Zubereitung
Koicha: die dicke Schale und ihr Unterschied zu Usucha
Die meisten Menschen in Deutschland kennen nur eine Matcha-Zubereitung: dünn aufgeschlagen mit Schaumdecke. In Japan ist das Usucha, der dünne Tee. Daneben steht Koicha, der dicke Tee, für den deutlich mehr Pulver in deutlich weniger Wasser eingerührt und nicht geschlagen wird. Dieser Artikel erklärt Mengen, Technik und die Frage, welches Pulver eine dicke Schale überhaupt trägt.
Zwei Zubereitungen aus einem einzigen Pulver
Usucha und Koicha unterscheiden sich nicht in der Zutat, sondern im Verhältnis und in der Bewegung. Die Darstellung der japanischen Teezeremonie fasst das Verhältnis so zusammen: Für Koicha wird ungefähr die dreifache Menge Tee auf dieselbe Menge Wasser genommen wie für Usucha. Damit entsteht keine Schale mit Schaumhaube, sondern eine dickflüssige, fast pastenartige Masse mit sehr viel kräftigerem Geschmack. Der zweite Unterschied ist die Handbewegung: Usucha wird mit dem Bambusbesen aufgeschlagen, Koicha wird mit dem Besen geknetet, damit sich die große Pulvermenge glatt mit dem wenigen Wasser verbindet. Wer das einmal gemacht hat, versteht sofort, warum Koicha in der Zeremonie der zentrale Moment ist und Usucha den leichteren Abschluss bildet. Beide Zubereitungen gehören zum festen Repertoire der Teeschulen. Der ganze Ablauf drumherum, von der Gartenpassage bis zur letzten Schale, steht in „Die japanische Teezeremonie heute: Ablauf von Roji bis zur letzten Schale“.
Wie viel Pulver und wie viel Wasser wirklich in die Schale gehen
Rechnen wir das Verhältnis in Küchenmaße um. Nimmt man als Ausgangspunkt eine dünne Schale mit 2 Gramm Pulver auf rund 70 Milliliter Wasser, ergibt der Faktor drei rechnerisch 2 Gramm auf etwa 23 Milliliter. In der Praxis skaliert man beides nach oben und landet bei etwa 4 Gramm Pulver auf 20 bis 40 Milliliter Wasser. Das ist die Portion, die als Koicha üblich ist. Zum Vergleich die alltagstaugliche Anleitung des Deutschen Tee & Kräutertee Verbands, dort für den Matcha Latte: ein halber Teelöffel Pulver, zuerst mit zwei Esslöffeln kaltem Wasser cremig gerührt, danach 150 Milliliter heißes Wasser, bevor der Milchschaum dazukommt. Zwischen diesen beiden Enden liegt eine ganze Bandbreite, und beide sind richtig. Wichtig ist nur, dass du beim Koicha wirklich abwiegst, denn bei 4 Gramm machen 0,5 Gramm zu viel oder zu wenig einen deutlich spürbaren Unterschied. Wie viel Gramm zwei traditionelle Löffel wirklich sind, rechnet „Chashaku: der Bambuslöffel und seine Dosierung“ vor.
Warum Koicha verrührt und nicht aufgeschlagen wird
Beim Usucha bewegst du den Besen zügig im W oder Zickzack knapp über dem Schalenboden, bis eine feine Schaumdecke steht. Beim Koicha funktioniert das nicht, weil schlicht zu wenig Wasser da ist, um Luft einzuschlagen. Stattdessen arbeitest du langsam: Pulver sieben, in die vorgewärmte Schale geben, einen ersten kleinen Schluck Wasser dazu und die Masse mit dem Besen an der Schalenwand glatt kneten, bis kein trockenes Nest mehr übrig ist. Erst dann kommt der Rest des Wassers dazu, wieder in kleinen Portionen. Das Ergebnis soll zäh vom Besen laufen, ungefähr wie flüssiger Honig, und beim Kippen der Schale eine geschlossene Spur hinterlassen. Ein weicher, gut eingespielter Bambusbesen macht diese Arbeit erheblich leichter als ein neuer, sehr steifer. Worauf es bei den Borsten ankommt, erklärt „Matcha-Besen kaufen: Woran du einen guten Chasen erkennst“.
Welches Wasser und welche Temperatur die dicke Schale verträgt
Koicha ist bei der Wasserfrage empfindlicher als Usucha, weil das Pulver nicht durch Verdünnung gerettet wird. Kochendes Wasser gehört nicht in die Schale; lass das Wasser nach dem Kochen offen stehen, bis es merklich unter den Siedepunkt gefallen ist. Zu heiß angesetzt wird die Masse schnell scharf im Nachgeschmack, zu kühl lässt sie sich schlecht glatt rühren. Auch die Wasserhärte spielt mit: Sehr weiches Wasser bringt mehr Süße, sehr hartes Wasser drückt sie weg. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit beschreibt außerdem, dass Catechine bei pH 4 bis 5 am stabilsten sind und beim Abkühlen heißer Grüntee-Aufgüsse ein Teil davon ausfällt, das sogenannte Creaming. Für die Praxis heißt das schlicht: Koicha wird angesetzt und sofort getrunken, nicht vorbereitet und stehen gelassen. Was mit einer stehen gelassenen Schale in den ersten Minuten passiert, zeigt „Matcha übrig oder kalt geworden? Aufwärmen oder neu anrühren“.
Welches Pulver eine dicke Schale überhaupt trägt
Bei Koicha steht das Pulver nackt da. Vier Gramm in vierzig Milliliter zeigen jede Herbe, jede Bitterkeit und jeden Mahlfehler sofort. Deshalb ist Koicha traditionell den feinsten Qualitäten aus der ersten Pflückung vorbehalten, die von Natur aus süßer und weniger herb sind. Ein Anhaltspunkt für die Inhaltsstoffe liefert der Bericht der Stiftung Warentest vom 6. April 2026 über eine Untersuchung der tschechischen Verbraucherorganisation dTest: Bei zwölf Produkten, davon zehn reinen Pulvern, lagen die Koffeingehalte zwischen 15,5 und 20 Milligramm je Gramm Pulver, der höchste Polyphenolgehalt bei 123 Milligramm je Gramm. Je dichter du dosierst, desto stärker schlagen diese Werte in einer einzigen Schale durch. Praktisch prüfst du vor dem ersten Koicha-Versuch drei Dinge: leuchtend grüne Farbe, feiner Mahlgrad ohne spürbare Körnung zwischen den Fingern, und ein Duft, der süß und nicht heuartig ist. Fällt eine dieser Proben durch, bleib bei Usucha, dort verzeiht die größere Wassermenge deutlich mehr.
Wie viel Koffein in einer Koicha-Schale steckt
Die Rechnung ist einfach und lohnt sich, bevor du vier Gramm auf einmal ansetzt. Legt man die von dTest ermittelten und von der Stiftung Warentest am 6. April 2026 berichteten Messwerte von 15,5 bis 20 Milligramm Koffein je Gramm Pulver zugrunde, kommt eine Koicha-Schale mit 4 Gramm auf rund 62 bis 80 Milligramm Koffein. Eine übliche Usucha-Schale mit 2 Gramm liegt bei rund 31 bis 40 Milligramm. Zur Einordnung nennt die Verbraucherzentrale die Orientierungswerte der EFSA: 3 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht als Einzeldosis, was bei einer erwachsenen Person von etwa 70 Kilogramm rund 200 Milligramm entspricht, und 5,7 Milligramm je Kilogramm über den ganzen Tag, also rund 400 Milligramm. Für Kinder und Jugendliche gelten nicht mehr als 3 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht am Tag. Eine Koicha-Schale bleibt damit klar im Rahmen, sie ist aber eben keine halbe Schale Usucha, sondern die doppelte Menge Pulver auf einen Schluck.
Warum eine Schale Koicha traditionell geteilt wird
In der Teezeremonie bekommt beim dicken Tee nicht jeder Gast eine eigene Schale. Eine Schale Koicha wird unter mehreren Gästen geteilt, was als Zeichen enger Verbundenheit gilt. Diese Form taucht in historischen Dokumenten erstmals 1586 auf und wird Sen no Rikyu zugeschrieben. Auch das Gefäß für das Pulver wechselt: Für Usucha steht die lackierte Dose Natsume bereit, für Koicha die Keramikdose Chaire. Zu Hause musst du natürlich nichts teilen, aber der Gedanke lohnt sich trotzdem: Vier Gramm in vierzig Milliliter sind eine sehr dichte Portion, und zu zweit aus einer Schale probiert wird daraus ein kleines Ritual statt einer Mutprobe. Wenn du Gäste hast, setz einmal Koicha an, lass jeden einen Schluck nehmen und schlag danach für alle Usucha auf. Genau diese Reihenfolge, erst dick, dann dünn, ist auch die klassische.
Wann sich Koicha zu Hause lohnt und wann Usucha reicht
Koicha ist kein Alltagsgetränk, sondern eine Verkostungsform. Er lohnt sich, wenn du eine neue Dose wirklich beurteilen willst, wenn du zwei Pulver gegeneinander stellst oder wenn du Gästen etwas zeigen möchtest, das sie im Café nicht bekommen. Für den Morgen, fürs Büro und für alles mit Milch bleibt Usucha die richtige Wahl. Rechne bei der Entscheidung auch den Pulveranteil mit: Bei einem Grundpreis von 833,33 Euro je Kilogramm, also 25,00 Euro für 30 Gramm, kostet eine Usucha-Schale mit 2 Gramm rund 1,67 Euro Pulveranteil, eine Koicha-Schale mit 4 Gramm entsprechend rund 3,33 Euro. Aus einer 30-Gramm-Dose werden so entweder rund 15 dünne oder rund 7 dicke Schalen. Mein Vorschlag für den Einstieg: Setz einmal 3 Gramm auf 40 Milliliter an, also eine milde Zwischenstufe, und arbeite dich von dort aus nach oben.
Quellen
- Wikipedia – Japanese tea ceremony: Koicha braucht etwa die dreifache Teemenge auf dieselbe Wassermenge wie Usucha, wird mit dem Besen geknetet statt aufgeschlagen, eine Schale wird geteilt (erstmals 1586 belegt, Sen no Rikyu zugeschrieben), Natsume für Usucha und Chaire für Koicha ↗
- Deutscher Tee & Kräutertee Verband – Zubereitung Matcha Latte: ein halber Teelöffel Matcha mit zwei Esslöffeln kaltem Wasser cremig rühren, dann 150 Milliliter heißes Wasser und 150 Milliliter Milchschaum ↗
- Stiftung Warentest (06.04.2026) – Bericht über die Matcha-Untersuchung der tschechischen Verbraucherorganisation dTest: zwölf Produkte, davon zehn reine Pulver, Koffein 15,5 bis 20 Milligramm je Gramm Pulver, Polyphenole 107 bis 123 Milligramm je Gramm ↗
- Verbraucherzentrale NRW – EFSA-Orientierungswerte für Koffein: 3 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht als Einzeldosis (rund 200 Milligramm), 5,7 Milligramm je Kilogramm am Tag (rund 400 Milligramm), für Kinder und Jugendliche höchstens 3 Milligramm je Kilogramm am Tag ↗
- EFSA Journal 2018 – Scientific opinion on the safety of green tea catechins: Catechine am stabilsten bei pH 4 bis 5, beim Abkühlen heißer Aufgüsse fallen Catechine als Creaming aus ↗
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



Genug gelesen? Schmeck den Unterschied selbst.
Bio aus erster Ernte.
Laborgeprüft, doppelt versiegelt.
Fein vermahlen und mild statt bitter — deshalb schmeckt er auch pur.
- Bio-zertifiziert, DE-ÖKO-006
- Im Labor geprüft
- Erste Ernte, feinste Vermahlung
- Doppelt luftdicht versiegelt
- Versand kostenlos in Deutschland
- 30 g, reicht für 10–15 Tassen
„Das ist der beste Matcha, den ich seit Jahren gekauft habe! Ich trinke schon lange Matcha und nutze ihn auch gerne zum Backen meiner Lieblingscookies. Die Qualität ist top! Intensiver Geschmack, sehr fein gemahlen […]. Den werde ich definitiv wieder bestellen!!“
30 g für 25,00 € (833,33 €/kg, inkl. MwSt.)
Jetzt probierenMATCHASHOCK Bio-Matcha, 30 g: 25,00 € (833,33 €/kg), inkl. MwSt. Versand innerhalb Deutschlands kostenlos. Bio: Kontrollstelle des Herstellers CN-BIO-141, unsere eigene DE-ÖKO-006 (ABCert) · Nicht-EU-Landwirtschaft. Diese Bewertungen stammen von unserer Amazon-Produktseite und tragen dort alle den Amazon-Vermerk „Verifizierter Kauf“ — Amazon setzt ihn nur, wenn der Artikel über das Konto der Verfasserin oder des Verfassers gekauft wurde. Wir schreiben keine Bewertungen selbst und übernehmen keine aus anderen Quellen. Mit […] gekennzeichnete Stellen haben wir weggelassen, weil sie Aussagen zur Wirkung enthalten, die wir noch nicht mit Unterlagen belegen können; nichts wurde umformuliert. Der vollständige Wortlaut steht auf unserer Amazon-Produktseite.