Zubereitung
Matcha schmeckt metallisch, obwohl kein Metallwerkzeug im Spiel war
Ein metallischer, blechern-scharfer Geschmack ohne Metallwerkzeug kommt meistens vom Wasser selbst, insbesondere von Eisen- oder Kupferspuren aus alten Leitungen, oder von oxidiertem, gealtertem Pulver. Beide Ursachen haben nichts mit Bambusbesen, Sieb oder Löffel zu tun. Die Reihenfolge unten geht von der häufigsten zur seltensten Ursache.
So schmeckt das Problem
Neben der erwarteten Bitterkeit und Adstringenz liegt ein zusätzlicher, scharfer, blechartiger Unterton auf der Zunge, der eher an das Ablecken einer Büchse als an Tee erinnert. Er bleibt oft auch nach dem Schlucken noch kurz stehen und lässt sich klar von normaler Bitterkeit unterscheiden, weil er eher im vorderen Mundraum und am Gaumen auftritt statt hinten auf der Zunge. Manche beschreiben ihn auch als das Gefühl, kurz an einer Münze oder einem Schlüsselbund gerochen zu haben, ein Vergleich, der die Assoziation mit Metall recht genau trifft, auch wenn im Getränk selbst kein Metallteil enthalten war.
Ursache 1: Leitungswasser mit Eisen- oder Kupferanteil
Für Trinkwasser gilt in Deutschland ein Grenzwert von 0,2 Milligramm Eisen je Liter und 2 Milligramm Kupfer je Liter, beide als sogenannte Indikatorparameter geregelt, bei denen es um Geschmack und Erscheinungsbild des Wassers geht, nicht um eine unmittelbare Sicherheitsgrenze. Gerade in älteren Gebäuden mit alten Rohrleitungen kann der tatsächliche Gehalt am Wasserhahn höher liegen als im Wasserwerk gemessen. Der Test: Schmeckt reines, aufgekochtes Leitungswasser für sich genommen bereits leicht metallisch? Die Abhilfe: gefiltertes Wasser oder stilles Flaschenwasser zum Vergleich testen; verschwindet der Geschmack, war das Wasser die Ursache. Ein einfacher Wasserfilter mit Aktivkohle-Kartusche reduziert Metallspuren häufig spürbar, auch wenn er in erster Linie für Kalk und Chlor gedacht ist, und ist damit oft die einfachste dauerhafte Lösung, ohne jedes Mal Flaschenwasser kaufen zu müssen.
Ursache 2: Oxidiertes, gealtertes Pulver
Beim oxidativen Abbau von Polyphenolen in Tee und anderen Pflanzengetränken können scharfe, blecherne Geschmacksnoten entstehen, ein Effekt, der auch bei oxidiertem Wein als metallischer Beigeschmack beschrieben wird. Bei Matcha kommt dieser Effekt zu den ohnehin bekannten Anzeichen für abgestandenes Pulver hinzu, meist zusätzlich zu einem muffigen Grundton. Der Test: Vergleich mit einer frisch geöffneten Dose derselben Sorte. Die Abhilfe: frisches Pulver verwenden und die Dose richtig lagern, siehe den Artikel zu Pappe- und Heu-Geschmack. Ein metallischer Unterton in Kombination mit einer stumpfen statt kräftig grünen Farbe ist ein besonders deutliches Zeichen dafür, dass beide Effekte dieselbe Ursache haben und nicht getrennt voneinander betrachtet werden müssen.
Ursache 3: Verstecktes Metall an anderer Stelle der Zubereitung
Auch wenn Löffel und Sieb aus Bambus oder Kunststoff sind, kann an anderer Stelle unbemerkt Metall im Spiel sein: ein Wasserkocher mit teilweise freiliegendem Heizelement, eine alte Thermoskanne mit beschädigter Emaillierung, oder eine Metallkapsel im Wasserfilter. Der Test: Schmeckt reines Wasser, das lange im Wasserkocher stand, für sich genommen bereits verändert? Die Abhilfe: Geräte auf sichtbaren Materialschaden prüfen und im Zweifel austauschen, besonders bei älteren Wasserkochern mit sichtbaren Kalkablagerungen am Heizelement. Kalk selbst schmeckt zwar nicht metallisch, erhöht aber häufig die Wahrscheinlichkeit, dass das darunterliegende Heizelement an dünnen, freiliegenden Stellen direkten Kontakt zum Wasser bekommt.
Ursache 4: Sehr mineralstoffreiches Wasser
Auch ohne erhöhte Eisen- oder Kupferwerte kann insgesamt sehr hartes, mineralstoffreiches Wasser den Gesamteindruck in eine schärfere, als metallisch empfundene Richtung verschieben. Der Test: Härtegrad-Angabe des örtlichen Wasserversorgers prüfen, die meist online abrufbar ist. Die Abhilfe: weicheres oder gefiltertes Wasser probeweise verwenden und den Unterschied direkt vergleichen. Der Härtegrad steht in Deutschland meist in Grad deutscher Härte auf der Rechnung oder der Internetseite des Wasserversorgers und lässt sich damit ohne eigene Messung schnell nachschlagen.
Ursache 5: Reaktion mit Zitrusfrüchten oder sauren Zusätzen
Wird Matcha mit Zitronensaft oder anderen sehr sauren Zutaten kombiniert, etwa in manchen Limonaden-Rezepten, können die enthaltenen Säuren mit gelösten Metallspuren im Wasser oder mit oxidierten Pflanzenstoffen zusätzlich reagieren und den Eindruck von Schärfe verstärken. Der Test: Tritt der metallische Unterton nur in Rezepten mit Zitrusanteil auf, nicht aber in der puren Schale? Die Abhilfe: die Menge an Säure reduzieren oder erst kurz vor dem Servieren zugeben statt sie lange mitziehen zu lassen.
Ursache 6: Kontakt mit einer beschädigten Beschichtung
Auch beschichtete Gefäße wie ältere Töpfe mit angekratzter Antihaftbeschichtung oder abgenutzte Emailkannen können an den beschädigten Stellen kleine Mengen des darunterliegenden Metalls freilegen, ohne dass das auf den ersten Blick auffällt. Der Test: Zeigt das verwendete Gefäß sichtbare Kratzer oder abgeplatzte Stellen in der Beschichtung? Die Abhilfe: beschädigte Gefäße für die Matcha-Zubereitung nicht mehr verwenden und auf unbeschädigtes Glas, Keramik oder Edelstahl ohne Beschichtung umsteigen.
Ursache 7: Frisch renovierte oder neu verlegte Leitungen
Nach Bauarbeiten an Wasserleitungen oder dem Einbau neuer Rohre kann für einige Wochen ein erhöhter Anteil an Metallionen aus frischem Material ins Wasser übergehen, bevor sich eine schützende Schicht in der Leitung bildet und sich der Wert wieder normalisiert. Der Test: Gab es kürzlich Arbeiten an der Wasserleitung im Gebäude? Die Abhilfe: das Wasser einige Wochen lang morgens kurz ablaufen lassen, bevor es für die Zubereitung verwendet wird, oder in dieser Übergangszeit auf Flaschenwasser ausweichen.
Wenn es nicht am Vorgehen liegt
Geschmackswahrnehmung ist individuell unterschiedlich: Manche Menschen empfinden bestimmte Kombinationen aus kräftiger Umami-Note und Gerbstoffen grundsätzlich eher als metallisch, während andere dieselbe Schale als rein grasig-herb beschreiben würden. Das ist eine Frage der persönlichen Wahrnehmung und keine Fehlerquelle in Wasser, Pulver oder Werkzeug, und lässt sich entsprechend auch nicht durch eine andere Zubereitung beheben.
Was am Ende zählt
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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