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Zubereitung

Matcha-Milchbrot backen: die Tangzhong-Methode für flauschigen Teig

Matcha-Milchbrot gelingt am zuverlässigsten mit der Tangzhong-Methode: Ein Teil Mehl wird vorab mit Flüssigkeit zu einer Paste gekocht und erst danach unter den Hefeteig gehoben. Das Ergebnis ist ein besonders weicher Krumen mit sattem Grün und einer Haltbarkeit von mehreren Tagen. Wie die Methode funktioniert und was ins Matcha-Milchbrot gehört, steht hier Schritt für Schritt.

Was Tangzhong mit dem Teig macht

Tangzhong ist eine Paste aus Mehl, das mit Wasser oder Milch auf etwa 65 Grad erhitzt wird, bis die Stärkekörner gelieren. Diese gelatinierte Masse stabilisiert die Stärke im späteren Hauptteig und verhindert, dass sie beim Auskühlen wieder auskristallisiert - genau das ist der Hauptgrund, warum Brot nach ein bis zwei Tagen trocken und krümelig wird. Die japanische Variante der Methode heißt Yudane und mischt Mehl im gleichen Gewicht mit kochendem Wasser, die chinesische Tangzhong-Technik erhitzt präziser auf 65 Grad. Bekannt wurde das Verfahren im 20. Jahrhundert zunächst für japanisches Milchbrot, später global durch das Buch 65°C Bread Doctor der taiwanesischen Autorin Yvonne Chen und die englische Bezeichnung, die ab 2010 von der Foodbloggerin Christine Ho verbreitet wurde. Für Matcha-Milchbrot ist die Methode ideal, weil sie den Teig zusätzlich zur Feuchtigkeit auch dehnbarer macht - wichtig, weil Matcha dem Teig etwas Struktur entzieht.

Die Zutaten für ein Matcha-Milchbrot

Für einen Kastenlaib werden neben Mehl, Milch, Ei, Butter, Zucker und Trockenhefe rund ein bis zwei Esslöffel Matchapulver benötigt, je nachdem wie kräftig das Grün und der Geschmack ausfallen sollen - als grober Richtwert dienen etwa 7 Gramm Matcha auf einen Standardlaib, wie es auch bei internationalen Rezepten für Matcha-Milchbrot üblich ist. Wichtig ist, das Pulver vorher zu sieben, damit sich keine Klümpchen im Teig bilden. Salz gehört getrennt vom Matcha in den Teig, weil direkter Kontakt mit sehr feinem Pulver zu ungleichmäßiger Verteilung führt. Wer eine hellere Krume möchte, reduziert die Matchamenge, wer ein kräftigeres Grün will, erhöht sie leicht - am Geschmack ändert das wenig, da Hitze und Milchfett die Bitterkeit ohnehin abmildern.

Schritt für Schritt: Tangzhong ansetzen

Für die Paste werden etwa 25 Gramm Mehl mit 125 Gramm Milch oder Wasser im Verhältnis eins zu fünf in einem kleinen Topf glattgerührt und unter ständigem Rühren langsam erhitzt, bis die Masse eindickt und Spuren des Schneebesens sichtbar bleiben. Das dauert bei kleiner Hitze wenige Minuten. Die fertige Paste sollte handwarm abkühlen, bevor sie in den Hauptteig kommt - zu heiß tötet sie die Hefe ab. Anschließend wird die Paste mit dem restlichen Mehl, dem gesiebten Matcha, Zucker, Salz, Hefe, Ei und weicher Butter zu einem glatten, elastischen Teig verknetet. Der Teig fühlt sich am Ende deutlich weicher an als klassischer Hefeteig, das ist normal und gewollt.

Kneten, gehen lassen, falten

Nach dem Kneten geht der Teig abgedeckt an einem warmen Ort, bis sich sein Volumen etwa verdoppelt hat. Danach wird er entgast und für den charakteristischen Effekt gefaltet: alle 15 Minuten zweimal in der Hälfte gefaltet, insgesamt viermal - das baut zusätzliche Spannung im Gluten auf und macht die Krume später besonders fein und gleichmäßig. Wer beim Backen mit eigenem Matcha experimentiert, merkt schnell, wie stark die Vermahlung das Ergebnis beeinflusst: Grob gemahlenes Pulver hinterlässt kleine grüne Punkte im Anschnitt, fein gemahlenes verteilt sich gleichmäßig. Der MATCHASHOCK Bio-Matcha ist steingemahlen und dadurch fein genug, um sich vollständig im Teig aufzulösen, statt sichtbare Krümel zu hinterlassen.

Formen und backen

Der geformte Teig kommt in eine gefettete Kastenform und geht dort ein zweites Mal, bis er die Form fast randvoll ausfüllt. Vor dem Backen wird die Oberfläche mit etwas Milch oder verquirltem Ei bestrichen, das sorgt für Glanz und eine gleichmäßige Kruste. Gebacken wird bei mittlerer Ofentemperatur, bis das Brot beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt und im Inneren durchgegart ist. Ein Deckel oder abgedeckter Topf in den ersten Minuten hält die Feuchtigkeit im Ofen und sorgt für zusätzliche Höhe. Nach dem Backen sollte das Brot vollständig auf einem Gitter auskühlen, bevor es angeschnitten wird - warmes Brot presst sich beim Schneiden zusammen und wirkt dadurch klitschiger, als es ist. Eine Küchenthermometer-Nadel in der Mitte des Laibs zeigt zuverlässig an, ob das Brot durch ist: Werte um 90 Grad im Kern gelten bei Milchbrot als sicheres Zeichen. Wer kein Thermometer besitzt, verlässt sich auf den Klopftest und die Backzeit, orientiert an der Größe der Kastenform.

Warum Matcha-Milchbrot länger weich bleibt

Der eigentliche Vorteil der Tangzhong-Methode zeigt sich erst am zweiten und dritten Tag: Während normales Hefebrot schon nach 24 Stunden an Feuchtigkeit verliert, hält die vorgekochte Stärke im Tangzhong das Wasser deutlich länger im Gebäck. In Folie oder einer Brotbox bei Zimmertemperatur gelagert, bleibt Matcha-Milchbrot dadurch spürbar länger weich als vergleichbare Rezepte ohne diesen Zwischenschritt. Wer größere Mengen backt, kann Scheiben einfrieren und bei Bedarf auftauen - das Grün und der milde Geschmack verändern sich beim Einfrieren kaum, solange das Brot luftdicht verpackt ist. Ein weiterer Vorteil zeigt sich beim Toasten: Da die Krume durch die Tangzhong-Methode feuchter bleibt, verträgt das Brot auch am dritten oder vierten Tag noch ein kurzes Aufbacken im Toaster, ohne trocken zu werden. Klassisches Hefebrot ohne diesen Zwischenschritt wird zu diesem Zeitpunkt meist schon bröckelig und verliert deutlich an Biss.

Variationen: Marmor-Effekt und Füllungen

Matcha Snacks: 10 Ideen für zwischendurch, sortiert nach Aufwand“ weitere Ideen nach Aufwand sortiert. Wer stattdessen etwas Herzhaftes zum Tee sucht, wird im Rezept „Matcha-Waffeln“ fündig. Für einen Marmor-Effekt wird der fertige Teig geteilt, eine Hälfte bleibt hell, die andere bekommt den Matcha-Anteil, beide werden locker verdreht und gemeinsam in die Form gelegt, sodass beim Anschnitt ein grün-weißes Muster entsteht. Auch Füllungen wie eine dünne Schicht rote Bohnenpaste oder ein Streifen Frischkäse lassen sich vor dem Formen einarbeiten. Am Ende zählt bei jedem dieser Rezepte dieselbe Zutat: Wie fein das Matchapulver vermahlen ist, entscheidet darüber, ob im fertigen Gebäck feine Farbe oder sichtbare Punkte zu sehen sind.

Häufige Fehler beim Backen

Der häufigste Fehler ist eine zu heiße Tangzhong-Paste, die beim Verkneten mit der Hefe in Kontakt kommt und diese abtötet, bevor der Teig überhaupt geht - die Paste sollte spürbar handwarm, nicht mehr heiß sein. Ein zweiter typischer Fehler ist zu wenig Knetzeit: Da der Teig durch die Paste weicher und klebriger ist als gewohnt, wirkt er oft schon fertig geknetet, obwohl das Gluten noch nicht ausreichend entwickelt ist. Wer den Teig zu früh in Ruhe lässt, bekommt ein flacheres, dichteres Brot statt der angestrebten Höhe. Auch zu wenig Matcha-Sieben führt zu kleinen dunkelgrünen Punkten im Anschnitt statt einer gleichmäßigen Farbe. Ein dritter Punkt ist die Gehzeit: Bei zu kühler Küchentemperatur dauert der erste Gang deutlich länger als angegeben, was viele unterschätzen und den Teig dadurch zu früh verarbeiten, bevor er sein Volumen wirklich verdoppelt hat.

Matcha-Milchbrötchen als kleinere Variante

Wer keinen ganzen Laib backen möchte, kann denselben Teig auch zu einzelnen Brötchen formen. Dafür wird der Teig nach dem ersten Gehen in gleich große Portionen geteilt, rund geschliffen und mit etwas Abstand auf ein Backblech gesetzt, damit sich die Brötchen beim zweiten Gehen noch ausdehnen können. Die Backzeit verkürzt sich gegenüber dem ganzen Laib deutlich, da die einzelnen Portionen kleiner sind und schneller durchgaren. Diese Variante eignet sich besonders für den Gefrierschrank: Einzelne Brötchen lassen sich portionsweise auftauen, ohne dass gleich ein ganzer Laib angeschnitten werden muss. Wer mag, drückt vor dem Backen ein Kreuz oder mehrere Rillen in die Oberfläche, das sorgt für eine gleichmäßigere Kruste und ein gleichmäßiges Aufreißen beim Aufgehen im Ofen. Auch bei Brötchen gilt: Je feiner das verwendete Matchapulver vermahlen ist, desto gleichmäßiger verteilt sich die Farbe im fertigen Gebäck.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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