Jugendkultur
Matcha-Runde statt Kneipenabend: wie Freundeskreise umschwenken
Warum treffen sich manche Freundeskreise inzwischen seltener in der Kneipe? Aktuelle Marktforschung liefert eine Antwort: Laut einer YouGov-Studie vom 19. Mai 2026 trinken nur noch 68 Prozent der Deutschen überhaupt Alkohol, 2015 waren es noch 78 Prozent – ein Rückgang, den YouGov ausdrücklich auch bei jüngeren Zielgruppen beobachtet. An die Stelle des klassischen Kneipenabends treten zunehmend Treffen mit alkoholfreien Alternativen, zu denen auch ein Getränk wie Matcha zählen kann.
Die Zahlen zum Alkoholrückgang
Die YouGov-Studie „Alkoholkonsum im Wandel“ vom Mai 2026 hält fest, dass der Anteil der Deutschen, die Alkohol trinken, seit 2015 von 78 auf 68 Prozent gesunken ist – ein Rückgang von zehn Prozentpunkten in zehn Jahren. Nach Angaben der Studie zieht sich dieser Wandel durch Generationen und Geschlechter, wobei jüngere Zielgruppen die Entwicklung besonders vorantreiben. Genaue Prozentzahlen einzelner Altersgruppen nennt die Pressemitteilung nicht, die grundlegende Richtung aber schon.
Was Verbraucher heute stattdessen trinken
Eine Analyse von Mintel vom Februar 2026 ergänzt das Bild: 25 Prozent der Deutschen verzichten inzwischen ganz auf Alkohol, ein Plus von drei Prozentpunkten gegenüber 2024. 61 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher konsumierten laut Mintel im Jahr 2025 alkoholfreie oder alkoholarme Alternativen. Ein Drittel der Befragten trinkt regelmäßig alkoholfreies Bier, daneben gewinnen auch andere alkoholfreie Getränke an Raum.
Warum jüngere Gruppen den Wandel vorantreiben
Beide Studien nennen jüngere Zielgruppen ausdrücklich als Treiber der Entwicklung, ohne dass sich daraus eine einzelne, feste Zahl für „die Jugend“ ableiten lässt. Erkennbar ist aber ein Muster: Wo früher der Kneipenabend als selbstverständlicher Treffpunkt galt, stehen heute häufiger andere Orte im Mittelpunkt – ein Café, eine Wohnung, ein Spaziergang oder eine Runde mit einem alkoholfreien Getränk, die genauso gut als gemeinsamer Termin funktioniert.
Was Menschen von alkoholfreien Getränken erwarten
Laut Mintel hält vor allem der Zuckergehalt manche Menschen davon ab, häufiger zu alkoholarmen oder alkoholfreien Getränken zu greifen: 34 Prozent der Befragten nennen das als Hindernis. Fast 20 Prozent würden ein alkoholfreies Getränk eher kaufen, wenn es weniger Kalorien hätte. Diese Erwartungen erklären, warum reine Getränke ohne Zuckerzusatz bei einem preis- und inhaltsbewussten Publikum eine Rolle spielen können.
Wie ein Treffen ohne Kneipe aussehen kann
Statt einer Bar lässt sich eine Runde genauso gut in einer Wohnung organisieren: jede Person bringt etwas mit, jemand rührt eine Runde Matcha an, dazu kommen ein paar Snacks. Das braucht keine Reservierung und keine feste Uhrzeit, an die sich alle halten müssen, sondern nur eine Wasserquelle und ein paar Becher. Für größere Runden lässt sich Matcha auch als Konzentrat vorbereiten, sodass niemand einzeln anrühren muss. Wer lieber ganz ohne Milch bleibt, findet dazu Ideen im Artikel „Matcha Mocktail: alkoholfreie Drinks, die nicht nach Limo schmecken“, und wer den Januar zum Anlass für den Umstieg nehmen will, im Artikel „Dry January mit Matcha: das Ritual für einen Monat ohne Alkohol“.
Wie sich das Bild vom gemeinsamen Trinken insgesamt wandelt
Über Jahrzehnte galt ein Feierabendbier oder ein Cocktail als selbstverständlicher Teil eines Treffens unter Freunden, fast wie eine Nebensache, über die niemand nachdachte. Die zitierten Zahlen von YouGov und Mintel zeigen, dass genau diese Selbstverständlichkeit bröckelt: Wer heute auf ein Getränk verzichtet oder zu einer alkoholfreien Variante greift, muss sich dafür in vielen Freundeskreisen längst nicht mehr rechtfertigen. Damit verschiebt sich auch, was als „normales“ Treffen gilt – ein Nachmittag mit Matcha statt Cocktails ist in diesem Bild kein Sonderfall mehr, sondern eine von mehreren gleichwertigen Optionen, zwischen denen Freundeskreise heute frei wählen.
Praktische Tipps für die eigene Matcha-Runde
Für eine größere Gruppe lohnt es sich, das Matcha nicht einzeln, sondern als Konzentrat vorzubereiten: eine stärkere Mischung, die sich am Tisch nur noch mit kaltem Wasser, Pflanzendrink oder Sprudelwasser strecken lässt. So kann jede Person die eigene Schale nach Geschmack verdünnen, ohne dass ständig jemand nachrühren muss. Für den Anfang reicht ein einfacher Aufbau: eine Kanne mit dem Konzentrat, ein paar Gläser mit Eis, dazu Wasser und Milch oder Pflanzendrink zur Wahl. Wer mag, stellt zusätzlich Zitrone oder frische Minze dazu – für eine Runde, die genauso gesellig ist wie ein Abend in der Kneipe, nur ohne Alkohol.
Was eine Matcha-Runde von anderen Alternativen unterscheidet
Anders als viele fertige alkoholfreie Biere oder Cocktails lässt sich Matcha ohne Zusatzstoffe und ohne zugesetzten Zucker zubereiten – die einzige Zutat ist das Pulver selbst, dazu Wasser oder Milch nach Wahl. Wer die 34 Prozent Zuckergehalt-Skeptiker aus der Mintel-Erhebung wiedererkennt, findet darin einen praktischen Grund, warum eine Matcha-Runde für manche Freundeskreise eine unkomplizierte Alternative zur Kneipe geworden ist.
Wie sich ein Umstieg im Freundeskreis in der Praxis anfühlt
Ein Umstieg passiert selten von einem Abend auf den anderen, sondern schrittweise: Zuerst schlägt jemand aus der Gruppe ein Treffen an einem Ort ohne Bar vor, dann wird daraus beim nächsten Mal wieder eine Selbstverständlichkeit. Die zitierten Studien beschreiben genau diesen schleichenden Wandel, nicht einen plötzlichen Bruch mit alten Gewohnheiten. Für einzelne Personen in einer Gruppe kann das bedeuten, zunächst die einzige zu sein, die nach einer Alternative fragt – laut den Zahlen von Mintel und YouGov ist das aber inzwischen eine wachsende, keine seltene Position mehr. Wo früher vielleicht Erklärungsbedarf bestand, warum jemand keinen Alkohol trinkt, verschiebt sich die Frage zunehmend in die andere Richtung: Welche Alternative gibt es eigentlich, die genauso viel Genuss bietet wie das gewohnte Getränk am Abend.
Was bleibt, wenn Freundeskreise seltener in die Kneipe gehen
Ein Treffen ohne Bar bedeutet nicht automatisch weniger Geselligkeit – es verschiebt nur den Rahmen. Statt Musik und Lärm einer Bar bestimmen bei einem Treffen zuhause oder im Café eher Gespräch und gemeinsame Zubereitung den Ablauf. Für manche Gruppen wird gerade das zum eigentlichen Reiz: Wer selbst eine Runde Matcha anrührt, statt an einer Theke zu warten, hat automatisch etwas zu tun und ein gemeinsames Thema, über das sich reden lässt, während das Getränk entsteht. Ob das dauerhaft die Kneipe ersetzt oder nur eine von mehreren Optionen bleibt, hängt am Ende von jeder Gruppe selbst ab – die Zahlen zeigen aber, dass die Option heute deutlich selbstverständlicher zur Verfügung steht als noch vor zehn Jahren. Wer als erste Person in der Gruppe eine Alternative vorschlägt, muss sich nach den vorliegenden Zahlen längst nicht mehr als Außenseiter fühlen, sondern liegt eher im Trend als abseits davon. Wer diese Rolle in der eigenen Gruppe übernehmen möchte, muss dafür kein aufwendiges Konzept entwickeln, sondern kann einfach beim nächsten Treffen fragen, ob eine Runde ohne Bar diesmal ausprobiert werden soll.
Was sich langfristig an Treffpunkten ändern könnte
Sollten sich die beschriebenen Zahlen in den kommenden Jahren fortsetzen, dürfte sich auch das Angebot an Orten für alkoholfreie Treffen weiter ausweiten – von Cafés mit erweiterter Getränkekarte bis zu eigenen Matcha-Bars, wie sie in einigen Städten bereits entstehen. Für Freundeskreise bedeutet das mehr Auswahl, ohne dass jedes Treffen zuhause organisiert werden müsste. Bis dahin bleibt die eigene Wohnung mit einer selbst angerührten Runde Matcha aber die einfachste und günstigste Variante, um denselben geselligen Effekt wie in einer Bar zu erreichen, nur eben ohne Alkohol und ohne Rechnung am Ende des Abends.
Ein kurzes Fazit zum Wandel im Freundeskreis
Ob ein Freundeskreis seltener in die Kneipe geht, entscheidet sich am Ende an vielen kleinen Momenten, nicht an einer großen Ankündigung. Ein Treffen, das genauso gut ohne Bar funktioniert, ein Getränk, das ohne Zuckerzusatz auskommt, und ein wenig Neugier auf etwas anderes als die gewohnte Runde reichen oft schon aus, um daraus eine neue Gewohnheit zu machen. Die vorgestellten Zahlen zeigen dabei nur, dass diese Entwicklung längst kein Randphänomen mehr ist, sondern von vielen Menschen gleichzeitig getragen wird.
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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