Rollkuchen besonders gut eignet, verglichen mit dicken Kuchenformen mit langer Backzeit. Wichtig ist trotzdem, die Ofentemperatur nicht zu überschreiten und den Boden herauszunehmen, sobald er an der Oberfläche trocken wirkt, aber noch keine braune Kruste zeigt.
Welches Pulver für Boden und Füllung passt
Weil das Pulver hier doppelt zum Einsatz kommt, lohnt sich ein feiner Mahlgrad besonders: Grobe Partikel fallen sowohl im hellen Biskuit als auch in der weißen Sahne sofort als Klümpchen auf. Genau darauf ist der MATCHASHOCK Bio-Matcha ausgelegt – erste Ernte, beschattet, von Hand gepflückt und fein steingemahlen, dazu laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide und mild statt bitter im Abgang. Für den hier beschriebenen Boden reichen zwei Esslöffel, für die Sahnefüllung ein bis zwei Teelöffel, je nachdem wie kräftig die Farbe werden soll.
Typische Fehler beim Rollen und wie sie sich vermeiden lassen
Der häufigste Fehler ist ein zu trockener Biskuit, der beim Rollen sofort reißt – meist, weil er zu lange oder bei zu hoher Temperatur gebacken wurde. Ein zweiter häufiger Fehler betrifft die Farbe: Wie „Matcha im Teig wird grau: was Natron und Backpulver anrichten“ erklärt, kann eine zu hohe Backpulvermenge in Kombination mit Hitze dazu führen, dass Matcha statt grün eher gräulich-oliv wirkt. Für einen Rollkuchen genügt deshalb eine kleine Prise Backpulver, nicht ein ganzer Teelöffel. Ein dritter Fehler ist zu festes Einrollen direkt nach dem Backen, ohne den Boden vorher probehalber locker einzurollen – dieser Zwischenschritt gewöhnt den Teig an die Rundung und verhindert Risse beim endgültigen Rollen mit Füllung. Wer diese drei Punkte beachtet, bekommt auch beim ersten Versuch einen Rollkuchen ohne offene Stellen an den Enden.
Aufbewahren und Anschneiden
Ein fertiger Rollkuchen lässt sich gut vorbereiten: Eingewickelt in Frischhaltefolie hält er sich im Kühlschrank ein bis zwei Tage, ohne dass Boden oder Füllung an Qualität verlieren. Für längere Aufbewahrung eignet sich das Einfrieren des ungeschnittenen Rollkuchens, der dann im Kühlschrank langsam auftauen sollte, damit sich kein Kondenswasser auf der Oberfläche bildet. Beim Anschneiden hilft ein scharfes, dünnes Messer, das vor jedem Schnitt kurz unter heißem Wasser angewärmt und abgetrocknet wird – so bleiben die Spiralen sauber sichtbar, statt durch die Sahnefüllung zu verschmieren. Für eine gleichmäßige Optik lohnt es sich, die Enden des Rollkuchens vor dem Servieren gerade abzuschneiden, weil dort die Füllung meist am ungleichmäßigsten verteilt ist.
Vom Rollkuchen zur einfachsten Zubereitung
Ein Rollkuchen zeigt Matcha in einer aufwendigen, aber lohnenden Form: Boden und Füllung tragen das Pulver, umgeben von Eiweiß, Zucker und Sahne. Wer den reinen Geschmack ohne diesen Aufwand kennenlernen will, braucht dafür nur zwei Gramm Pulver und 70 bis 80 Grad heißes Wasser – wie auch das Rezept für „Matcha-Roulade (Swiss Roll)“ am Ende empfiehlt, das Pulver einmal pur zu probieren, bevor man es in einen aufwendigen Teig einarbeitet. So lässt sich beurteilen, ob die eigene Dose überhaupt zum kräftigen Ton passt, den man sich für den Kuchen wünscht.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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