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Was hinter dem Bio-Matcha-Ruckruf im August 2026 steckt

Im August 2026 hat die Berliner Firma TryMoin GmbH ihr Produkt Try Moin Bio Matcha Pure zurueckgerufen. Grund war ein Fund des Fungizids Tebuconazol in mehreren Chargen, die ueber Rossmann und Globus verkauft wurden. Der Fall zeigt, wie eng Bio-Matcha kontrolliert wird und woran du einen sauberen Rueckruf erkennst.

Was genau zurueckgerufen wurde

Betroffen war die 30-Gramm-Packung Try Moin Bio Matcha Pure mit der EAN 4262397271654. Die amtliche Meldung auf lebensmittelwarnung.de datiert vom 7. August 2026 und wurde am 11. August 2026 aktualisiert. Genannt sind mehrere Chargennummern und Mindesthaltbarkeitsdaten zwischen Februar und April 2028, was zeigt, dass der Fund nicht nur eine einzelne Produktion betraf, sondern ueber mehrere Abfuellungen verteilt war. Verkauft wurde die Ware bei der Drogeriekette Rossmann und bei den Globus-Maerkten, in allen 16 Bundeslaendern. Die zustaendigen Behoerden stuften den Fall als gesundheitsschaedlich ein und riefen zur Rueckgabe auf, auch ohne Kassenbon. Solche breit gestreuten Rueckrufe sind fuer ein Fachprodukt wie Matcha eher selten, weil die Abnahmemengen im Vergleich zu klassischen Lebensmitteln kleiner sind, was den Fall zusaetzlich auffaellig macht.

Der Stoff Tebuconazol

Tebuconazol ist ein Fungizid aus dem konventionellen Pflanzenschutz. Es wird eingesetzt, um Pilzbefall an Nutzpflanzen wie Getreide, Obst oder Gemuese zu verhindern, hat in einem als Bio deklarierten Produkt aber grundsaetzlich nichts zu suchen. Nach der amtlichen Einstufung gemaess EU-Verordnung 1272/2008 gilt der Stoff als reproduktionstoxisch der Kategorie 2. Genau deshalb wurde der Rueckruf ausgeloest und nicht als stille Rueckholung behandelt, sondern oeffentlich gemeldet. Solche Meldungen laufen in Deutschland ueber das Portal lebensmittelwarnung.de, das von Bund und Laendern gemeinsam betrieben wird und jede amtlich bestaetigte Grenzwertueberschreitung listet, damit Verbraucherinnen und Verbraucher unabhaengig vom Haendler informiert werden koennen.

Wie ein Fungizid in Bio-Matcha gelangen kann

Rueckstaende wie Tebuconazol koennen auf mehreren Wegen in ein Bio-Feld gelangen. Moeglich ist Abdrift von benachbarten konventionell bewirtschafteten Flaechen bei der Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln, eine Verunreinigung bei Transport oder Zwischenlagerung, oder ein Fehler in der Lieferkette, wenn Ware aus unterschiedlichen Quellen zusammengefuehrt oder falsch zugeordnet wird. Welche Ursache im konkreten Fall vorlag, hat die oeffentliche Meldung nicht im Detail ausgewiesen. Fuer Kaeuferinnen und Kaeufer zaehlt vor allem, dass ein Labortest die Ueberschreitung aufgedeckt hat, bevor grosser Schaden entstand, und dass die Meldekette danach wie vorgesehen funktioniert hat, vom Fund bis zur oeffentlichen Warnung.

Wie ein Lebensmittelrueckruf in Deutschland ablaeuft

Ein Rueckruf beginnt meist mit einer Eigenkontrolle des Herstellers oder einer amtlichen Stichprobe durch die Lebensmittelueberwachung eines Bundeslandes. Wird ein Grenzwert ueberschritten, muss das Unternehmen die zustaendige Behoerde informieren und in Abstimmung mit ihr die weiteren Schritte festlegen. Bei einem eingestuften Gesundheitsrisiko folgt eine oeffentliche Meldung auf lebensmittelwarnung.de, oft ergaenzt durch eigene Pressemitteilungen der Haendler und des Herstellers. Kundinnen und Kunden koennen betroffene Ware in der Regel ohne Kassenbon zurueckgeben, weil der Rueckruf ueber die Chargennummer und nicht ueber den Kaufbeleg laeuft. Rossmann und Globus haben im aktuellen Fall genau diesen Weg gewaehlt und die Rueckgabe an allen Standorten ermoeglicht, unabhaengig davon, wo die Packung urspruenglich gekauft wurde.

MATCHASHOCK ist von diesem Fall nicht betroffen

Der Rueckruf betrifft ausschliesslich das Produkt Try Moin Bio Matcha Pure der TryMoin GmbH. MATCHASHOCK bezieht sein Matcha aus einer eigenen Lieferkette und ist an diesem Vorfall in keiner Weise beteiligt. Wer sich fuer Matcha aus einer anderen Quelle interessiert, kann trotzdem aus dem Fall lernen: Es lohnt sich, auf Chargennummern, Pruefberichte und die Herkunft des Pulvers zu achten, bevor man eine Packung oeffnet, und im Zweifel direkt beim Anbieter nachzufragen, wie regelmaessig getestet wird und welche Werte dabei kontrolliert werden.

Woran du serioese Matcha-Anbieter erkennst

Ein serioeser Anbieter nennt die Herkunft des Matcha, gibt eine Chargennummer auf der Packung an und kann auf Nachfrage einen aktuellen Laborbericht vorlegen. Bio-Siegel allein sind kein Garant gegen jeden Einzelfall, wie der aktuelle Rueckruf zeigt, sie sind aber ein Hinweis auf ein bestehendes Kontrollsystem mit regelmaessigen Pruefungen durch unabhaengige Stellen. Wer unsicher ist, kann beim Haendler direkt nach dem letzten Pestizid-Screening fragen, nach dem Pruefdatum und danach, welches Labor die Analyse durchgefuehrt hat. Ein Anbieter, der diese Fragen offen beantwortet, gibt damit ein deutlich staerkeres Signal als ein Siegel allein.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Wer eine Packung Try Moin Bio Matcha Pure mit einer der genannten Chargennummern zu Hause hat, sollte sie nicht mehr verwenden. Die Packung kann bei Rossmann oder Globus zurueckgegeben werden, eine Quittung ist dafuer nicht noetig. Bei Fragen zu einer konkreten Charge lohnt sich ein Blick auf die aktuelle Meldung auf lebensmittelwarnung.de, da dort im Verlauf weitere betroffene Mindesthaltbarkeitsdaten und Chargennummern nachgetragen wurden. Wer unsicher ist, ob die eigene Packung betroffen ist, sollte die Nummer auf dem Boden der Verpackung mit der amtlichen Liste abgleichen, statt sich auf ein Gefuehl zu verlassen.

Fazit fuer Matcha-Kaeuferinnen und -Kaeufer

Der Rueckruf zeigt zwei Dinge gleichzeitig: Erstens, dass auch bei Bio-Produkten Fehler in der Lieferkette passieren koennen, und zweitens, dass das deutsche Meldesystem in einem solchen Fall funktioniert hat, von der Entdeckung bis zur breiten oeffentlichen Warnung. Fuer den eigenen Matcha-Kauf ist das ein guter Anlass, kurz zu pruefen, welche Angaben die eigene Packung zur Herkunft und zu Pruefungen macht, unabhaengig davon, welcher Anbieter dahintersteht.

Warum Pestizid-Grenzwerte bei importierten Lebensmitteln so wichtig sind

Matcha wird in Deutschland fast ausschliesslich importiert, meist aus Japan oder aus anderen asiatischen Anbauregionen. Bei importierter Ware greifen dieselben EU-Grenzwerte fuer Pflanzenschutzmittel wie bei europaeischer Produktion, unabhaengig davon, ob ein Feld konventionell oder biologisch bewirtschaftet wird. Fuer Bio-Ware gelten zusaetzlich eigene Zertifizierungsregeln, die eine Behandlung mit synthetischen Fungiziden wie Tebuconazol grundsaetzlich ausschliessen. Genau deshalb wird ein Fund wie im aktuellen Fall als schwerwiegender eingestuft als bei einem konventionellen Produkt, bei dem geringe Rueckstaende innerhalb des zulaessigen Rahmens liegen koennten. Die Kontrolle solcher Importe erfolgt stichprobenartig, weshalb nicht jede Charge vor dem Verkauf einzeln getestet wird und Funde wie dieser erst im Nachhinein auffallen koennen.

Was ein solcher Fall fuer das Vertrauen in Bio-Matcha bedeutet

Ein einzelner Rueckruf ist kein Beweis dafuer, dass Bio-Matcha grundsaetzlich unsicherer waere als andere Produkte, zeigt aber, dass auch ein Bio-Siegel keine hundertprozentige Garantie gegen jeden Einzelfall bietet. Fuer den Markt insgesamt ist entscheidend, dass Faelle wie dieser nicht verschwiegen, sondern ueber ein oeffentliches, fuer alle einsehbares System gemeldet werden. Das unterscheidet einen funktionierenden Markt von einem, in dem Probleme erst durch Zufall oder durch Medienberichte bekannt werden. Wer regelmaessig Matcha kauft, kann aus diesem konkreten Fall vor allem mitnehmen, dass es sich lohnt, gelegentlich einen Blick auf die aktuellen Meldungen von lebensmittelwarnung.de zu werfen, unabhaengig davon, welche Marke man selbst verwendet, um im Ernstfall schnell reagieren zu koennen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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