Zubereitung
Matcha-Punsch alkoholfrei: Rezept, Gewürze und Mengen für die Kanne
Matcha-Punsch ist ein warmes, alkoholfreies Getränk aus Apfelsaft, Wasser, Gewürzen und Matcha, das sich für die Kanne planen lässt. Anders als Glühwein wird er nie gekocht, weil Matcha ab etwa 80 Grad bitter wird. Für gut anderthalb Liter rechnest du mit 12 Gramm Pulver, das reicht für sieben bis acht Tassen zu je 200 Millilitern.
Warum Punsch anders gerechnet wird als Glühwein
Glühwein lebt vom Wein, seiner Säure und seinem Restzucker, und er verträgt Hitze bis kurz unter den Siedepunkt. Ein Matcha-Punsch hat keine dieser Eigenschaften. Er besteht aus Saft, Wasser, Gewürzen und gemahlenem Blatt, und dieses Blatt setzt der Temperatur eine harte Grenze. Wer den Punsch kochen lässt, bekommt einen herben, olivbraunen Sud. Daraus folgt eine andere Arbeitsweise: Der Punsch wird in zwei Schritten gebaut. Zuerst entsteht ein Gewürzsud aus Saft, Wasser und Gewürzen, der ruhig heiß ziehen darf. Erst danach kommt der Matcha dazu, wenn die Flüssigkeit auf 70 bis 80 Grad abgekühlt ist. Das ist der einzige wirklich wichtige Punkt am ganzen Rezept, und er ist auch der Grund, warum die meisten schnellen Rezepte aus dem Netz nicht funktionieren. Wer weitere warme Zubereitungen sucht, findet sie in „Matcha im Winter: warme Ideen für kalte Tage“.
Das Grundrezept für anderthalb Liter
Für sieben bis acht Tassen brauchst du 500 Milliliter naturtrüben Apfelsaft, 900 Milliliter Wasser, eine Bio-Orange in Scheiben, eine Zimtstange, zwei Sternanis, drei Gewürznelken und 12 Gramm Matcha. Saft, Wasser, Orangenscheiben und Gewürze kommen in einen Topf und werden erhitzt, bis der Sud dampft, aber nicht sprudelt. Zwanzig Minuten ziehen lassen, dann Gewürze und Orangenscheiben herausnehmen. Jetzt den Topf vom Herd ziehen und auf 70 bis 80 Grad abkühlen lassen, das dauert bei dieser Menge etwa acht bis zehn Minuten. Währenddessen 12 Gramm Matcha sieben und mit 120 Millilitern kaltem Wasser vollständig glatt rühren. Diese Paste in den Punsch einrühren, kurz durchrühren, fertig. Wer es süßer will, gibt zwei Esslöffel Sirup dazu, nicht mehr, denn der Apfelsaft bringt bereits Süße mit. Serviert wird in vorgewärmten Tassen oder hitzefesten Gläsern.
Die Temperaturfrage praktisch gelöst
Ohne Thermometer erkennst du 70 bis 80 Grad an drei Zeichen: Der Dampf steigt nicht mehr in einer Säule, sondern in Schwaden, am Topfrand bilden sich keine Bläschen mehr, und ein Löffel, den du hineinhältst, lässt sich noch zwei Sekunden lang am Stiel halten. Der Deutsche Tee & Kräutertee Verband beschreibt für Matcha den Weg über die Paste: erst mit wenig kaltem Wasser cremig rühren, dann heißes Wasser ergänzen. Beim Punsch nutzt du denselben Trick doppelt, denn die kalte Paste senkt beim Einrühren die Temperatur der Gesamtmenge noch einmal um einige Grad. Ein Punsch, der beim Servieren 65 Grad hat, ist genau richtig: heiß genug für die Hand, kalt genug für den Tee. Bleibt Punsch übrig, wird er nicht wieder aufgekocht, sondern nur vorsichtig auf Trinktemperatur gebracht. Wer ihn zweimal erhitzt, verliert Farbe und Aroma spürbar. Ein Rest, der schon kalt geworden ist, wird deshalb besser kalt zu Ende getrunken als ein zweites Mal aufgesetzt.
Zimt, Nelke, Anis und was das Gewürz mitbringt
Zimt ist das Leitgewürz jedes Punschs, und dabei lohnt der Blick auf die Sorte. Cassia-Zimt, der übliche Supermarktzimt, enthält deutlich mehr Cumarin als Ceylon-Zimt. Für Cumarin haben EFSA und BfR einen Wert abgeleitet, der lebenslang täglich aufgenommen werden kann, nämlich 0,1 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht. Wie weit übliche Getränke davon entfernt sind, hat das Bayerische Landesamt gemessen: In 31 zimthaltigen Teeproben aus dem Handel lagen die zubereiteten Aufgüsse zwischen 0,02 und 3,98 Milligramm je Liter, im Mittel bei 1,01 Milligramm je Liter, und die errechnete Aufnahme blieb bei Erwachsenen wie bei Kindern deutlich unter dem Wert. Für eine Zimtstange in anderthalb Litern Punsch bedeutet das viel Spielraum. Wer täglich über Wochen Punsch trinkt oder für Kinder plant, nimmt trotzdem Ceylon-Zimt, der ist nahezu cumarinfrei und schmeckt milder und blumiger.
Warmhalten über einen ganzen Abend
Für die Kanne gibt es drei Wege. Der einfachste ist eine Isolierkanne von anderthalb Litern: Punsch heiß einfüllen, verschließen, und das Getränk hält drei bis vier Stunden Trinktemperatur, ohne dass Hitze weiter auf den Tee einwirkt. Der zweite Weg ist ein Topf auf der niedrigsten Herdstufe mit Deckel, wobei du alle zwanzig Minuten kontrollierst, dass es nicht anfängt zu ziehen. Der dritte ist der Glühweinkocher mit Thermostat, den du auf die niedrigste Stufe stellst; viele Geräte halten dort um die 70 Grad. Was in keinem Fall funktioniert, ist stundenlanges Köcheln, wie es auf dem Weihnachtsmarkt üblich ist. Für draußen ist die Isolierkanne ohnehin die praktischste Lösung, weil sie transportfähig ist. Rechne bei kaltem Wetter mit einer Nachfüllrunde, denn Punsch wird schneller getrunken als gedacht. Die kalte Entsprechung für den Rest des Jahres, ebenfalls ohne Alkohol, ist „Matcha Tonic: warum Chinin anders wirkt als Sprudelwasser“.
Mengen für die Runde planen
Eine Tasse Punsch fasst 200 Milliliter, und erfahrungsgemäß trinkt jeder Gast zwei bis drei davon über einen Abend. Für acht Personen planst du also gut 3 bis 5 Liter, das sind zwei bis drei Ansätze des Grundrezepts. Der Pulverbedarf ist damit leicht auszurechnen: 12 Gramm auf gut anderthalb Liter bedeuten rund 1,6 Gramm je Tasse und rund 26 bis 38 Gramm für den Abend. Eine 30-Gramm-Dose deckt also gut einen Abend mit acht Gästen. Zum Einordnen der Kosten: Die Dose MATCHASHOCK Bio Matcha kostet 25,00 Euro für 30 Gramm, Grundpreis 833,33 Euro je Kilogramm. Umgerechnet auf die Tasse mit 1,6 Gramm sind das rund 1,33 Euro Pulveranteil, dazu kommen Saft und Gewürze. Praktisch setzt du den Gewürzsud für die gesamte Menge auf einmal an und rührst den Matcha portionsweise ein, immer für die Kanne, die als Nächstes an die Reihe kommt. Steht neben der warmen Kanne auch Kaltes auf dem Tisch, ist die komplette Planung für den Abend in „Matcha zu Silvester: grüne Drinks für den Jahreswechsel“ durchgerechnet, vom Sekt-Ersatz über die kalte Bowle bis zum Becher für draußen.
Wie viel Zucker im Glas landet
Apfelsaft ist der Zuckerträger dieses Rezepts, denn er bringt seinen Fruchtzucker vollständig mit ins Glas. Zum Einordnen der Größenordnung: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt gemeinsam mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft und der Deutschen Diabetes Gesellschaft, höchstens 10 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr aus freien Zuckern zu decken, bei 2000 Kalorien am Tag also rund 50 Gramm. Wie viel Zucker in deinem Saft steckt, liest du auf der Flasche in der Nährwerttabelle ab. Für den Punsch heißt das: Der Saftanteil bestimmt den Wert, nicht der Matcha, der selbst keinen Zucker mitbringt. Wer den Anteil senken will, verschiebt das Verhältnis von 500 Millilitern Saft und 900 Millilitern Wasser Richtung 300 zu 1100 und gleicht mit mehr Gewürz und einem Schuss Zitrone aus. Der Punsch wird dadurch klarer im Geschmack und der Tee tritt stärker hervor. Umgekehrt gilt: Wer zusätzlich Sirup einrührt, sollte den Saft entsprechend reduzieren, sonst wird das Getränk klebrig süß.
Wenn Kinder mit am Tisch sitzen
Alkoholfrei heißt nicht koffeinfrei. Stiftung Warentest berichtete am 6. April 2026 über eine Untersuchung der tschechischen Verbraucherorganisation dTest: zwölf Produkte, davon zehn reine Pulver, mit 15,5 bis 20 Milligramm Koffein je Gramm. Bei 1,6 Gramm je Tasse sind das rund 25 bis 32 Milligramm, also etwa so viel wie eine kleine Tasse schwarzer Tee. Für Erwachsene nennt das Bundesinstitut für Risikobewertung bis 200 Milligramm als Einzelzufuhr und bis 400 Milligramm über den Tag als unbedenklich, für Schwangere und Stillende 200 Milligramm am Tag. Für Kinder gelten kleinere Werte, die sich nach dem Körpergewicht richten und in „Matcha für Kinder: die EFSA-Werte zum Koffein“ ausgerechnet sind. Ganz praktisch löst du das mit zwei Kannen: eine mit Matcha für die Erwachsenen, eine ohne, also nur der Gewürzsud mit Saft, für die Kinder. Der Aufwand ist minimal, weil der Sud ohnehin gemeinsam angesetzt wird.
Quellen
- LGL Bayern – Cumarin in zimthaltigen Tees (31 Proben 2021/2022, Aufgüsse 0,02 bis 3,98 Milligramm je Liter, TDI 0,1 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht) ↗
- Deutscher Tee & Kräutertee Verband – Die Zubereitung (Matcha zuerst mit wenig kaltem Wasser cremig rühren, danach heißes Wasser) ↗
- Stiftung Warentest – Bericht vom 06.04.2026 über die Untersuchung der tschechischen Verbraucherorganisation dTest: zwölf Produkte, davon zehn reine Pulver, Koffeingehalt 15,5 bis 20 Milligramm je Gramm ↗
- DGE, DAG und DDG – Konsensuspapier zur Zuckerzufuhr (höchstens 10 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr aus freien Zuckern, rund 50 Gramm bei 2000 Kalorien) ↗
- BfR – Fragen und Antworten zu Koffein (05.01.2026): 200 Milligramm Einzelzufuhr, 400 Milligramm am Tag, 200 Milligramm für Schwangere und Stillende ↗
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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